Zeichnung von einem Gesicht auf dem Stop Bullying geschrieben steht.
 Foto © AR

Mobbing: Horror im Klassenzimmer

In vielen Schulen sind Hänseleien und Beschimpfungen leider an der Tagesordnung. Ab wann spricht man von Mobbing? Wie kann man sich helfen? Dies und mehr kannst du hier nachlesen!
 

Mobbing - was ist das?

Mobbing kommt vom englischen Wort "to mob", was übersetzt "anpöbeln" heißt. Konkret versteht man unter Mobbing in der Schule herabsetzende und ausgrenzende Handlungen, die systematisch und dauerhaft gegen einzelne Schüler in einer Schulklasse gerichtet sind.

Typisch ist dabei vor allem, dass Einzelne beschimpft, tyrannisiert und vor allem isoliert werden. Mobbing kann von beschimpfen, Gesprächsverweigerung (mit dir rede ich nicht), ignorieren bis zu massiven Drohungen, Schlägen und Erpressungen gehen.

 

Das Spezifische am Mobbing ist, dass es längerfristig und systematisch ist. Ein einzelner Streit, eine einmalige Stichelei oder eine einzige Rauferei ist also kein Mobbing.

 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass in nahezu jeder Klasse Mobbing passiert. Dabei gibt es meist Schüler, die aktiv andere mobben, welche, die von den Attacken betroffen sind und auch "Nicht-Betroffene". Damit sind Schüler gemeint, die sich nicht trauen, etwas gegen die Situation zu unternehmen, die einfach zusehen - oft aus Angst, selbst Angriffsfläche zu werden. Manchmal kann eine Person sogar Täter und Opfer gleichzeitig sein. Z. B. wenn jemand in einer Gruppe selbst gemobbt wird, ahmt er dieses Verhalten in einer anderen Gruppe nach.


   "Take That" von seanfraga (Foto bearbeitet) unter creative commons Lizenz
Schlägerei im Schulhof.

Du bist nicht schuld!

Mobbing funktioniert vor allem auch deshalb, weil die Opfer, die Schuld zunächst bei sich selbst suchen. Dazu kommen oft auch noch Scham. Doch du bist weder Schuld, noch gibt es Grund dich zu schämen. Grund zum Schämen, haben die, die andere fertig machen.

 

Wie kannst du dir helfen?

Hier ein paar Tipps, falls du betroffen bist. Diese Tipps beziehen sich nicht auf einzelne Sprüche oder Konflikte untereinander, sondern sind als Hilfe für Mobbing-Opfer gedacht.

Wenn man von Mobbing betroffen ist, braucht es Experten, um die Situation aufzulösen! Hol dir Hilfe!

  • In vielen Schulen gibt es mittlerweile auch Schüler, die für das Schlichten von Streitigkeiten speziell zuständig sind. Erkundige dich, ob es diese Möglichkeit auch an deiner Schule gibt.
  • An jeder Schule gibt es einen Schulpsychologen/eine Schulpsychologin, an den/die du dich vertrauensvoll wenden kannst. Er/Sie steht auch unter absoluter Schweigepflicht.
  • Wenn es einen Lehrer/eine Lehrerin gibt, mit dem/der du auch sonst immer gut reden kannst, dann vertraue dich an! Bitte die Lehrkraft für Konsequenzen zu sorgen, aber den Mobbingfall nicht direkt anzusprechen. Also z. B. nicht vor der Klasse zu sagen, dass du den Mobbingfall gemeldet hast.
  • Erzähle deinen Eltern, was du in der Schule erlebst. Sie können zu einem Lehrer gehen, dem du vertraust, oder auch direkt mit dem Direktor/der Direktorin sprechen. Denn Mobbing hat in der Schule keinen Platz!
  • Hab keine Angst, als "Petze" dazustehen. Die anderen fürchten, aufzufliegen und versuchen deshalb alles, um dich davon abzuhalten, dir Hilfe zu holen. Sie wissen, dass wenn du dich traust, sie Ärger bekommen. Es ist definitiv KEIN Petzen, wenn du einer Straftat ausgesetzt bist und so mutig bist, dir Hilfe zu holen.
    Deine Eltern sollten die Lehrperson auch bitten, das Mobbing in der KLasse allgemein anzusprechen und klar stellen, dass es nicht akzeptiert wird und Konsequenzen hat. Die Lehrkraft sollte den spezifischen Mobbingfall nicht ansprechen, also nicht sagen: "Die XY wurde von euch,....". Auch das können deine Eltern beim Lehrer klar stellen!
 
 

 

  • Manchmal kann auch ein Schulwechsel eine Lösung sein. Wenn du dir das wünschst, dann sprich mit deinen Eltern darüber!
  • Mobbing macht das Selbstvertrauen kaputt und kann sich negativ auf deine Gesundheit auswirken. Wenn du merkst, dass es dir nicht gut geht, du nicht mehr richtig schlafen kannst, immer wieder Bauchschmerzen hast, nur mehr traurig bist, u.s.w., dann bitte deine Eltern, dir auch eine Unterstützung in einer Beratungsstelle zu organisieren. Dort kannst du mit Experten über das sprechen, was du in der Schule erlebst und so Schritt für Schritt das Geschehene verarbeiten und Lösungen erarbeiten!
  • Auch wir sind jederzeit für dich da! Du erreichst uns jederzeit, völlig anonym und kostenfrei unter 147
  • Zwischenzeitlich kannst du auch versuchen, die Situation zu beobachten. Wer sind diejenigen, die dich aktiv mobben und wer sieht zu? Sprich die an, die sich im Hintergrund halten. Bitte sie konkret um Hilfe. Schaffst du es, dir auf diese Weise Verbündete zu suchen, bist du den anderen nicht mehr alleine ausgesetzt.
 

"Trick 17"

Nun noch ein kleiner Trick, der dir vielleicht dabei helfen kann, dir Hänseleien nicht so nahe kommen zu lassen. Ärgern dich andere, stell dir vor, dass ihnen in diesem Moment die Hose runterrutscht und sie nur mehr in der Unterhose dastehen oder ihnen eine faule Pizza ins Gesicht fällt. Vielleicht musst du bei dieser Vorstellung kurz schmunzeln und dann hast du schon gewonnen. Die Hänseleien können dich dann nicht mehr so tief treffen.

 

Was Cybermobbing ist und wie du dich wehren kannst, erfährst du hier!

 
 

Unterstütze andere

Sei auch mutig, wenn du siehst, dass jemand anderer gehänselt wird.
Biete deine Hilfe an oder informiere einen Lehrer.
Gib denen, die mobben, keine Macht. Unterstütze sie nicht dabei, indem du sie bewunderst. Jemand anderen fertig zu machen, ist einfach nur schwach.

Mobbing ist für viele ein massives Problem. Falls du betroffen bist, hol dir unbedingt Hilfe!


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