Zwei Burschen sitzen mit ihren Handys auf Stufen.
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Freunde finden

Eltern können einiges dazu beitragen, ihre Kinder quasi fit für Freunde zu machen.
Gemeinsam lachen, Geheimnisse austauschen und irgendwann auch die Sorgen teilen, dazu sind Freunde da. Nicht jedem Kind fällt es gleich leicht, Freundschaften zu knüpfen.

Es braucht gewisse Fähigkeiten, um gut miteinander auszukommen. Füllen Sie den Handwerkzeugkoffer Ihres Kindes von Beginn an mit den Fähigkeiten
 
  •  Konflikte fair lösen zu können,
  •  Zuzuhören,
  •  Geheimnisse zu bewahren
  •  zu teilen und auch
  •  aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Kinder, die zu Hause immer gewinnen, weil sich die Erwachsenen zurück halten, haben es durchaus schwerer. Bestärken sie ihr Kind auch, sich etwas alleine zu trauen. Das kann das Bestellen beim Bäcker sein. So gewinnt der Nachwuchs vertrauen in sich.

Gerade wenn Kinder schüchtern sind, überfordern sie größere Gemeinschaften zu Beginn oft. Dann ist der Kindermaskenball nicht gerade die beste Möglichkeit. Hier kann es förderlicher sein, dem Kind zu ermöglichen, in einer 1:1 Situation sich einem Kind anzunähern, das gleiche Interessen teilt. Gemeinsam lässt sich dann eine Situation mit mehr Kindern leichter meistern.

In der Schule ist vorbestimmt, mit wem man in eine Klasse kommt. Wenn das Kind bestimmte Interessen hat, können Vereine oder Jugendgruppen eine Möglichkeit sein, Gleichaltrige außerhalb der Schule kennenzulernen.

Gerade für Jugendliche sind Freunde eine wichtige Ressource. Unterschätzen Sie nicht die Möglichkeit von Online Freunden. Klar gibt es hier auch Risiken, aber vor allem dann, wenn Verbote einen Austausch unmöglich machen.  Jugendliche, die Unterstützung von ihren Eltern erfahren, gehen ein viel geringeres Risiko ein.

Auch bei Online Spielen, in denen man z.B. in Clans gemeinsam Aufgaben bewältigt, bilden sich Freundschaften. Das Zusammenspielen wird ähnlich erlebt, wie das Treffen zum Sport in einem Verein. Man sich oft auch online, um sich über Probleme auszutauschen. Eltern können hier unterstützen, in dem sie z.B. ein Treffen im offline Leben fördern. Etwa bereit sind, das Kind ein Stück zu fahren, wenn der Kontakt etwas weiter weg wohnt oder als Sicherheitsnetz zu fungieren bei einem Treffen im eigenen Ort.

„Du bist nicht die anderen!“ – Kennen Sie diesen Satz? Natürlich gilt es nicht ungefragt, alles zu erlauben, was die anderen Gleichaltrigen dürfen. Doch alles zu verbieten, vielleicht aus Angst, es könne etwas passieren, hilft dem Nachwuchs auch nicht beim Integrieren. Nicht selten ziehen sich Jugendliche dann selbst zurück, weil es ihnen peinlich ist, über die Verbote durch die Eltern zu sprechen. Wenn sie Angst haben, dann überlegen sie gemeinsam, welche Schutzfunktionen sie beruhigen können.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings auch, dass nicht alle Kinder ein gleiches Bedürfnis nach Gemeinschaft haben. Es kann durchaus sein, dass der Kontakt zu Gleichaltrigen im Kindergarten oder Schule für den eigenen Nachwuchs ausreicht und danach eher ein Bedürfnis nach Ruhe vorhanden ist. Es gilt hier zu unterscheiden, ob das Kind sich nach Freundschaften sehnt oder mit der Situation sehr zufrieden ist. Hier können Lehrkräfte hilfreich sein, denn sie können beobachten, ob das Kind in der Schule beispielsweise integriert ist.
 
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