Junge Menschen bei einem Musikkonzert.
CC0 / Pixabay niekverlaan (bearbeitet)

Tipps zum Ausgehen

Wie Sie mit Jugendlichen über die Rahmenbedingungen von Ausgehen reden können und sie auf eventuelle Notfälle vorbereiten können, erfahren Sie hier.
Bei Verhandlungen rund ums Weggehen sind vor allem Gelassenheit, Ehrlichkeit und Verhandlungsbereitschaft gefordert. Denn auch wenn der Nachwuchs es gut zu verstecken weiß, braucht er klare Regeln. Diese können durchaus eine Entlastung sein, wenn der Freundeskreis Druck ausübt.

Vereinbaren Sie, wann der Nachwuchs zu Hause sein muss. Dabei gibt es auch einen gesetzlichen Rahmen durch die Jugendschutzgesetze und ihre Aufsichtspflicht. Die erlaubten Ausgehzeiten variieren je nach Alter und Bundesland. Es gilt immer das Jugendschutzgesetz des Bundeslandes, in dem der Jugendliche unterwegs ist, unabhängig vom Wohnort! Lebt der Jugendliche in Niederösterreich und geht aber in Oberösterreich weg, so gilt das oberösterreichische Jugendschutzgesetz. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für jedes Bundesland finden Sie hier:

 
 


Ein Weggehen über den gesetzlichen Rahmen hinaus, dürfen Sie nicht erlauben, außer mit einer erwachsenen Begleitperson, z.B. einem Cousin über 18. Gibt es einen triftigen Grund für einen späteren Heimweg, z.B. ein Konzert, so dürfen Sie dies erlauben. Ihr Kind sollte dann, für eine allfällige Kontrolle, die Konzertkarte dabei haben. Ein früheres Zu-Hause-Sein dürfen Sie vom Gesetz her festlegen.
Basis der Verhandlungen sollte immer ein Vertrauensverhältnis sein. So lange die Regeln vom Nachwuchs eingehalten werden, können sie auch gemeinsam ausgehandelt werden.  Sie können z.B. vereinbaren, dass Sie immer folgendes wissen wollen:

Wohin gehst du?
Wie kommst du dorthin?
Mit wem triffst du dich?
Wann und wie kommst du nach Hause?

Besprechen Sie ganz konkret, wie der Nachhauseweg aussehen darf. Sagen Sie ehrlich, warum Ihnen das wichtig ist. Jugendliche über Risiken aufzuklären, ist per se schwierig, da sie erwachsen sein und ihre Entscheidungen selbst treffen wollen. Ratschläge werden schnell als Bevormundung erlebt. Doch gibt es Themen, die man nicht unerwähnt lassen sollte. Es geht darum, einen Mittelweg zu finden, keine Panik zu machen, sondern Fakten und Tipps zur Verfügung zu stellen.

Machen Sie deutlich, dass Sie im Notfall immer angerufen werden können, z. B. wenn die Rückfahrmöglichkeit nicht mehr vorhanden ist (z.B. die letzte U-Bahn verpasst wurde). So überlegt der Nachwuchs in Krisensituationen nicht lange und traut sich eher, Hilfe zu holen.
Sprechen Sie darüber, wie man eine Alkoholvergiftung erkennt und wann sofort der Notarzt verständigt werden muss.

Thematisieren Sie K.O.Tropfen. Auch in Österreich gibt es immer wieder derartige Fälle. Leiten Sie Ihr Kind an, Getränke, sowohl die eigenen als auch die der Freunde, immer im Blick zu haben. Bei Einladungen, Getränke nur dann annehmen, wenn man selbst sieht, wie sie eingeschenkt werden.
Auch auf gegenseitige Achtsamkeit sollten sie pochen, damit Freunde nicht alleine gelassen werden, wenn sie plötzlich enthemmt sind oder ihnen schlecht wird.

 
 


  • 147 Rat auf Draht berät auch Eltern!


    PsychologInnen beantworten Ihre Fragen und beraten Sie bei Problemen. Rund um die Uhr, anonym und ohne Vorwahl zum Nulltarif aus ganz Österreich.