Würgende Hände am Hals eines Mädchens.
petitefox (bearbeitet) Flickr via Compfight cc

Choking Games

Dieses gefährliche Risikoverhalten betrifft vor allem Burschen. Für Eltern heißt es nach gefährlichen Anzeichen Ausschau zu halten.
Warum Jugendliche immer wieder an Grenzen gehen.


Ein gewisses Risikoverhalten ist im Jugendalter entwicklungsgemäß. Erinnern wir uns zurück, welche Mutproben haben wir absolviert, welche Grenzen gebrochen und welchen Kick gefunden? Oft lassen uns gerade die eigenen Erlebnisse um die Sicherheit des Nachwuchses fürchten.

Viele Aufgaben warten in der Pubertät. Jugendliche machen sich auf den Weg, sich selbst zu finden und loten ihre Grenzen aus, in dem sie auch nach neuen Erfahrungen streben. Das typische Risikoverhalten ist ein Versuch, sich den Herausforderungen des Erwachsenwerdens zu stellen. Dabei sind die Voraussetzungen mit denen dieser Weg bestritten wird, je nach Persönlichkeit und Umfeld unterschiedlich. Auch die Art und Weisen des sich an die Grenze-Bewegens sind individuell.

So können Grenzen beim Sport erfahren werden, bei der Überwindung von Ekel, in der Auseinandersetzung mit Regeln, aber auch in gefährlichen Extremsituationen.

Ein hoch riskantes Verhalten sind so genannte Choking Games, die zum Tode eines steirischen Schülers führten. Dabei wird versucht, in kürzester Zeit durch Techniken, wie Würgen, Strangulieren oder Hyperven­tilieren, sich selbst die regelmäßige Zufuhr der Atemluft zu nehmen und so einen berauschenden Zustand zu erreichen. Eltern sind hier gefragt auf Striemen am Hals, rote Punkte im Bereich der Augen, verknotete Gegenstände oder Fragen über Bewusstlosigkeit zu achten. Diese „Würgespiele“ sind eine von vielen Formen jugendlichen Risikoverhaltens, wie etwa auch das Konsumieren von Alkohol oder Drogen.

Jugendliche können mögliche Gefahren durchaus realistisch einschätzen, beziehen aber das Risiko nicht auf sich selbst. Sie erleben sich als „unverwundbar“. Das Aufzeigen von möglichen Konsequenzen alleine, ist daher nicht zielführend. Auch nicht eine übermäßige Berichterstattung, die sogar noch mehr Reiz erzeugen kann.

Viel eher gilt es, den Kontakt zu halten und eine beständige Ansprechperson zu sein. Eine Vertrauensperson, an die man sich wenden kann, wenn alles schiefläuft, aber auch wenn man etwas Heftiges mitbekommt und nicht weiß, wie man selbst damit umgehen soll. Oft haben Jugendliche durchaus den Impuls, jemandem zu erzählen, was z. B. andere tun und was sie daran schockiert.

Einfach ist diese stürmische Zeit weder für die Jugendlichen, noch für deren Eltern. Aber Sie müssen hier auch nicht alleine durch. 147 Rat auf Draht berät auch Bezugspersonen und hilft mit einem Blick von außen, das Verhalten des eigenen Nachwuchses einzuschätzen bzw. unterstützt mit konkreten Tipps.
 
In diesem Fall zählen besonders Burschen im Alter von 11-16 Jahren zur Risikogruppe. Man kann hier nicht von einem spezifischen Trend sprechen, da es diese „Würgespiele“ bereits seit vielen Jahren gibt.

Hier sind wir Erwachsenen gefordert genau hinzusehen. Was es gar nicht braucht, ist die übermäßige Berichterstattung über Phänomene wie diese. Hier besteht eine klare Gefahr, erst Recht Interesse und Faszination zu erzeugen. Auch das Abtun der Jugendlichen als „extrem und grenzenlos“, ist hier ganz und gar nicht zielführend.

Aus der Gehirnforschung ist bekannt, dass es sehr wachsam zu sein heißt, wenn sich der Nachwuchs im Verhalten verändert, sich immer mehr zurückzieht, vermehrt auf die Privatsphäre im eigenen Zimmer achtet. Äußere Anzeichen der „Ohnmachtsspiele“ können Striemen am Hals sein, rote Punkte im Gesicht (vor allem im Augenbereich). Auch verknotete Schals oder das Nachfragen bezüglich Bewusstlosigkeit können Hinweise sein. 147 Rat auf Draht berät auch Eltern und steht ihnen hilfreich zur Seite.

Dieser Blickwinkel auf vermeintlich einfach „dummes“ Verhalten, kann uns helfen, um bei besonders riskantem Suchen nach Grenzen bzw. nach einer Art Kick hilfreich zur Seite stehen zu können.
 
  • 147 Rat auf Draht berät auch Eltern!


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