Glücklich wirkendes Flüchtlingskind bei der Ankunft am Münchner Bahnhof.

Auf der Flucht

Hier findet ihr Infos, warum Menschen flüchten und wie es ihnen nach ihrer Ankunft in Europa ergeht. Wir haben uns mit einigen Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen auseinandergesetzt und zeigen, wie man helfen kann.
Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, sind Flüchtlinge momentan ein großes Thema in unserem Land. Wir merken in unseren Beratungsgesprächen, dass auch euch dieses Thema sehr beschäftigt. Die vielen unterschiedlichen Berichte in den Medien schaffen oft mehr Verwirrung als Klarheit. Darum ist es uns ein Anliegen, euch hier einige Informationen aufzulisten, damit ihr euch selbst ein Bild zu diesem Thema machen könnt.

Warum flüchten Menschen?

Flucht ist kein neues Thema. Wann immer es zu Katastrophen kommt und Menschen nicht mehr in ihrem gewohnten Umfeld leben können, versuchen sie zu flüchten. Katastrophen können unter anderem sein: Kriege, Erdbeben, Tsunamis, Dürre, aber auch Armut und politische Verfolgung, weil zum Beispiel die persönliche Einstellung nicht mit den Gesetzen des Staates zusammen passt. So ist es in manchen Ländern nicht erlaubt, seine freie Meinung zu äußern oder seine Sexualität zu leben. Flucht entsteht häufig aus dem Wunsch überleben zu wollen.
Flucht ist nie freiwillig, sondern passiert immer aus einer persönlichen oder allgemeinen Not heraus.

Was passiert in Syrien und im Irak?

Seit vielen Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Das bedeutet, dass unterschiedliche politische und religiöse Gruppierungen gegeneinander kämpfen. Dieser jahrelange Krieg hat dazu geführt, dass Millionen von Menschen flüchten.
Hier findet ihr Erklärvideos zu den Konflikten in Syrien:
 
 

Wohin wird geflüchtet?

Die meisten Flüchtlinge bleiben in ihrem Land oder in einem der Nachbarländer. Die Länder, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen sind demnach auch die Türkei, Pakistan und der Libanon.
Nur 2 von 100 Flüchtlingen begeben sich auf die gefährliche Reise nach Europa.

Wer sind diese Flüchtlinge?

Jeder Flüchtling hat seine Geschichte. Sobald die eigene Existenz bedroht ist, flüchtet jeder Mensch, ganz gleich ob Straßenkehrer oder Arzt. Diese Menschen lassen nicht nur ihre Familien und Häuser zurück, sondern nehmen auch die Strapazen einer sehr langen und gefährlichen Reise auf sich. Dabei kann es auch passieren, dass Familien auseinander gerissen werden. Um verloren gegangene Familienmitglieder wiederzufinden, hat das Rote Kreuz eine Internetplattform eingerichtet:
 
Ein junger Syrer hat seine Flucht mit Bildern und Film dokumentiert. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen:
 

Was passiert nach der Flucht?

Die Ankunft in Europa bedeutet noch lange nicht, in vollkommener Sicherheit zu sein. Erst einmal kommt man in ein Flüchtlingslager. Viele von diesen sind so überfüllt, dass die Flüchtlinge auf den Straßen schlafen müssen. Im nächsten Schritt müssen sie einen Asylantrag stellen. Das Asylverfahren kann einige Wochen bis Jahre dauern. In dieser Zeit dürfen sie nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Erst wenn sie anerkannte Flüchtlinge sind (sie also einen positiven Asylbescheid erhalten haben), dürfen sie genauso arbeiten wie wir. Jugendliche Flüchtlinge, die alleine nach Österreich gekommen sind, haben Anspruch auf Betreuung. Einen Bericht über junge Flüchtlinge, die in einem SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause gefunden haben, findet ihr hier:
 
Die nächste große Hürde ist unsere Sprache zu erlernen, um sich hier zurecht zu finden. Außerdem werden Flüchtlinge teilweise von der einheimischen Bevölkerung angefeindet, da es viele falsche Bilder und Gerüchte im Zusammenhang mit den Flüchtlingen gibt.

