Glücksspielautomat.
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Spielsucht - Wer spielt nicht gerne?

Spielen begleitet uns von Kindheit an und unser Leben lang. Was macht eigentlich die Faszination des Spielens aus und wann wird es zur Sucht? Hier erfährst du mehr darüber.
 

Spiele gibt es unzählig viele. Brettspiele wie "Mensch ärgere dich nicht", Kartenspiele wie "Uno", Spiele im Freien wie Verstecken, Ballspiele wie Volleyball und nicht zu vergessen, Computerspiele - diese Aufzählung lässt sich beliebig fortführen. Schon in der frühen Kindheit spielen wir mit den Eltern, Geschwistern, Freunden oder auch alleine. Aber warum hat Spielen diesen Reiz und ab wann spricht man von einer Spielsucht?

 

Die Faszination des Spielens

Das Spiel lässt den Spieler in die Welt des Spieles eintauchen. Entspannung durch Spielen ist auch möglich. Es werden verschiedene Gefühle ausgelöst (wie etwa Freude oder Ärger). Beim Spielen lässt sich spielerisch lernen, wie sich Verlieren anfühlt. Dadurch kann der Spieler Strategien entwickeln, damit umzugehen.

 

Spielen kann süchtig machen

Nicht nur Substanzen (wie Alkohol, Nikotin oder andere Drogen) können süchtig machen. Es gibt auch Süchte nach Verhaltensweisen, andere Begriffe dafür sind stoffungebundene Süchte oder nichtsubstanzgebundene Süchte. Bei stoffungebundenen Süchten entwickelt sich eine psychische Abhängigkeit, die sich auch in Reaktionen des Körpers, wie zum Beispiel Unruhe, zeigen kann.

 

Süchtig werden kann man nach verschiedenen Arten von Spielen. Dieser Artikel widmet sich dem Glücksspiel. Ist man süchtig danach, dann spricht man in der Fachliteratur auch vom pathologischen Glücksspiel. Glücksspiel deswegen, weil das Ende des Spiels vom Zufall, und nicht vom Können des Spielers, abhängt. Beispiele für Glücksspiele sind Lotto, Spielen an Spielautomaten, Roulette, Black Jack, oder Poker. Glücksspiele kann man nicht nur vor Ort, sondern auch online spielen.
 

   "Casino casinO" von Triin (Foto bearbeitet) unter creative commons Lizenz

Rote Spielunterlage auf einem Tisch im Casino mit Jetons und Händen, die Karten ausgeben.

 

Gesetzliche Lage

Bist du unter 18 Jahre alt, darfst du nicht an Glücksspielen teilnehmen und auch der Aufenthalt an Orten des Glücksspiels (Spielhallen, Casinos, Wettbüros) ist nicht erlaubt. Glücksspiele im Internet und Geldwetten sind genauso verboten, bis du 18 bist. Rubbellose kannst du ab deinem 16. Geburtstag kaufen.

 

Wann wird Spielen zur Sucht?

Wenn mehrere der folgenden Punkte bei einem selbst oder Freunden zutreffen, können das Anzeichen für eine Spielsucht sein.
... die Gedanken drehen sich hauptsächlich ums Spielen. Für andere Aktivitäten, wie Freunde treffen oder Hobbies, bleibt kaum Zeit.
… man möchte das "Hochgefühl" nach einem Gewinn immer wieder erleben. Hier entwickelt sich wie bei anderen Süchten eine Toleranz - die Spieleinsätze werden höher, um die gleiche Höhe der Befriedigung zu erreichen.
… die Hoffnung aufs Gewinnen ist so stark, dass Verluste weniger gemerkt und schneller verdrängt werden.
… das Spielen wird vielfältig gerechtfertigt. Zum Beispiel als Belohnung, wenn etwas gut gelaufen ist, als Aufmunterung, wenn man unglücklich ist oder auch einfach so, zum Zeitvertreib.
… man verspürt eine Unruhe und einen inneren Drang, dem man schwer widerstehen kann wenn man aus bestimmten Gründen einmal nicht spielen kann.
… das Verhalten kann nur schwer kontrolliert werden, obwohl die negativen Konsequenzen (wie etwa großer Geldverlust oder hohe Schulden) bewusst sind. Versuche, weniger zu spielen, misslingen wiederholt.
… man schädigt sich und andere. Schädigend werden unter anderem der Geldverlust, illegale Handlungen, um an mehr Geld zu kommen, Lügen zur Rechtfertigung und das Vernachlässigen von Menschen, die einem wichtig sind oder der Arbeit erlebt.
 

 

Wenn du dich in einigen der Punkte wiedererkannt hast...

 

  • Beobachte dich einige Zeit: In welchen Situationen spielst du? Wie viele Stunden in der Woche spielst du? Wie viel Geld gibst du aus? Vielleicht hilft hierbei auch ein Tagebuch zur Übersichtlichkeit.
  • Du kannst überlegen, was du früher gern in den Situationen gemacht hast, in denen du jetzt spielst. Was hat dir geholfen, wenn du z.B. schlecht drauf warst? Hilft das vielleicht auch jetzt noch?
  • Wenn du spielst, versuche dir ein Geldlimit zu setzen, das du nicht überschreitest.
  • Bei einem Casinobesuch kann helfen, einen Geldbetrag mitzunehmen, die Bankomatkarte für weiteres Abheben aber zuhause zulassen.
  • Versuche nicht an mehreren Automaten gleichzeitig zu spielen, das erhöht den möglichen Geldverlust.
  • Das Spielen an Automaten oder im Casino erlebt man mit allen Sinnen - die Geräusche, die bunten, blinkenden Lichter und der Geruch. Ehemalige Spielsüchtige bekommen bei diesen Reizen wieder großes Verlangen zu spielen, sogar wenn sie nur jemanden begleiten, der spielt. Langfristiges Ziel ist es, Casinos, Spielautomaten und Co streng aus dem Weg zu gehen, um nicht verführt zu werden. Es gibt auch die Möglichkeit, sich in Casinos sperren zu lassen.
  • Viele Beratungsstellen unterstützen dich beim Thema Sucht. Bei uns kannst du dir Anlaufstellen weitergeben lassen.

 

 

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