Fokus auf lächelndes Mädchen. Darüber Schriftzug: Express Yourself
Foto Screenshot YouNow

YouNow

Jeder kann mittlerweile streamen oder anderen dabei zusehen, einige nützen dazu die Plattform YouNow. Für viele eine nette neue Möglichkeit des Internets. Was genau YouNow ist, ob kurzer Fame (wirklich) alles ist und was es darüber zu wissen gilt, findest du hier.

Was ist YouNow?

YouNow hat das Motto "Express yourself", also "stell dich dar". Auf der Plattform ist genau das auch möglich, da man ganz einfach von sich selbst Live-Videostreams veröffentlichen kann. Du kannst damit also live senden und nicht so wie bei YouTube zuerst ein Video anfertigen und es dann hochladen. So wirst du schnell selbst zum/zur BroadcasterIn.

Andere UserInnen können dann auch direkt live kommentieren und Fragen stellen. Auch das Vergeben von Likes ist möglich. Um sich Live-Streams anderer auf der Seite anschauen zu können, braucht man sich nicht einmal registrieren. Das ist erst dann Voraussetzung, wenn du auch kommentieren oder selbst senden möchtest. Das bedeutet allerdings auch, dass man nicht sehen kann, wer einem gerade zuschaut.

 

Wie registrieren?

Laut den AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) darf man sich ab 13 registrieren. Dazu braucht man einen Facebook, Google+ oder Twitter Account. Sobald man angemeldet ist, kann man selbst Videos streamen, mit anderen UserInnen chatten, Emojis verschicken und Fragen an Personen stellen, die gerade live streamen. Wer möchte, kann auch ein eigenes Profil erstellen.

 

Wie läuft das auf YouNow?

Sieht man sich ein Video auf YouNow von jemandem an, der gerade live streamt, so ist daneben immer auch ein Chat-Fenster sichtbar. Dabei kann jeder mitlesen, was UserInnen zu dem Video sagen, aber auch welche Fragen gestellt werden.

YouNow NutzerInnen können selbst Fragen stellen und auch "Geschenke" z. B. in Form von Emojis schicken. Auch das Versenden von privaten Nachrichten ist möglich. Dazu einfach den/die UserIn anklicken und "Message" wählen.

Gleichzeitig bekommt man auch immer eine Liste mit BroadcasterInnen zum selben Hashtag, als der den man gerade verfolgt, angezeigt. Auch eine Liste der beliebtesten YouNow-NutzerInnen und der beliebtesten #Hashtags wird dargestellt.

YouNow ist sowohl über Laptop bzw. Computer zu nützen, aber auch als App am Smartphone bzw. Tablet.

 
 

Ist alles super?

Wenn man ein Video dreht, es sich danach ansieht und erst dann hoch lädt, vergeht viel Zeit, in der man auch für sich überlegt, was man über sich verraten möchte und was nicht. Was man in der einen Minute cool und witzig findet oder im Zorn von sich gibt, findet man oft am nächsten Tag schon nicht mehr ganz so passend.

Wenn alles live ist, geht alles auch direkt ins Netz. Alles was man macht und sagt, kann man nicht mehr zurücknehmen. Auch wenn man das einige Minuten oder Tage später gerne tun würde. Dabei landen durchaus Infos im Netz, die dort vielleicht nichts verloren haben. Warum? Weil viele Dinge über sich verraten, die sie direkt mit ihrem offline Leben verbinden. Also Name, Adresse, Schule, etc. Viele denken, dass nur andere Jugendliche die Streams verfolgen. Doch leider ist das nicht ganz so. YouNow wird auch von Erwachsenen genützt, die bewusst versuchen, Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Deren Ziel ist nicht selten auch die sexuelle Belästigung von Jugendlichen.

 

 

Sexuelle Belästigung bei YouNow

Es dauert meist nicht lange, bis "komische", mehr oder weniger eindeutig sexuelle Fragen im Chat an den Broadcaster / die Broadcasterin gestellt werden. Bei unserem Streifzug durch YouNow sind wir beispielsweise auf folgende Fragen innerhalb kurzer Zeit gestoßen:

* Magst du Beschnittene?
* Zieh dich mal um! Mag dich im Bikini sehen!
* Twerk mal!
* Zeig deine Füße!
* Wie groß ist Deiner?
* Noch Jungfrau?
* Ich hole mir gerade einen runter.
* Geh mal baden!
* Zeig mal deinen BH!

Ganz verhindern wird man solche Fragen und Kommentare wohl nicht können. Allerdings kann man sich bewusst machen, wer aller YouNow nützen kann und auch nützt. Dementsprechend kann man für sich selbst wieder überlegen und entscheiden, wie man sich präsentiert und was man von sich verrät und zeigt!

 

Sexuelle Belästigung in YouNow - wie reagieren?

