Ultraschallbild in den Händen einer Frau.

Schwanger! - Wie sage ich es meinen Eltern?

Riesenfreude oder Panik - eine Schwangerschaft kann die unterschiedlichsten Gefühle hervorrufen. Viele Jugendliche, die ein Kind erwarten, fragen sich, wie sie ihren Eltern davon erzählen können. Hier findest du einige Tipps und Ideen für das Gespräch.
 

Ist eine Schwangerschaft geplant und lange erhofft, so ist es meist eine freudige Nachricht, die man gerne teilt und seinen Eltern weitergibt. Viele warten einige Wochen, bis sie FreundInnen und Familie davon erzählen, um keinen verfrühten Jubel auszulösen.

 

Kommt es unerwartet zu einer Schwangerschaft oder weiß man, dass die Eltern eventuell nicht so begeistert darüber sind, fällt es einigen schwer, die Botschaft zu überbringen.

 

Soll ich es sagen?

Immer wieder fragen uns Jugendliche, ob und wie sie den Eltern sagen sollen, dass sie ein Kind erwarten. Oft sind sie noch nicht volljährig, leben zu Hause, haben keine/n fixe/n PartnerIn oder stecken mitten in der Ausbildung. Das kann schon mal die unterschiedlichsten Gefühle bei einem selbst auslösen und dann kommt noch die Frage dazu, wie die Eltern reagieren werden.

Manche Mädchen möchten zuerst einmal für sich selbst herausfinden, ob sie das Kind bekommen wollen oder ob Alternativen wie Schwangerschaftsabbruch, Adoption oder Pflegeeltern in Frage kommen, bevor sie mit den Eltern reden. Andere beziehen ihre Eltern gleich ein. Manchmal eignen sich auch andere Vertrauenspersonen aus der Familie oder FreundInnen als erste AnsprechpartnerInnen. Die können vielleicht auch dabei sein, wenn du es dann den Eltern erzählst.

Über längere Zeit lässt sich die Schwangerschaft nicht wirklich verheimlichen. Eine Schwangerschaft wirft meist viele Fragen und Gefühle auf. Sich diesen zu stellen, kann durchaus auch mal unangenehm sein. Trotzdem ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, da Entscheidungen, Untersuchungen usw. anstehen.

 

 


Auf Dauer kann es noch zusätzlich belastend sein, die Schwangerschaft vor den Eltern verheimlichen zu müssen. Wenn dich deine Eltern in der Vergangenheit meistens unterstützt haben, werden sie es wahrscheinlich auch bei einer Schwangerschaft tun.
 


Hin und wieder wenden sich auch Mädchen an uns, die sich ganz sicher sind, dass es wegen der Schwangerschaft große Probleme mit den Eltern geben wird z. B. weil ihnen die Eltern immer schon angedroht haben, sie dann aus der Familie auszuschließen. Für manche dieser Mädchen kommt es deshalb nicht in Frage, die Eltern einzuweihen und sie denken an einen Schwangerschaftsabbruch. Prinzipiell kann man ab 14 Jahren über einen Schwangerschaftsabbruch selbst entscheiden. Aber auch bei einer so schwierigen Situation mit den Eltern gibt es meistens mehrere Möglichkeiten und viele Einrichtungen, die dir Hilfe und Unterstützung anbieten können.


Was werden meine Eltern machen?

Wie deine Eltern darauf reagieren werden, ist schwer vorauszusagen. Manche freuen sich trotz möglicher schwieriger Umstände bestimmt sofort auf das Enkerl, einige werden aber auch erst einmal geschockt reagieren und vielleicht sogar Dinge sagen, die dich verletzen oder die ihnen im Nachhinein leid tun. Oft hat das dann damit zu tun, dass sie eine andere Vorstellung hatten, wie dein Leben verlaufen könnte. Vielleicht befürchten sie, dass du es durch die frühe Schwangerschaft schwerer haben könntest. Möglicherweise hagelt es Vorwürfe und Fragen. Doch oft erkennen sie nach einiger Zeit, dass sich dadurch an der Situation nichts ändert, werden zu BeraterInnen und unterstützen und suchen mit dir einen Weg. 
 


