Ein Pärchen umschlungen im Bett.
Foto (bearb.) © Jörg Brinckheger / PIXELIO  

Das erste Mal - der richtige Zeitpunkt

Wann ist bloß der richtige Zeitpunkt für das erste Mal, wer ist der Richtige dafür, was muss ich wissen? Fragen über Fragen, auf die du hier Antworten findest.
 

Es gibt für alles ein erstes Mal. Radfahren, Konzert gehen, zur Schule gehen, etc.. Alles was zum ersten Mal stattfindet, macht uns etwas Angst, weil wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Allerdings beschäftigt uns kaum ein erstes Mal mehr, wie das erste Mal mit jemandem Geschlechtsverkehr zu haben

 

 

Jeder macht sich Gedanken darüber, hat Ängste und viele Fragen. Oft weiß man allerdings nicht, wem man diese Fragen stellen soll. Wir möchten dir hier einige beantworten.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn du jetzt eine Altersangabe oder eine Schulstufe als Antwort erwartest, dann müssen wir dich enttäuschen: Der richtige Zeitpunkt ist nämlich etwas völlig Individuelles. Jeder und jede von euch muss selbst bestimmen, wann die Zeit gekommen ist, um das erste Mal Sex zu erleben.

 

Die Antwort sollte "Ja" sein

Wichtig ist, dass du in dich hineinhörst. Willst du es wirklich schon? Ist der Wunsch, es zu erleben größer als die Angst davor? Hast du dich schon genau über Verhütung informiert? Bist du dir sicher, dass du den richtigen Partner dafür gefunden hast? Ist es wirklich dein Wunsch und willst du es wirklich nicht tun, weil dich jemand dazu drängt?

All diese Fragen solltest du dir stellen und möglichst alle mit "Ja" beantworten können.

Denn: Der richtige Zeitpunkt für das erste Mal Sex ist dann, wenn du dich dafür bereit fühlst. Wenn du dich mehr darauf freust, als das du Angst hast.

 

"Kopf, Körper und Bauch" und müssen bereit sein

Allerdings reicht es nicht aus, generell eine Bereitschaft zu fühlen. Viele denken, wenn sie sich prinzipiell schon bereit für das erste Mal fühlen, dass sie ab dann, immer Lust darauf haben. Doch das ist nicht so.

Denn die generelle Bereitschaft vom Kopf her ist nur eine von mehreren Voraussetzungen, die es braucht, um mit jemandem schlafen zu können. Egal ob man zum ersten Mal Geschlechtsverkehr hat oder zum 1000. Mal.

Zusätzlich zum Kopf muss auch das Bauchgefühl stimmen. Wie sich das ganz genau anfühlt, kann man nicht wirklich sagen. Manche erzählen, dass sie auf einmal anstatt Angst und einem flauen Gefühl im Bauch, ein Kribbeln bzw. Freude gespürt haben, als sie daran gedacht haben. Am ehesten kann man sagen, dass es sich richtig, wohlig, gut anfühlen sollte, wenn man an den Geschlechtsverkehr denkt, anstatt, dass sich der Magen zusammenzieht, der Bauch verkrampft und die Angst im Vordergrund ist.

 

Der Körper zeigt, wenn es für ihn passt

Damit der Sex wirklich schön werden kann, braucht es aber besonders auch die Bereitschaft des Körpers. Denn schließlich führt der Bursch seinen Penis in die Scheide eines Mädchens ein und das Mädchen nimmt den Penis in ihrer Scheide auf. Wenn der Körper dazu nicht bereit ist, dann wehrt er sich. Das ist auch einer der häufigsten Gründe für Schmerzen oder Probleme beim Eindringen im Jugendalter.

Beim Mädchen z.B. entspannen sich die Muskeln rund um die Scheide, die Gebärmutter zieht sich etwas zurück, damit genug Platz für den Penis ist und die Scheide wird feucht. Möchte der Körper gerade nicht und man probiert es trotzdem, kann es weh tun. Viele hören nicht auf ihren Körper! Bei Burschen kommt es dann oft zu einem sehr schnellen Orgasmus, damit es quasi "schnell" vorbei ist, oder aber der Penis wird nicht richtig steif.

 

Wie merkt man, dass der Körper bereit ist?

Der Körper zeigt uns in vielen Situationen, was er möchte und braucht. Du kennst das sicher, wenn du z.B. nur Lust auf etwas Salziges hast, obwohl du sonst vielleicht eher eine Naschkatze bist. Oder auch, wenn man ein Stück Schokolade vor sich liegen sieht und der Mund schon Speichel produziert, nur durch den reinen Anblick. In einer anderen Situation lässt dich die Schokolade ziemlich kalt.