Vorurteile gegen Flüchtlinge

Unbekanntes kann Angst erzeugen. Aus Angst, aber auch aus Unwissenheit, entstehen vorschnelle Urteile, also Vorurteile. Vorurteile sind deswegen gefährlich, weil sie oft wenig mit der Realität zu tun haben und sehr schnell falsches Wissen verbreiten. Oft merkt man gar nicht, dass man es nicht mit Tatsachen, sondern Vorurteilen zu tun hat.

Die gängigsten Vorurteile gegen Flüchtlinge sind:
 
"Sie nutzen unser Sozialsystem aus"
Wie schon oben beschrieben können Flüchtlinge, solange sie nicht anerkannt sind, nicht so einfach einer Arbeit nachgehen. Sie bekommen ein Taschengeld, das weit unter dem liegt, was österreichische Sozialhilfeempfänger erhalten.
"Die sind gar nicht so arm, die haben alle ein Smartphone"
Die meisten Flüchtlinge hatten vor der Flucht ein normales Leben, d. h. Haus oder Wohnung, Ausbildung, Job und somit, wie jeder von uns, auch ein Smartphone. Gerade für Flüchtlinge ist dieses Smartphone die einzige Möglichkeit, um mit ihrer Familie, die entweder in der Heimat zurückgeblieben ist oder von der sie unterwegs getrennt wurden, in Verbindung zu bleiben.
"Die Flüchtlinge sind alle Verbrecher"
Kriminalität gibt es in jedem Land. Natürlich kann man bei dieser großen Menge an Menschen, die in unser Land kommt, nie wissen, ob nicht auch ein Krimineller dabei ist. Allerdings wissen wir das bei unseren eigenen Landsleuten auch nicht. Tatsächlich hat eine parlamentarische Anfrage ergeben, dass die Kriminalität trotz der massiv hohen Flüchtlingszahl leicht gesunken ist.

"Die machen so viel Dreck und schmeißen unsere Spenden weg"
Müll fällt nur da an, wo es keine oder nicht ausreichend Mülltonnen gibt. Auf Festivals, wo viel mehr Mülltonnen stehen, fällt oft mindestens genauso viel Müll an. Bilder im Internet sollten wir immer kritisch betrachten. Vielleicht habt ihr Bilder vom Flüchtlingslager Traiskirchen und den umliegenden Straßen gesehen. Sie zeigten Kleidungsstücke auf Zäunen, Essen, Verpackungen, sowie volle Säcke am Wegrand. Nicht erklärt wurde, dass Menschen dort zum Teil auf der Straße leben, ihre Wäsche zum Trocknen auf Zäunen aufhängten und generell keine Taschen zum Aufbewahren ihrer Dinge haben. Fälschlicherweise wurden auch Bilder von illegalen Mülldeponien in Zusammenhang mit den Flüchtlingen gepostet.

WienXtra hat für euch eine Reihe von weiteren Vorurteilen aufgelistet, die es gegen Flüchtlinge gibt:

 

Wie kann man helfen?

Gerade in den letzten Wochen ist eine große Welle der Hilfsbereitschaft durch die  Bevölkerung gegangen. Viele Freiwillige bemühen sich, den Flüchtlingen nach ihrer harten Reise ein Gefühl des Willkommens zu geben und versorgen sie mit Nahrung, Kleidung, Decken und vielem anderen. Wenn auch du dich gerne an der Hilfe beteiligen würdest, findest du unter dem folgenden Link Informationen dazu:

 
Der ORF hat in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen die Plattform "Helfen. WIE WIR." ins Leben gerufen. Hier findest du zahlreiche Möglichkeiten dich im Rahmen der Flüchtlingshilfe einzubringen.
 
Weitere Infos rund ums Thema Flüchtlinge findest du im Lexikon der Diakonie.
 
 


 


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