Vermutlich hast du etwas Zeit gebraucht, um dich an die Neuigkeit, schwanger zu sein zu gewöhnen. So ist das meist auch bei deinen Eltern - versuche auch ihnen Zeit zu geben, um die Information, dass sie Großeltern werden, zu verarbeiten. Du kannst dir auch überlegen, wie deine Eltern bisher auf schwierige Situationen reagiert haben, und wie ihr sie gemeistert habt. So kannst du dich auf ihre Reaktion etwas vorbereiten.

 

Bevor du mit deinen Eltern sprichst

Kläre mit einem Schwangerschaftstest oder bei einem/einer Frauenarzt/Frauenärztin ab, ob du wirklich schwanger bist. Vermutungen oder eine verspätete Regelblutung müssen nicht unbedingt bedeuten, dass du ein Kind erwartest.

 
 

Vorbereitung

Überlege dir vor einem Gespräch mit deinen Eltern über deine Schwangerschaft, wie du selbst zu dieser stehst und mache dir Gedanken über die Zukunft. Hier findest du einige Ansatzpunkte, die du im Vorhinein überdenken könntest, um deinen Eltern zu zeigen, dass du verantwortungsbewusst mit der Situation umgehst, Überlegungen angestellt und dich informiert hast.

Um deinen Eltern zu zeigen, dass du ihre Unterstützung brauchst, kannst du das Gespräch damit beginnen, dass du in einer Situation bist, in der du sie wirklich brauchst und sie bittest für dich da zu sein.

Vielleicht fällt es dir auch leichter mit deinen Eltern zu sprechen, wenn dein/e PartnerIn, ein/e FreundIn oder eine andere Vertrauensperson dabei ist.

Überlege dir:

 
  • Ob du dir schon sicher bist, dass du das Kind bekommen und behalten möchtest oder noch zusätzliche Infos oder Beratung brauchst, um eine Entscheidung treffen zu können.
  • Wie du deine Ausbildung und das Kind unter einen Hut bekommen könntest.
  • Wie du dir die Zukunft (finanziell, beruflich, wohntechnisch) vorstellst.
  • Wer dich unterstützen könnte, wenn du mal nicht für dein Kind da sein kannst.
 


Setze nicht voraus, dass deine Eltern dich unterstützen, sondern lasse sie ihre Hilfe selbst anbieten. Mach dir daher Gedanken darüber, wer dich - außer deinen Eltern -– unterstützen könnte.

Babybauch auf dem die Hände der Eltern liegen.

 

Partnerin schwanger


Ist deine Freundin schwanger und ihr habt euch dazu entschlossen, das Kind zu bekommen, ist es wahrscheinlich auch für dich wichtig, mit deinen Eltern über diese Entscheidung zu reden. Auch in diesem Fall ist es bestimmt von Vorteil, wenn du dich auf das Gespräch - wie oben beschrieben - vorbereitest.

 

Völliges Unverständnis und Ablehnung

Reagieren deine Eltern mit Unverständnis und Ablehnung oder hast du wirklich Angst mit ihnen über deine Schwangerschaft zu sprechen, brauchst du vielleicht anderweitige Unterstützung. Wir können mit dir gerne in unseren Beratungskanälen überlegen, was dir helfen könnte.

 

First Love

First Love ist eine Beratungsstelle speziell für junge Mädchen. Meist kannst du dich dort sogar völlig anonym und ohne E-Card untersuchen lassen!

 

Was deine Eltern nicht dürfen

Ab 14 Jahren giltst du im Allgemeinen als sexualmündig - das heißt du darfst selbst entscheiden, ob du Sex haben möchtest und mit wem du Sex haben möchtest - deine Eltern können es dir nicht verbieten oder dir vorschreiben, mit wem du Sex haben darfst.

Bei einer Schwangerschaft, auch wenn du noch nicht 18 Jahre alt bist, ist es deine Entscheidung, ob du das Kind bekommen möchtest, oder nicht. Deine Eltern dürfen dich nicht zu einem Schwangerschaftsabbruch zwingen!

  • Folge uns


    Schnell über aktuelle Kettenbriefe & Abzock-Fallen informiert sein, die 147 Rat auf Draht BeraterInnen besser kennen lernen - Aktuelle Tipps & Infos von uns findest du auf unseren Social Media Kanälen:

    Instagram - @147rataufdraht
    Facebook – 147 Rat auf Draht
    WhatsApp Broadcast - 0676 / 88144251