Signale sendet dein Körper auch aus, wenn es um Geschlechtsverkehr geht. Man spürt dann so eine Art Kribbeln im Intimbereich. Bei Burschen wird zusätzlich der Penis steif. Bei Mädchen wird zusätzlich die Scheide feucht, viele spüren auch, wie sie sich im Intimbereich entspannen.

Im Kindesalter hören wir ganz selbstverständlich auf unseren Körper. Später müssen wir uns immer mehr daran erinnern, zu spüren, was unser Körper möchte. Also spür in dich hinein und nimm die Signale deines Körpers ernst. Es ist quasi seine Art, dir mitzuteilen, was für ihn passt und was nicht.


    CC0 / Pixabay Anqa (bearbeitet)

 


Denk ans Verhüten

Wichtig ist auch, dass du schon genau weißt, wie du verhüten wirst. Auch mit deinem Freund oder deiner Freundin solltest du dir sicher sein, dass er derjenige oder sie diejenige ist, mit dem oder der du das erste Mal erleben möchtest. Ganz besonders wichtig ist, dass du dich von niemandem unter Druck setzen lässt!

 

Was kommt zuerst? Erste Schritte auf dem Eis oder der Salto?

Wenn du Eislaufen lernst, versuchst du dich wahrscheinlich am Anfang zumindest irgendwie auf dem Eis zu halten und erst wenn du dir beim Laufen sicher bist, versuchst du spezielle Tricks einzustudieren, oder?
Genau das gilt auch in der Sexualität, langsam herantasten ist angesagt. Allerdings haben wir in der Sexualtität oft den Anspruch, das alles von Anfang an perfekt sein muss. Beginne langsam mal mit Küssen, irgendwann habt ihr vielleicht Lust euch auch auf der nackten Haut zu berühren, irgendwann auch im Intimbereich und wenn ihr euch dabei sicher seid, dann kommt der erste Geschlechtsverkehr. Das Tempo das ihr dabei geht, liegt ganz bei euch und niemand anderem!

 

Glaub nicht alles, was du hörst

Alle in deiner Klasse haben es angeblich schon erlebt, nur du nicht. Trotzdem kein Grund, es zu tun. Außerdem gibt es kaum ein Themengebiet, wo mehr geflunkert wird, als bei der Liebe und der Sexualität. Jeder möchte sich möglichst gut darstellen.

 

Lass dich nicht unter Druck setzen

Dein/e Freund/in droht dir, Schluss zu machen, wenn du es nicht tust. Gerade dann solltest du auf keinen Fall mit ihm schlafen. Denn Erpressung und Druck haben in einer Liebesbeziehung nichts verloren. Und: Wer garantiert dir, dass er bei dir bleibt, wenn du es tust? Die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie nur Sex möchte und danach mit dir Schluss macht, ist groß, wenn dich jemand unter Druck setzt.

Jemand der/die wirklich in dich verliebt ist, gibt dir die Zeit, die du brauchst. Und vor allem, wenn man mit jemandem schläft, wenn man noch nicht dazu bereit ist, nimmt man sich die Möglichkeit, dass es schön sein kann. Denn deinem Körper kannst du nichts vormachen. Der spürt, ob du schon bereit bist, oder nicht.

 

Eigenes Tempo

Wie überall sonst auch, hat jeder sein eigenes Tempo in der Sexualität, und das ist auch gut so. Lass dich nicht von anderen beeinflussen. Bei jedem verläuft die sexuelle Entwicklung, verlaufen die sexuellen Wünsche unterschiedlich.

Schau nicht auf die anderen, sondern alleine auf dich und das was du willst! Es ist alles in Ordnung, solange du dich dabei wohl fühlst.

 

Rechtliche Sicht

Rein rechtlich ist es so, dass du ab 13 Jahren mit jemandem schlafen darfst. Allerdings darf der Altersunterschied nicht größer als drei Jahre sein. Also im Klartext: Wenn du 13 bist, darf derjenige oder diejenige, mit dem oder der du Sex hast, nicht älter als 16 sein. Sonst würde sich der oder die Ältere strafbar machen. Ab dem Alter von 14 gibt es diese Altersregelung nicht mehr. Also eine 14-Jährige / ein 14-Jähriger darf auch bereits mit jemandem über 18 Geschlechtsverkehr haben.

 
 

Wir wünschen dir auf jeden Fall, dass du dein erstes Mal genießen kannst.


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