Wartezimmer
CC0 / Pixabay DanielCubas (bearbeitet)

Was passiert beim Frauenarzt/bei der Frauenärztin?

Vor dem ersten Besuch beim Frauenarzt/bei der Frauenärztin (auch Gynäkologe/Gynäkologin genannt) fragen sich viele Mädchen, was dieser/diese macht und wann ein Besuch beim Gynäkologen/der Gynäkologin nötig ist. Hier findet ihr Antworten.
 

Wann gehe ich zum Frauenarzt?

Lange hieß es, ein Mädchen solle zum Gynäkologen/zur Gynäkologin gehen, wenn es seine erste Regel hat. Dies ist aber nicht nötig.

 

Zum Frauenarzt/zur Frauenärztin brauchst du erst dann zu gehen, wenn die Regel sehr unregelmäßig auftritt, du oft Zwischenblutungen (= Blutungen während der sonst menstruationsfreien Tage) oder Schmerzen während deiner Tage hast. Ebenso sollten Unterleibsschmerzen, Juckreiz oder Brennen im Genitalbereich und übel riechender Ausfluss vom Arzt/von der Ärztin untersucht werden.

Als Grundregel gilt, dass man so ab dem 16. Lebensjahr regelmäßig zum Frauenarzt/zur Frauenärztin gehen sollte. Davor, wann immer du ein Anliegen hast.

 


Auch in Sachen Verhütung ist der Gynäkologe/die Gynäkologin ein vertrauensvoller und kompetenter Berater.

 
 

Hast du bereits Geschlechtsverkehr, ist es sinnvoll, sich regelmäßig (alle 6-12 Monate) vom Frauenarzt/der Frauenärztin durchchecken zu lassen, um unter anderem mögliche Geschlechtskrankheiten auszuschließen.

 

Bist du schwanger, ist der Besuch beim Frauenarzt/der Frauenärztin besonders wichtig, da er/sie die nötigen Untersuchungen durchführt und dich durch die Schwangerschaft begleitet.

 

Was passiert im Behandlungszimmer?

Die meisten Ärzte/Ärztinnen legen beim Erstbesuch eine Kartei ihrer Patientin an. Dabei fragen sie dich eventuell nach Allergien, Krankheiten, deiner Regel oder Operationen.

Danach besprichst du mit dem Gynäkologen/der Gynäkologin den Grund deines Besuchs.

 

Wenn du beim ersten Besuch beim Frauenarzt/der Frauenärztin noch nicht untersucht werden möchtest, kannst du auch sagen, dass du dir erst einmal alles ansehen möchtest! Du kannst nicht zu einer Untersuchung gezwungen werden. Allerdings sollte eine Untersuchung aufgrund deines Anliegens nötig sein, solltest du vor Ort noch einmal überlegen, ob du die Untersuchung nicht vielleicht doch machen lässt.

Es gibt auch spezielle Ambulanzen, sogenannte First Love Ambulanzen, die extra für junge Mädchen eingerichtet sind. Die Ärzte/Ärztinnen dort sind besonders behutsam und geben viele Informationen. Meist kannst du dich dort sogar ohne E-Card untersuchen lassen. First Love Ambulanzen in deiner Nähe findest du hier:

 
 


Die österreichischen Frauenärzte/Frauenärztinnen bieten auch spezielle Mädchensprechstunden an. Infos dazu findest du hier:

 
 

Vor der Untersuchung zieht man hinter einem Vorhang oder in einer Kabine Unterhose und Hose oder Rock aus. Das Oberteil kannst du anlassen.

 


Du kannst z. B. ein besonders langes T-Shirt anziehen, das hilft oft, sich nicht so nackt zu fühlen.

 

Die Untersuchung

Viele kennen den berühmten Stuhl des Frauenarztes/der Frauenärztin. Man sitzt, oder liegt schon fast, auf einem gepolsterten Stuhl und legt die Unterschenkel bzw. Fersen in zwei dafür vorgesehene Vorrichtungen, so dass der Arzt die Vagina (= Scheide) untersuchen kann.

 

Der Arzt/die Ärztin führt ein oft vorgewärmtes, etwa zweifingerbreites, medizinisches Metallbesteck in die Vagina ein und dehnt sie ein wenig. So kann er/sie mit einem etwas längeren Wattestäbchen Proben der Schleimhaut und des Scheidensekrets entnehmen. Anhand dieser kann der Frauenarzt/die Frauenärztin feststellen, ob eine Krankheit (wie zum Beispiel eine Pilzerkrankung) vorliegt.

 

Um die Eierstöcke abzutasten, zieht der Frauenarzt/die Frauenärztin einen Handschuh über und tastet mit einem oder zwei Fingern die Vagina ab. Die zweite Hand legt er/sie auf den Bauch und tastet mit beiden Händen die Eierstöcke ab.

 

Einige Ärzte/Ärztinnen verwenden auch ein Ultraschallgerät, um die Eierstöcke zu kontrollieren.

 

Nach der Untersuchung

Ist die Untersuchung abgeschlossen, kannst du dich wieder anziehen. Wenn der Arzt/die Ärztin, um Brustkrebs auszuschließen, deine Brust abtasten möchte, kannst du in der Kabine dafür den Oberkörper frei machen.

Falls nötig oder wenn du ein Verhütungsmittel möchtest, stellt er/sie dir ein Rezept aus und erklärt dir die Behandlung/Anwendung.

 
Terminkalender mit Arzttermin.
Foto © berwis / PIXELIO

Angst vor der Untersuchung?

Die Untersuchung beim Frauenarzt/der Frauenärztin ist nichts, wovor du dich fürchten musst! Klar, ist es am Anfang komisch, wenn einem jemand in seinem intimsten Bereich berührt. Jedoch geht die Untersuchung rasch vorbei und tut auch nicht weh!!

 

Gut zu wissen

  • Ein Frauenarzt/eine Frauenärztin hat keine sexuellen Gedanken, wenn er/sie eine Patientin nackt sieht. Er/sie sieht täglich viele nackte Frauen und nimmt sie ausschließlich als seine/ihre Patientinnen, die er/sie untersucht, wahr.
  • Untersuchen darf dich der Gynäkologe/die Gynäkologin nur, wenn auch du damit einverstanden bist. Du kannst immer sagen, wenn dir eine Untersuchung unangenehm ist oder du sie nicht durchführen lassen möchtest.
  • Bist du bereits 14 Jahre alt, hat der Frauenarzt/die Frauenärztin Schweigepflicht gegenüber deinen Eltern. Das bedeutet, dass er/sie ihnen nicht mitteilen darf, was du ihm/ihr anvertraut hast oder was die Untersuchung ergeben hat.
 
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