Jugendlicher beim Schweißen.
CC0/Pixabay mlinderer (bearbeitet)

Entscheidung für die Lehre

Die Entscheidung zwischen weiterführender Schule oder Lehre fällt vielen Jugendlichen nicht leicht. Was kann bei der Entscheidung helfen und wie können Eltern unterstützen?
Der Nachwuchs hat oft ganz andere Vorstellungen von der Zukunft, als möglicherweise die Eltern. Schwierig wird es nicht selten dann, wenn der Jugendliche selbst gar keine Idee hat, was er später einmal machen möchte. Vor allem, weil nach wie vor nach der 8. bzw. spätestens 9. Schulstufe eine ungefähre Vorstellung des beruflichen Weges gefordert wird.

Manchmal wollen Jugendliche einfach nicht mehr in die Schule gehen und eine Lehre beginnen. Eine super Entscheidung, wenn es aufgrund eines bestimmten Berufswunsches geschieht. Viele wollen aber schlicht von der Schule weg und stellen sich den Weg über eine Lehre wesentlich einfacher vor, als er tatsächlich ist.

147 Rat auf Draht war heuer zum Start des Lehrlingsschwerpunktes des Notrufs auf der Berufsinformationsmesse, um direkt mit Auszubildenden, über deren Erfahrungen zu sprechen. Viele haben die Lehre anders erwartet. So haben die Jugendlichen erzählt, dass viele die Lehre abbrechen würden, weil sie körperlich zu anstrengend sei. Auch das Lernen neben dem Arbeiten hat sich für viele als eine große Herausforderung gezeigt, gerade dann, wenn die Berufsschule nicht geblockt, sondern regelmäßig pro Woche stattfindet. Auch die deutlich geringeren Freizeiten stellen eine große Umstellung dar.

Genau diese Erfahrungen können auch Ihrem Nachwuchs bei der Entscheidungsfindung helfen. Organisieren Sie gemeinsam Schnuppertage, besuchen Sie zusammen Berufsinformationsmessen (einige sind auf Lehrausbildungen spezialisiert) und geben Sie ihrem Kind die Möglichkeit, sich mit Lehrlingen zu unterhalten. Denn so kann eine realistische Vorstellung gelingen, die bei einer Entscheidung helfen kann. Denn die aktuelle Situation in der Schule mit einer Traumvorstellung vergleichen zu lassen, ist wenig sinnvoll.

Hilfreich können auch Berufsinformationsvideos sein, wie z.B. bei berufskunde.com oder whatchado.com.

Aus den ersten Erfahrungen des Lehrlingsschwerpunktes ist auch ein Test entstanden, der Jugendlichen bei der Entscheidungsfindung Schule oder Lehre unterstützen kann:
 
 

Wann und wie bewerben?



Als wir uns für unseren Ausbildungsweg entscheiden mussten, lief alles noch etwas anders ab, als heute. So ist die optimale Zeit zur Bewerbung für eine Lehrstelle bereits kurz nach Beginn des Schuljahres im November. Schon jetzt ist also der Moment, um sich Gedanken über die Bewerbung zu machen. Denn auch hier hat sich viel getan. Meist sind Online Bewerbungen gefragt, die per Mail geschickt werden oder es gibt sogar vorgefertigte Bewerbungstools auf den Webseiten der jeweiligen Firmen.

Über aktuelle Trends bei Bewerbungen können Sie sich gemeinsam im Internet informieren, etwa beim interaktiven Bewerbungsportal des AMS, oder in den österreichweiten Berufsinformationszentren.

Eine Herausforderung ist es für Jugendliche meist, in der Bewerbung ihre Stärken herauszuarbeiten. Sie melden oftmals zurück, nichts zu können. Dabei machen sie in ihrer Freizeit unglaublich viel, das sich auch in einer Bewerbung gut anführen lässt. Z.B. wenn Jugendliche einen Blog führen, Videos drehen, sich um ältere Familienmitglieder kümmern oder verschiedene Fremdsprachen sprechen. Unterstützen Sie beim Finden der Stärken.

Wo finden?


Zum Finden von Lehrstellen gibt es zusätzlich zu den gängigen Informationsquellen auch Apps (wie z.B. AMS Job App, Hokify Job App, Indeed App, etc.) und Webseiten (u.a. lehrberuf.info) die bei der Suche helfen können.

Andere Vorstellungen

 
Als Elternteil möchte man das Beste für den eigenen Nachwuchs. Doch nicht immer stimmen die eigenen Vorstellungen mit den Wünschen und Träumen der Jugendlichen überein. Doch geht es nicht darum, das eigene Kind einfach glücklich zu sehen? Viele Tipps, einen Traum - manchmal auch aus durchaus nachvollziehbaren Gründen - aufzugeben, führen dazu, dass junge Menschen in Ausbildungen stecken, die ihnen keinen Spaß machen. Völlig unmotiviert quälen sie sich durch Aufgaben, die gar nicht zu ihnen passen. Ist es nicht die Aufgabe von uns Erwachsenen, junge Menschen dabei zu unterstützen, herauszufinden, was sie selbst gut können und auch gerne machen möchten? So können wir ihnen ein Stück unter die Arme greifen, zu einem erfüllten Leben zu finden. Hören Sie aufmerksam zu, wenn der Nachwuchs von seinen Träumen erzählt, helfen Sie mehr Informationen zum Wunschberuf zu finden und die Vorstellung mit der Realität abzugleichen.
 
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