Bursch geht an einem grauen Rollladen mit einem Pfeilaufdruck vorbei.
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Außenseiter in der Schule

Nicht zu den anderen dazu gehören, ausgegrenzt werden, alleine sein, dumme Sprüche hören ... so sieht oft der Schulalltag von sogenannten Außenseitern aus. Hier kannst du mehr zu diesem Thema erfahren und vor allem nachlesen, wie man aus dieser Situation heraus kommen kann.
 

Außenseiter - was bedeutet das eigentlich

Innerhalb von Gruppen entstehen oft sehr schnell gewisse Gruppeneigenheiten. Es gibt z.B. eine gewisse Gesprächskultur, einen bestimmten Klamottenstil u.s.w..
Ein Außenseiter ist jemand, der in einer Gruppe nicht integriert ist, also nicht zu einer Gruppe dazu gehört. Am Beispiel Schule, heißt das z.B., dass jemand nicht in die Klassengemeinschaft integriert ist, sondern von den Mitschülern ausgeschlossen wird.
Manche möchten freiwillig nicht zu einer Gruppe gehören und distanzieren sich. Meistens ist dies aber unfreiwillig und die Betroffenen leiden darunter.

 

Wie wird man zum Außenseiter?

In eine Außenseiterrolle gerät man hauptsächlich, wenn man sich durch irgend etwas von anderen unterscheidet. Z.B. anders aussieht, andere Musik hört, besonders aggressiv ist ...
Oft ist es aber auch so, dass man selbst gar nichts dazu beiträgt.
Viele schließen andere aus oder ärgern andere, damit sie selbst akzeptiert werden. Ein dummer Spruch z.B. bringt jemandem ein paar Lacher von anderen Mitschülern ein und das reicht schon, dass sie weiter machen. Gerade auch in Schulklassen wird oft jemand zum Außenseiter gemacht, aus Angst selbst einer zu werden. So nach dem Motto: "Da verarsch ich doch lieber einen anderen, als dass ich selbst geschimpft werde."

 

Betroffen? - So kannst du dir helfen

Bist du selbst betroffen, dann kannst du verschiedene Strategien ausprobieren, um aus dieser Rolle herauszukommen.

 

Kontakt bekommen

Versuche zunächst die Situation zu verändern und mehr Kontakt zu deinen Mitschülern zu bekommen.
Es ist günstig, wenn du zunächst einmal die Situation in deiner Klasse beobachtest:

  • Wer sind diejenigen, die viel bestimmen?
  • Wer hält sich eher raus?
  • Welche Cliquen gibt es?

In jeder Klasse gibt es Mitläufer, die nur mitmachen, um nicht selbst angegriffen zu werden. Versuche einmal offen auf diese zuzugehen. Du kannst z.B. von einem Film erzählen, den du zuletzt gesehen hast. Oder auch vorschlagen, einmal am Nachmittag etwas zu unternehmen. Z.B. Kino.
Am meisten Erfolg hat diese Strategie nach Ferien und dann, wenn du die Person ansprichst, wenn sie nicht gerade von vielen anderen umringt ist.
Du kannst auch versuchen, dich in Gespräche einzubringen. Wenn du hörst, dass über etwas gesprochen wird, von dem auch du Ahnung hast, dann rede einfach mit.

 

Schau dich in der Pause um

In vielen Klassen gibt es Schüler, die sich als Außenseiter fühlen. Schau dich um, ob andere Schüler irgendwo in der Schule alleine herumstehen. Nimm all deinen Mut zusammen und sprich sie an. Die Frage in welche Klasse er oder sie geht, kann einmal ein Anfang sein. So kannst du vielleicht außerhalb der Klasse Kontakte schließen.

 

Rede auch zurück

Gerade wenn du dir vielleicht immer wieder Sprüche auf deine Kosten anhören musst, dann zeige, dass du auch einmal zurück "beißen" kannst.
Du könntest z.B. einmal ganz gelangweilt sagen: "Danke, du musst ja ein langweiliges Leben haben, wenn du nichts Besseres zu tun hast, als dir zu überlegen, wie du mich ärgern kannst."
Oder: "Ich muss dir ja ganz schön wichtig sein, wenn du dich ständig mit mir beschäftigst."
Die, die andere verarschen, fühlen sich in dem Moment super stark. Durch so einen Spruch stehen sie aber ganz schnell nicht mehr als cool da. Du im Gegensatz aber zeigst, dass du schlagfertig sein kannst.

 

So geht es dir nicht so nah

Wenn man immer wieder von anderen angegriffen wird, dann verletzt das natürlich auch. Es gibt einen netten Trick, wie man es schaffen kann, dass die anderen einen mit ihren Sprüchen nicht so treffen können.
In dem Moment, in dem sie wieder etwas Blödes sagen, stell dir etwas Lustiges vor. Z.B. dass demjenigen schimmlige Tomaten ins Gesicht klatschen oder ihm vor versammelter Klasse die Hose aufreißt. Wenn du dann grinsen musst, hast du schon gewonnen! Denn dann geht dir das Gesagte nicht so nah.

Oder du stellst dir vor, dass du rund um dich eine Mauer hast, an der alles Gesagte einfach abprallt.


 
Mann mit Mauer Bodypainting.

Was ist dein Anteil?

Setz dich einmal hin und analysiere die Situation in deiner Klasse. Hast du vielleicht Vermutungen, was der Grund dafür sein könnte, warum sich die anderen dir gegenüber so verhalten?
Denn manchmal trägt man durch sein eigenes Verhalten auch ein bisschen zu der Situation bei. Überlege einmal ehrlich, ob auch du etwas an dir verändern könntest, das die Situation vielleicht verbessern könnte. Z.B. du bestimmst gerne was passieren soll. Vielleicht kannst du dann den anderen zeigen, dass auch du manchmal nachgeben kannst.

WICHTIG: Es geht nicht darum, dass du alles tun sollst, nur um von den anderen anerkannt zu werden. Auf keinen Fall! Bleibe du selbst!! Wenn man Situationen verändern möchte, ist es aber wichtig, alle Seiten zu betrachten. Und da gehört der eigene Anteil auch dazu.

 

Wenn sich nichts bessert

Egal welche Strategie du ausprobierst, nichts wird die Situation schlagartig verändern. Denn Veränderung braucht Zeit. Wenn du dich allerdings einige Tage/Wochen lang nach einer bestimmten Strategie verhältst, dann hast du eine gute Chance auf Veränderung. Also fass noch einmal Mut und versuche die Situation zu verändern!

Wenn aber, egal was du ausprobierst, nichts hilft und du dich in der Klasse überhaupt nicht mehr wohlfühlst, dann solltest du auch einmal über einen Klassen- oder Schulwechsel nachdenken. Erkundige dich, ob das möglich wäre.
 

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