Hand mit Geldscheinen und der Schriftzug YouTube.
CC0 / Pixabay (bearbeitet)

Mit YouTube Geld verdienen

Immer mehr junge VideobloggerInnen verdienen auf YouTube Geld mit ihren Videos. Wir haben ein paar Infos zusammengestellt, wie das funktioniert und was man bedenken sollte.

Wahrscheinlich hast du schon das eine oder andere YouTube-Video von ihnen gesehen oder zumindest von ihnen gehört. Dagi Bee, Gronkh, Sami Slimani, YTITTY, BibisBeautyPalace oder KsFreak nennen sich einige der jungen deutschen und österreichischen VloggerInnen (VideobloggerInnen), die es geschafft haben, mit ihren Videos auf YouTube erfolgreich Geld zu verdienen. Sie tun das z. B., indem sie Beauty- und Lifestyletipps geben, Parodien oder humorvolle Challenges gestalten oder sich selbst beim Zocken aufnehmen und das kommentieren.

Hier ein Beispiel auf YouTube: DagiBee und JulienBam parodieren Probleme mit Geschwistern:


Wie lässt sich mit YouTube-Videos Geld verdienen?


Dazu braucht es zuerst einmal einen eigenen YouTube-Account, auf den die selbst produzierten Videos hochgeladen werden können. Unter Einstellungen kann man den eigenen YouTube-Account zur Monetarisierung (das bedeutet, aus einer Sache finanziellen Nutzen zu ziehen) freigeben. Dann muss man sich bei AdSense (das ist ein Onlinedienst von Google, mit dem Websites, Videos etc. vermarktet werden können) anmelden und das AdSense-Konto mit dem YouTube-Account verknüpfen. Um sich bei AdSense anmelden zu können, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Wenn du noch jünger bist, gibt es die Möglichkeit, dass sich deine Eltern mit ihrem Namen ein AdSense-Konto erstellen.
 

Durch die Freigabe des YouTube-Kanals zur Monetarisierung, erlaubt man Unternehmen Werbeanzeigen (z. B. Bannerwerbung) in den Videos oder der Kanalseite zu schalten. Dafür zahlen die werbenden Unternehmen Geld an Google und Google zahlt wiederum einen Teil dieser Einnahmen an die AdSense Partner aus.

Wie viel lässt sich verdienen?


Die Höhe des Verdienstes hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Hauptsächlich von der Zahl der Videoaufrufe und Anzahl der AbonnentInnen, aber z. B. auch davon, ob Seher die Bannerlinks zu den Seiten der Werber klicken oder sich Werbevideos einige Zeit lang ansehen. Einige der VideobloggerInnen verdienen auch zusätzliches Geld mit Produktplatzierungen (dabei ist mehr oder weniger auffällig ein Markenprodukt im Video zu sehen) oder eigens hergestellten Fanartikeln, wie z. B. T-Shirts. Am Anfang verdient man weniger, mit steigender Abonnentenzahl oder guten Vermarktungsstrategien kann mehr daraus werden. Die Schätzungen liegen bei 0,25 – 5 Euro Verdienst pro 1000 Seitenaufrufe. Sobald man 70 Euro verdient hat, bekommt man dann das Geld tatsächlich ausbezahlt.

 

Auf der Internetseite socialblade.com werden die Top-YouTube-Kanäle (auch nach Ländern) und Schätzungen zu deren Einnahmen aufgelistet.


Angenehmer Nebenverdienst oder doch viel Arbeit?


Im ersten Moment sieht alles recht leicht aus: Ein bisschen reden während man zockt, seine Vorstellungen von Styling und Mode unter die Leute bringen oder sich mit seinen Freunden aufnehmen, während man Spaß hat. Sieht man genauer hin, steckt allerdings mehr Arbeit dahinter.

 

Regelmäßigkeit kann Druck machen

 

Die Chancen auf Verdienst steigen, wenn man mehrere Videos hat, die bei den Sehern gut ankommen. Vielleicht kannst du dir vorstellen, dass sich daraus ein gewisser Druck ergeben kann, regelmäßig Videos zu erstellen, damit man seine AbonnentInnen bei Laune hält. Eventuell hat man das Gefühl, neue Ideen für Videos finden zu müssen oder spaßig sein zu müssen, obwohl einem gar nicht danach ist.


 

  • Wenn du mit Videos auf YouTube Geld verdienen möchtest, könntest du dir vorher überlegen, wie viel Zeit du dafür maximal verwenden willst. So ersparst du dir unnötigen Stress und hast noch Zeit für Freunde/Freundinnen, andere Freizeitaktivitäten und Ausbildung.

