Jugendliches Mädchen mit Kopfhörer spielt ein Computerspiel.
CC0/Pixabay Tomasz Mikolajczyk

Belästigung in Online-Spielen

Auch in Online-Spielen sind Jugendliche vor der Gefahr sexueller Übergriffe nicht gefeit. Ein generelles Verbot ist nicht sinnvoll, gewisse Vereinbarungen vielleicht schon.

Eine fast unsichtbare Gefahr


Computerspiele werden mehr und mehr gemeinsam mit anderen gespielt. Online ist das praktisch mit der ganzen Welt möglich. Nicht selten verbessern sich die Englischkenntnisse der Jugendlichen Spieler dabei gravierend, aufgrund des Unterhaltens mit anderen Gamern.

Egal ob beim Online-Spielen mit der PlayStation, der WII oder direkt im Internet. Überall, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, versuchen mitunter Erwachsene Kontakt zu ihnen zu bekommen, um sie im Extremfall sexuell zu belästigen. Geschieht die Anbahnung online, spricht man von Cyber-Grooming.

Immer mehr TäterInnen versuchen in Online-Spielen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Warum? Ganz einfach, weil sie dort auf Kinder und Jugendliche treffen. Das Problematische dabei? Es gibt kaum Möglichkeiten, TäterInnen dort zu erkennen.
 

Wie verhält sich ein Täter?


Genauso wie jemand, mit dem man einfach gemeinsam spielt. TäterInnen sind häufig besonders gute Gamer. Sie spielen beispielsweise in Clans gemeinsam mit anderen Jugendlichen. Man tauscht sich über die Erfolge beim Spielen aus, redet über Probleme, etwa wenn Eltern Spiele nicht erlauben oder es in der Schule nicht so gut läuft. Die Chats mit potentiellen TäterInnen unterscheiden sich dabei nicht von Chats mit anderen Jugendlichen in Spielewelten. Am ehesten kann man sie daran erkennen, dass TäterInnen besonders verständnisvoll und hilfsbereit agieren, manchmal auch an einer sexualisierten Ausdrucksweise. Irgendwann wird der persönliche Kontakt gesucht, dabei kann es dann zum Übergriff kommen. Davor gibt es kaum Anzeichen.
 

Online-Spiele verbieten?


NEIN – ein Verbot ist nicht sinnvoll. Denn nicht das Spielen ist das Problem, sondern das Verhalten krimineller Erwachsener. Und die begeben sich immer dorthin, wo Kinder und Jugendliche sind. Gefährlich wird es bei Treffen im Offline-Leben.

Deshalb braucht es hierfür klare Vereinbarungen! Gerade Jugendliche die nicht mit ihren Eltern über ihre Online-Welt sprechen können, weil es viele Verbote gibt, sichern sich bei Treffen nicht ab. Seien Sie eine Ansprechperson und Verbieten Sie Treffen mit Online-Bekanntschaften nicht. Geben Sie aber klare Regeln vor:
 

  • Treffen dürfen nur an öffentlichen Orten stattfinden, wo viele andere Personen sind.

  • Sie müssen informiert werden, wann und wo das Treffen stattfindet.

  • Der Jugendliche versucht vorher - z.B. über einen Video-Chat - herauszufinden, ob die Person tatsächlich dem entspricht, was sie vorgibt.

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