Traurig über den Tisch lehnendes junges Mädchen.
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Liebeskummer beim Nachwuchs

Der erste Liebeskummer äußert sich bei Jugendlichen sehr unterschiedlich. Wie können Eltern am besten helfen?
Kaum ist man darüber hinweg, dass der eigene Nachwuchs das erste Mal frisch verliebt ist, folgt auch schon die nächste Herausforderung. Erinnern wir uns zurück, wie sich der erste Liebeskummer anfühlt, wenn von einem Moment auf den anderen die eigene Welt zusammenbricht. Jugendliche fühlen sich in dieser Zeit oft von den Eltern unverstanden. Liebeskummer äußert sich sehr unterschiedlich. Manche reagieren aggressiv und gereizt, andere ziehen sich zurück. Doch wie kann man in diesem Gefühlschaos am besten beistehen?

Ernst nehmen – Auch wenn es vielleicht anfangs schwer nachzuvollziehen ist, wie das Ende einer zwei wöchigen Beziehung eine Katastrophe sein kann, ist es wichtig, die Gefühle ernst zu nehmen. Das Lesen eigener Tagebücher kann helfen, sich wieder besser einfühlen zu können.

Eigene Erfahrungen – Ehrliche, authentische Erzählungen vom eigenen ersten Liebeskummer zeigen, dass jeder Mensch ähnliche Gefühle durchlebt und geben eine Perspektive, dass sie auch wieder vorbei gehen.

Floskeln vermeiden – Sprüche wie „Auch andere Mütter haben schöne Söhne“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden.“, sind nicht hilfreich. Sie führen im Gegenteil dazu, dass sich der Nachwuchs nicht ernst genommen fühlt.

Ohne Worte – Es braucht nicht immer Worte, um zu zeigen, dass man da ist. Das Gefühl nicht alleine zu sein, in dem einen jemand in den Arm nimmt, wenn man weint oder einem dabei den Kopf streichelt, erleben Jugendliche häufig als hilfreich.

Nachsicht – Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr Kind in dieser Zeit reizbarer oder streitsüchtiger ist, als sonst.

Gesprächsbereitschaft – Bieten Sie ein Gespräch an, akzeptieren Sie aber auch, falls sich Ihr Kind lieber mit Gleichaltrigen austauscht.  Fördern Sie Kontakte zu Freunden in dieser Zeit besonders.

Selbstwert – Viele suchen die Schuld an einem Beziehungsende bei sich. Positive Rückmeldungen helfen dabei, das Selbstbewusstsein wieder aufzubauen, wie z.B. eine „Ich bin stolz auf dich“ SMS. Ermutigen Sie, auszuprobieren, was individuell gut tut, egal ob Reden, Sport oder Musik.

Mitfühlen statt Mitleid – Jugendliche empfinden es als zusätzliche Belastung, wenn Eltern sie bemitleiden. Stattdessen wünschen sie sich ehrliches Verständnis.

Grenze erkennen – Liebeskummer ist eine Ausnahmesituation, die in der Regel gut überstanden wird. Bleibt auffälliges Verhalten allerdings länger als einige Wochen bestehen, dann lohnt es sich, dem Nachwuchs einen Besuch bei einer Beratungsstelle anzubieten.
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