Kind versteckt sich unter Sofakissen.
CC0/Pixabay ambermb (bearbeitet)

Kinder trauern anders

Kinder trauern anders als Erwachsene. Jedes Alter bringt ganz unterschiedliche Vorstellungen, Fragen und Bedürfnisse mit sich.
Kinder zwischen 0 und 2 Jahren begreifen den Tod nicht als endgültig, für sie ist es eine Trennung auf Zeit. So suchen Kinder in diesem Alter häufig nach den Verstorbenen. Der Verlust kann besonders Trennungsängste auslösen, wenn z.B. die Mama einkaufen geht. Hilfreich sind ein geregelter Tagesablauf und liebevolle Zuwendung.

Zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr sind Kinder in der Lage, Zusammenhänge in der Welt zu verstehen. Sie stellen dann die typischen Warum-Fragen. Es ist auch die Zeit des „magischen Denkens“, Realität und Phantasie werden vermischt. Kinder nehmen symbolische Umschreibungen wortwörtlich: Erklärungen, wie „ist eingeschlafen“ oder „wegen einer Krankheit gestorben“ können Ängste schüren, selbst im Schlaf oder durch eine Erkältung zu sterben. Es gilt realistisch zu erklären, was passiert ist, dass z.B. die Krankheit so schwer war, dass auch die Ärzte nicht mehr helfen konnten.

Vor dem Schulalter begreifen Kinder den Tod noch nicht als etwas Endgültiges. Es wird angenommen, dass man aus dem Tod wieder zurückkehren kann. Auch Schuldgefühle sind häufig. Kinder haben Angst, selbst am Tod schuld zu sein, da sie etwa nicht brav gewesen sind. Hier braucht es geduldiges Zuhören und Gespräche.

Ab etwa dem Schulalter verstehen Kinder grundlegende Körperfunktionen und begreifen den Tod als endgültig. Ab dem 12. Lebensjahr ist eine „erwachsene“ Vorstellung vom Tod möglich. Oft sind hier Gleichaltrige in der Trauerbewältigung besonders hilfreich. Durch sie fühlen sich Jugendliche besonders verstanden.

Die Begleitung von Kindern und Jugendlichen erfordert viel Verständnis, das Einlassen auf deren Gefühlswelt und liebevolle Zuwendung. Über Gespräche, Bemerkungen oder Zeichnungen kann es gelingen, herauszufinden, wie das Kind sich den Tod erklärt.

Typisch ist das schnelle Wechseln zwischen verschiedenen Gefühlen. Alle Gefühle müssen hier erlaubt sein. Auch der Tagesablauf sollte beibehalten werden, Kinder sollten weiterhin Freunde treffen und ihren Hobbys nachgehen.

Zeigen Sie Ihre Gefühle. Kinder spüren ohnehin, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie lernen dadurch, dass es okay ist, traurig zu sein und Gefühle zu zeigen.

Ermöglichen Sie dem Nachwuchs, sich zu verabschieden, etwa durch einen Brief oder eine Zeichnung, die dann zum Grab gebracht wird. Auch am Begräbnis sollten Kinder teilhaben können, wenn sie das möchten.
 
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