Verstörtes Mädchen das aussieht wie eine Puppe
CC0 / Pixabay geralt (bearbeitet)

Sexueller Missbrauch: was, wer, wie

Sexueller Missbrauch ist eine Form von Gewalt und vom Gesetz her verboten. Informiere dich zu diesem Thema, denn: Information ist immer auch eine Form von Schutz!

Definition

Beim sexuellen Missbrauch missachtet der Täter oder die Täterin die Grenzen einer Person. Dabei wird das Opfer zu sexuellen Handlungen überredet oder gezwungen bzw. zum Dabeisein gezwungen. Sexueller Missbrauch geschieht nie unabsichtlich!

Erwachsene Täter/Täterinnen nützen bei jugendlichen Opfern oft die ungleichen Machtverhältnisse aus, um deren sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen.

 

Die massivste Form von sexuellem Missbrauch ist die Vergewaltigung (erzwungener Geschlechtsverkehr). Sexueller Missbrauch beginnt aber schon viel früher. Entscheidend ist dabei das Gefühl des Betroffenen.

 

Was du nicht willst, ist nicht ok

Alles, was der Betroffene nicht möchte, ist auch nicht in Ordnung. Das beginnt bei Blicken, die sich komisch anfühlen oder auch scheinbar zufälligen Berührungen. Also wenn sich jemand so bei dir vorbeibewegt, dass er dich streifen muss.

Vertraue auf deine Gefühle, sie sagen dir ganz genau, was okay ist und was nicht mehr in Ordnung ist, weil du es nicht möchtest. Auch wenn du zuvor in Berührungen eingewilligt hast, muss der andere sofort aufhören, wenn du es dir anders überlegt hast!

 

Wer sind die Täter oder Täterinnen?

Die große Mehrheit der Täter sind männlich. Es gibt aber auch Frauen, die sexuell missbrauchen. Die Täter sind nicht durch irgendwelche Auffälligkeiten erkennbar. Sie zeigen keine eindeutigen Persönlichkeitsmerkmale und kommen auch nicht aus einer bestimmen sozialen Schicht.

 

Sexuelle Ausbeutung

Oft denkt man bei sexueller Ausbeutung an einen unbekannten Fremden, der dem Opfer auflauert. Die meisten Betroffenen kennen den Täter allerdings persönlich und stehen in einem Vertrauensverhältnis zu ihm. Z. B. Vater, Onkel, Lehrer.

Junge Frauen erleben manchmal auch sexuelle Ausbeutung durch ihren festen Freund oder durch junge Männer, mit denen sie ausgehen oder die sie beim Weggehen kennen gelernt haben.

Die Nähe zum Täter belastet die Betroffenen besonders, denn sie geraten häufig in einen Loyalitätskonflikt, eine Art "Gefühlschaos", zu einer Person, der sie eigentlich vertraut haben. Und diese Personen nutzen leider häufig gerade dieses Vertrauen aus. Denn dann ist man zwischen verschiedenen Gefühlen hin und hergerissen, die Grenzen zwischen "gut" und "böse", "lieb" und "nicht lieb" verschwimmen. Das ist auch völlig normal! Doch gerade dieses "Durcheinander der Gefühle" macht es einem oft noch schwerer, sich Hilfe zu holen.

 

Absolut verboten

Alle Formen sexuellen Missbrauchs sind vom Gesetz her absolut verboten. Das gilt für alle Personen, auch für die, die du sehr gut kennst und vielleicht auch sehr lieb hast.

Betroffene trauen sich häufig nicht mit jemandem darüber zu sprechen, da ihnen von den Tätern/Täterinnen bewusst Angst gemacht wird. Das ist deshalb so, weil die Täter und Täterinnen ganz genau wissen, dass das, was sie tun, verboten ist und sie bestraft werden, wenn es jemand erfährt. Trau dich und brich dein Schweigen!

 

Gefühle erkennen und verteidigen

Es gibt einige Verhaltensweisen, die dir helfen, dich vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Sie helfen dir, sexuelle Übergriffe besser zu erkennen und dich somit besser schützen zu können.

Wichtig ist, dass du deine eigenen Gefühle, Wünsche und Grenzen kennst, sie ernst nimmst und dich auch traust, sie zu verteidigen.

 

Das kannst du selbst tun

  • Dein Körper ist einzigartig und gehört alleine dir. Nur du entscheidest wie, wann, wo und von wem du berührt werden möchtest.
    Wenn du etwas nicht willst, darfst du das auch sagen. Du hast ein Recht darauf, dass deine Grenzen respektiert werden. Wenn jemand sie missachtet, darfst du dich wehren, so fest du kannst. Das gilt sowohl bei Fremden als auch bzw. ganz besonders bei für dich sehr vertrauten Personen!
  • Vertraue auf deine Gefühle. Unangenehme Gefühle sagen dir, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Wenn dir Berührungen, Küsse oder auch Blicke unangenehm sind, sag, dass du das nicht willst. Du darfst jederzeit "Nein" sagen.
    Lass dich nicht mit Geschenken, Versprechen oder gar Drohungen einschüchtern! Sei mutig und bleib auch bei deinem "Nein", wenn du bedroht oder erpresst wirst.
  • Wenn dich etwas bedrückt oder du unangenehme Erlebnisse hast, rede darüber mit jemandem, dem du vertraust (einem Onkel, einer Tante, einer Lehrerin, deiner Oma, deinem Opa, deinen Eltern, Freunden ...). Höre nicht auf zu erzählen, bis dir geholfen wird und bis du unangenehme Situationen nicht länger aushalten musst.
 

Wichtig: Du bist niemals schuld!

An jeder Grenzverletzung ist allein der Täter Schuld, auch wenn er das Gegenteil behaupten sollte. Du kannst nichts dafür, auch wenn du zuerst vielleicht zu einem Kontakt eingewilligt hast, auch wenn es dir vielleicht am Anfang gefallen hat und auch wenn du dich nicht gewehrt hast. Du bist niemals schuld.

 
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