 

  • Gehe nicht auf die Forderungen ein, z. B. deine Füße zu zeigen, dich im Bikini/BH/Badehose zu präsentieren,... Überlege für dich, sind es ein paar Klicks wert, dass dich völlig Unbekannte im BH oder Bikini/Badehose sehen? Eine Kontrolle, was danach damit passiert, gibt es nicht. Du kannst nicht mehr steuern, was mit den Videos bzw. Screenshots passiert und wo sie landen.
  • Klar ist es mühsam, sich ständig Gedanken zu machen, was man sagt und macht, gerade wenn man einfach mal privat ist und Spaß haben möchte. Leider landen auch bei uns immer wieder Fälle, in denen Jugendliche auch in ihrem offline Leben aufgesucht und belästigt wurden, nachdem sie im Internet Wohnort, Schule, Sportvereine etc. angegeben haben. Das kannst du verhindern, indem du auch in YouNow sehr genau überlegst, was du ganz sicher nicht angeben möchtest. Wir können dir nur raten, nichts Preis zu geben, was dich mit deinem offline Leben in Verbindung bringt. Also alles, wo dich Personen einfach aufsuchen können. Das gilt z. B. auch für Urlaubsorte im Vorhinein.
  • Blockiere und melde Personen, die dich belästigen! So können sie, zumindest für eine gewisse Zeit, nicht auch andere BroadcasterInnen belästigen.
 

User bei YouNow blockieren/melden

Melde UserInnen, die dich nerven oder belästigen. Einfach auf das Profil der Person gehen und auf die Flagge klicken. Im Fenster, das sich öffnet, kannst du dann direkt auswählen, ob du jemanden melden ("Report User") und/oder blockieren ("Block") möchtest. Das Melden und Blockieren wird bei YouNow oft auch "Flaggen" genannt. Du kannst eine Blockierung auch wieder rückgängig machen, wenn du wieder auf die Fahne klickst und "Unblock" auswählst.

 

YouNow Spaß anstatt Probleme

Tipps an andere weitergeben, nachfragen, wie gut der eigene Gesang ist, Fortschritte beim Training dokumentieren, einfach mal seine Meinung sagen, YouNow bietet viele Möglichkeiten und kann durchaus Spaß machen. Immer dann, wenn man sich vorher überlegt, was man da ins Internet spielt. Denn zurücknehmen kann man live Gestreamtes nicht, auch das Publikum kann man nicht selbst bestimmen. Damit es auch wirklich ein Spaß bleibt, lohnt es sich, die Kontrolle selbst in der Hand zu behalten und sich ein paar Gedanken zu machen:

 

 

Bestimme den Preis für deine Likes!


Klar geht es darum, viele Likes für seine Streams zu bekommen bzw. in den unterschiedlichen Kategorien mit seinem eigenen Stream möglichst weit oben zu landen. Die Frage ist nur, welchen Preis du dafür zahlen möchtest. Dass sich jemand beim Sehen deines Videos selbstbefriedigt? Dass du aufgrund eines gutgehenden Hashtags Personen ansprichst, die besonders auf freizügige Videos stehen? Dass du bei Mutproben auch deine Gesundheit riskierst? Natürlich ist alles immer auch eine Gratwanderung, und nichts was Vorteile hat, hat nicht auch Nachteile. Aber vielleicht gibt es ja einen Mittelweg.

Sei kein Lemming und trau' dich auch mal, nicht alles zu machen, nur um mehr Likes und Bestätigung zu bekommen. Vor allem überlege vorher, ob es dir der kurze, schnelle Fame wirklich wert ist.

Hier ein paar Tipps zur Selbstbestimmung auf YouNow:

Lass' dich nicht unter Druck setzen! Damit ihre Forderungen von den BroadcasterInnen auch erfüllt werden, verleihen diesen die YouNow Nutzer nicht selten ordentlich Nachdruck. "Mach schon, sonst verlasse ich den Stream" ist da nur eine Variante davon. Je mehr Druck ausgeübt wird, umso weniger solltest du darauf eingehen.

Melde und blockiere Personen, die dich unter Druck setzen, die versuchen etwas aus deinem offline Leben zu erfragen oder die dich belästigen!

Lege deine Spielregelen selbst fest! Überlege dir vor dem Streamen selbst genau, was du tun möchtest und was nicht. Was du verraten möchtest und was nicht. So fällt es dir vielleicht etwas leichter, beim Live-Streamen die Kontrolle zu behalten und selbst zu bestimmen!

Mach' dich nicht strafbar! Das Streamen auf YouNow kann verschiedenste rechtliche Konsequenzen haben. Beleidigst oder verunglimpfst du andere, können sie dich z. B. aufgrund von übler Nachrede, Ehrenbeleidigung oder Verleumdung anzeigen. Hast du im Hintergrund Musik laufen, für die du die Rechte nicht (gekauft) hast, so ist das eine klare Urheberrechtsverletzung, und du kannst dafür belangt werden. Das gilt auch dann, wenn du aus einer Unterrichtsstunde streamst!

Fragen, nicht einfach filmen! Auch das Einbeziehen von Unbeteiligten kann gegen das Recht am eigenen Bild verstoßen! Beispielsweise wenn auf dem Schulhof andere SchülerInnen zu sehen sind, Eltern oder Geschwister gefilmt werden oder im Cafe auch andere Leute zu sehen sind. Also frage Personen, ob es für sie okay ist, wenn du sie im Rahmen des Live-Streamings filmst!

Hinterfrage Hashtag-Zuordnungen! Klar kannst du damit mehr ZuschauerInnen bekommen, aber willst du die auch tatsächlich alle?
 


 
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