Silhouette von einem Kind und einem Mann, umrandet von Nullen und Einsern
CC0 / Pixabay Alexas_Fotos (bearbeitet)

Cyber-Grooming

Von Cyber-Grooming spricht man, wenn sich im Internet Erwachsene sexuell an Kinder heranmachen. Wie Sie mit ihrem Kind Verhaltensregeln besprechen können, erfahren Sie hier.
Die Gefahr sexueller Anmache ist eine der Kehrseiten von sozialen Netzwerken und Chats. Es kann zu unerwünschten Anmachversuchen durch Gleichaltrige, Aufforderungen, Nacktfotos von sich zu schicken bis zum „Grooming“ kommen.

Beim Grooming erschleichen sich (meist männliche) Erwachsene das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel der sexuellen Belästigung bis hin zum sexuellen Missbrauch. Grooming ist seit 1.1.2012 strafbar.

Die Strategien der Täter sind kaum zu durchschauen. Häufig geben sie sich als gleichaltrig aus. Kommt die Wahrheit heraus – etwa, dass hinter einem vermeintlich 14-jährigem ein erwachsener Mann steckt –, wissen viele nicht, was sie tun sollen. Viele Täter reagieren auf Versuche, den Kontakt abzubrechen, mit Erpressung. Jugendliche vertrauen sich oft keinem an, aus Angst vor Vorwürfen (z.B. „Ich habe dir doch gesagt, dass das gefährlich ist.“) und Verboten.

Schutz bieten Aufklärung und klare Regeln:

  • Informieren Sie Ihr Kind, wie einfach es ist, sich im Internet als jemand anderes auszugeben. Vermitteln Sie ein Grundmisstrauen, Personen gegenüber, die nicht auch aus dem realen Leben bekannt sind. Weisen Sie darauf hin, dass verschickte Fotos gefälscht sein können. Hilfreich dabei ist der Test: „Kennst du Grooming-Tricks“ auf der Webpage von 147 Rat auf Draht.
  • Vereinbaren Sie, dass persönliche Daten wie Telefonnummer, Adresse, Urlaubsort und Schulanschrift nicht im Netz bekannt gegeben werden dürfen!
  • Legen Sie fest, dass Treffen mit Internetbekanntschaften ausschließlich an einem öffentlichen Ort stattfinden dürfen, z. B. in einem Café, Kinokomplex. Bestehen Sie darauf, dass sich Ihr Kind nach einer bestimmten Zeit bei Ihnen meldet, um mitzuteilen, ob alles in Ordnung ist. Verbieten Sie solche Treffen nicht generell, sonst werden sie häufig heimlich organisiert – ohne Schutzmöglichkeiten!
  • Wendet sich Ihr Kind nach einer unangenehmen Erfahrung vertrauensvoll an Sie, dann loben Sie es dafür. Machen Sie dem Kind keine Vorwürfe, denn dann scheiden Sie als Ansprechpartner/in zukünftig aus. Überlegen Sie gemeinsam, was weiter geschehen und wie man sich in Zukunft besser schützen kann.
  •  Erste Schritte sollten sein:
    • Groomer/in verbal vertreiben durch Sätze wie; „Was Sie machen ist strafbar, ich habe alles gespeichert.“
    • Beweise sichern, z.B. durch Screenshots.
    • Groomer/in sofort an die Betreiber des Chats, sozialen Netzwerkes melden und für das Kind blockieren.
 
  • 147 Rat auf Draht berät auch Eltern!


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