Fokus auf starrende Augen
CC0 / Pixabay David-Karich (bearbeitet)

Kettenbriefe - ist was dran?

Immer wieder wird man mit Kettenbriefen konfrontiert, sei es in Facebook, WhatsApp oder auch per Mail. Mal wird Reichtum und Gesundheit versprochen, gar nicht so selten aber auch mit etwas Negativem gedroht. Was steckt hinter Kettenbriefen?

Kettenbriefe - ein neues Phänomen?

Kettenbriefe werden über soziale Netzwerke, wie Facebook, oder auch über Messenger, wie WhatsApp, verbreitet. Manch einer denkt, dass es Kettenbriefe erst seit kurzem gibt. Weit gefehlt, schon per Post, als es das Internet noch gar nicht gab, tauchten Kettenbriefe auf. Als Mail verschickt, waren sie dann sogar durchaus gefährlich, da sie mitunter mit Viren verseucht waren.

Ganz grundsätzlich handelt es sich bei Kettenbriefen um Briefe, Mails, SMS, private Nachrichten etc., die eine direkte Aufforderung enthalten, den Inhalt weiter zu verteilen. Entweder wird durch das Weiterschicken den SenderInnen Glück, Reichtum etc. versprochen oder aber umgekehrt, bei Unterbrechung der Kette, mit Unheil gedroht.

 

 

Kettenbrief WhatsApp-Facebook

"Liebe Whatsapp Haber wir das facebook Team haben Whatsapp für 16 Millonen € gekauft sie können Whatsapp kostenlos für 5 Jahre haben wenn sie diese SMS an 10 Kontakten verschicken. Wenn sie das nicht machen kann Whatsapp für sie teurer werden (ca. 5 ct pro naricht) viel Glück eurer Facebook Team"

Dieser Kettenbrief, auch in ähnlichen, leicht abgewandelten Varianten, machte beim WhatsApp Kauf durch Facebook die Runde. Viele haben zwar intuitiv sofort das Gefühl, dass das so nicht sein kann. Aber es bleiben doch häufig Restzweifel und die Kettenbriefe werden dann doch "sicherheitshalber" weitergeschickt.

In diesem Fall ist der Kettenbrief sehr schlecht gemacht und voll von Rechtschreibfehlern. Das ist aber nicht immer so.

 

Audiodatei als Kettenbrief

Über WhatsApp können auch Audio-Nachrichten verschickt werden. Nicht lange hat es gedauert und es tauchte auch der erste Kettenbrief in Form einer Audio-Datei auf. Eine Computerstimme forderte auf, die Nachricht in kurzer Zeit an mindestens 20 EmpfängerInnen weiterzuleiten. Folgt man dieser Aufforderung nicht, wird mit der eigenen Ermordung, aber auch der Tötung der Mutter gedroht.

 

Pornovideos als Kette

Auch Pornos können in Kettennachrichten versteckt sein. "Diesen Link kannst du erst öffnen, nachdem du ihn an mindestens 10 Personen gesendet hast." Schickt man den Link wirklich weiter und lässt er sich irgendwann öffnen, dann wird ein pornografisches Video abgespielt, das Sexualität in einer stark verzerrten Art und Weise zeigt.
 

Kettenbriefe machen Angst

Auch wenn man Kettenbriefe erkennt und prinzipiell weiß, dass sie ein Fake sind, so wirken sie häufig trotzdem. Bei uns melden sich immer wieder verunsicherte Jugendliche, die sich Sorgen machen, es könnte doch auch ein Funken Wahrheit dahinter stecken.

 

Spiel mit der Unsicherheit

Manche Kettenbriefe spielen auch ganz gezielt mit der Unsicherheit, in dem sie schon zu Beginn darauf eingehen. Etwa durch Sätze wie diesen: "Bevor du denkst, dass der Kettenbrief nicht stimmt: du liegst falsch. Der Kettenbrief stimmt. Wenn du diesen Kettenbrief nicht an mindestens 20 Kontakte weiter schickst, wirst du mich heute Nacht um Punkt 24 Uhr in deinen Zimmer/in deinen Elterns Zimmer/bei deinen Freunden, je nach dem wo du schläfst bzw. schlafen wirst, finden. Ich werde in einer Ecke stehen, und dich die ganze Nacht lang beobachten. Ich sehe schrecklich gruselig aus, du wirst fast Herzinfarkt bekommen…."

Es werden dann nicht selten auch Beispiele angeführt von scheinbar tatsächlichen Opfern, z. B. in diesem Stil: "...Also rate ich dir dringend, diesen Kettenbrief weiter zu schicken!!!
Du glaubst mir nicht?
- Jana (13) wurde am 16.12.13 hart umgebracht, weil sie die Kettenbriefe nicht beachtet hatte. Sie dachte nur ”Ach, was ein langer Kettenbrief, stimmt eh nicht und werde ich sowieso nicht durchlesen.” und sie schlief friedlich um 22:00 Uhr ein. Um 23:58 am nächsten Tag fand man ihre noch blutige Leiche in ihrem Bett auf."

 

 

Reaktion auf Kettenbriefe

Manche Kettenbriefe sind durchaus noch humorvoll, zunehmend werden sie aber dafür eingesetzt, um LeserInnen in Panik zu versetzen. Wie soll man sich verhalten, wenn man einen Kettenbrief bekommt? Kann nicht doch einmal etwas dran sein? Es passiert ja nichts, wenn man den Kettenbrief weiterschickt, oder? Fragen über Fragen. Wir haben Antworten für euch:

 

Kettenbrief - was tun?

 

  • Schicke die Kettenbriefe nicht weiter. Vor allem dann nicht, wenn du sie schon selbst als unangenehm erlebst.
  • Ein Nicht-Verbreiten hat definitiv keine negativen Folgen!! Denn Kettenbriefe sind immer Falschnachrichten, so genannte Hoaxes. Also eine Falschnachricht, die bewusst in Umlauf gebracht wurde.
  • Schickst du einen Kettenbrief weiter, trägt das möglicherweise dazu bei, dass auch andere unsicher werden oder Angst bekommen.
  • Je schneller sich jemand traut und je mehr sich trauen, die Kette zu unterbrechen, umso eher kann ein nerviger Kettenbrief gestoppt werden.
  • Gib den Text des Kettenbriefes - zumindest zu einem Teil - in einer Suchmaschine, wie z. B. Google ein. So kann man die Falschmeldungen häufig schnell entlarven, da Seiten wie Watchlist Internet oder Mimikama sehr schnell über aktuelle Kettenbriefe und Hoaxes informieren.

Auch bei uns könnt ihr jederzeit nachfragen, ob eine bestimmte Nachricht ein Hoax ist oder nicht! Auf unserer Facebook Seite und in unserem WhatsApp Broadcast informieren wir regelmäßig über aktuelle Falschmeldungen, die vor allem Jugendliche betreffen.

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