 

Planung, Regie und Videoschnitt


Auf Dauer reicht es meistens nicht einfach loszulegen, wenn man Videos von guter Qualität herstellen will. Auch die Planung, Durchführung und Nachbearbeitung erfordern Zeit. Man muss sich z. B. mit folgenden Dingen auseinandersetzen:


  • Worum soll es gehen? Wie soll der Ablauf ungefähr sein?
  • Wo wird aufgenommen? Was soll zu sehen sein?
  • Wie sind die Lichtverhältnisse?
  • Sind die Videos verwackelt?
  • Reicht eine Aufnahme oder braucht es mehrere?
  • Welche Videoschnitt-Software verwende ich?
  • Welche Szenen lasse ich – welche schneide ich weg?
  • Gibt es Einblendungen oder Musikuntermalung?
  • Deutsche oder englische Sprache?

Bekanntmachung erfordert auch Zeit
 

Ist das Video dann fertig, stellt sich die Frage wie man es bekannt machen kann und an seine Seher kommt.

Das kann man z. B. durch ansprechende Titel und passende Tags erreichen. Auch soziale Netzwerke, andere Internetseiten oder Foren eignen sich, um auf sein Video aufmerksam zu machen. Auf Fragen und Kommentare der Seher, empfiehlt es sich, zu antworten.

 

Manche der erfolgreichen YouTuber haben sich dazu zu Netzwerken oder Plattformen zusammengeschlossen, um sich besser vermarkten zu können. Andere erfolgreiche YouTube-VloggerInnen arbeiten mit professionellen Medienagenturen zusammen, die sie bei der Produktion und Bekanntmachung der Videos gegen Bezahlung unterstützen.

Rechtliche Probleme vermeiden!

Urheberrechte

 

Bilder, Videos oder Musik, die nicht von dir selbst stammen, sondern die du aus dem Internet oder anderen Quellen hast, sind meistens mit einem Copyright geschützt. Das heißt, du darfst sie (bzw. auch Teile davon) nicht einfach für deine eigenen Videos verwenden. Du riskierst sonst, eine meist recht teure Strafe dafür bezahlen zu müssen. Eine Ausnahme sind Inhalte, die unter Creative Common Lizenz zur Verfügung gestellt werden. Bei denen ist eine Verwendung, unter gewissen Rahmenbedingungen, erlaubt. Manche Kanalbetreiber, die fremdes Material verwenden, führen deshalb gleich unter dem Video an, woher sie die Bilder etc. beziehen und ob ihnen das gestattet wurde.

 

Wenn du Videos vom Spielezocken aufnimmst und diese ins Internet stellst, unterliegen die Spiele ebenfalls in der Regel Urheberrechten. Lies in jedem Fall in den Nutzungsbedingungen des Spieleherstellers nach, ob er das erlaubt. Falls dort nichts zu finden ist, empfiehlt es sich, eine schriftliche Anfrage beim Gamehersteller einzuholen. Auf Grund der Urheberrechte gibt Google z. B. auch nur Videos vom Zocken zur Monetarisierung frei, wenn man ihnen bestätigt hat, dass der Spielehersteller eine derartige Nutzung erlaubt.

 

Steuerpflicht


Das Geld aus der Monetarisierung von YouTube-Videos sind Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit. Ab einer gewissen Höhe der Einkünfte, muss man dafür Steuer zahlen.

 

Deine Privatsphäre


Sobald du dich in Videos auf YouTube präsentierst, wirst du zu einer öffentlichen Person. Du gibst damit viel Preis - über dich, deine Art oder deine Meinungen - an Personen, die du nicht kennst. Vergiss nicht, dass es im Netz nicht nur freundliche Menschen gibt, sondern z. B. auch MobberInnen, Trolle, Stalker_innen oder sexuell belästigende Personen. Es lohnt sich, keine Hinweise auf Wohnort, echte Namen oder geplante Freizeitaktivitäten zu veröffentlichen. Was im Extremfall passieren kann, zeigt ein Beispiel aus Deutschland. Der Blogger von momonews hatte auf Facebook gepostet, wo er einkaufen gehen wolle. Es kamen dann so viele Fans zur genannten Einkaufsstraße, dass er Polizeischutz brauchte, um da wieder weg zu kommen.
 

 

Überlege dir gut, wie viel du von deiner Privatsphäre aufgeben möchtest:
 

  • Willst du noch ungestört Shoppen, ins Kino, auf Partys oder ins Schwimmbad gehen können, ohne dass du vielleicht auf deine Videos angesprochen wirst?
  • Kannst du gut damit umgehen, wenn du in den Kommentaren kritisiert wirst oder unangenehme Postings kommen?
  • Glaubst du, du könntest auch noch in 5 oder 10 Jahren zu deinen Videos stehen? Was könnte dein zukünftiger Arbeitgeber für einen Eindruck von dir gewinnen?
  • Veröffentlichte Videos können für immer im Netz bleiben, selbst wenn du deines löschst. Jemand anderer könnte dein Urheberrecht verletzen, es kopieren und an anderer Stelle veröffentlichen.

 

 

 


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