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Sextortion – Erpressung per Video-Chat

In Video-Chats fordern attraktive Damen zu sexuellen Handlungen auf. Das Ziel: Erpressung von Geld
„Lass uns doch auf Skype wechseln.“ Diese Aufforderung kann fatale Folgen haben. Viele lassen sich zur Zeit auf einen vermeintlichen Flirt mit attraktiven Frauen im Internet ein. Der Beginn ist häufig in sozialen Netzwerken wie Facebook oder WhatsApp, aber auch in Dating Apps bzw. Spiele-Netzwerken.

Schnell wird meist vorgeschlagen auf einen Video-Chat Kanal wie Skype zu wechseln. Dort posiert das Gegenüber lasziv und beginnt sich auszuziehen. Die UserInnen werden aufgefordert, mitzumachen, sich ebenfalls auszuziehen bzw. sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Viele kommen dem nach.

Am Ende des Chats wird meist ein Link geschickt, zu einem Video von einem selbst, das oft schon auf einer Video Plattform wie YouTube eingebettet ist. Es wird gedroht, das Video zu veröffentlichen oder auch an alle Facebook Freunde zu senden, wenn nicht ein bestimmter Geldbetrag (rund 50 - 500 Euro) bis zu einem gewissen Zeitpunkt überwiesen wird.

Fälle steigen an!

Seit Beginn des Jahres kursiert diese Betrugs-Masche. Immer noch steigen die Fälle an. Fast täglich melden sich Betroffene beim Notruf „147 Rat auf Draht“, Erwachsene ebenso wie Jugendliche. Die Täter/innen nutzen die Scham und Angst der Opfer als Druckmittel, viele können nicht verstehen, wie sie darauf herein fallen konnten. Doch die BetrügerInnen wissen genau, wie sie Personen in ihre Falle locken können.

Nicht nur Männer betroffen!

Zunächst wurden ausschließlich männliche Jugendliche und Männer angeschrieben, mittlerweile auch Mädchen und Frauen.
Selbst wenn die Betrugsmasche rasch erkannt wird, schützt das nicht zu 100 %. Wird die eigene WebCam nur kurz aktiviert und der Video-Chat sofort wieder beendet, wird dieses eine Bild manchmal ebenso verwendet. Zu diesem Bild wird eine Person montiert, die sich selbst befriedigt.

In die Falle getappt – was tun?


  • Sichern Sie Beweise durch Screenshots.
  • Brechen Sie den Kontakt ab: Blockieren Sie die Person und melden Sie sie beim Seitenbetreiber.
  • Überweisen Sie kein Geld! Das Bezahlen schützt nicht vor einer Veröffentlichung, oft wird danach noch mehr Geld gefordert.
  • Überlegen Sie eine Anzeige bei der Polizei. Nur so können Erpresserbanden verfolgt werden.
  • Legen Sie einen Google Alert an: So werden Sie über Veröffentlichungen von Videos&Fotos informiert, die mit ihrem Namen  versehen sind.

 


  • 147 Rat auf Draht berät auch Eltern!


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