Weingläser werden befüllt.
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Alkohol-"Erziehung"

Wenn es darum geht, Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erziehen, so gilt: Was wir tun, ist noch wichtiger, als was wir sagen! Was damit gemeint ist, können Sie hier nachlesen!

Kinder

Kinder werden in ihrer Einstellung zu Alkohol durch das geprägt, was sie in ihrem Umfeld beobachten. Selbstverständlich sind wir Erwachsene nicht perfekt, es geht viel mehr um eine Grundhaltung.

 

Es gilt vorzuleben, dass

...Alkohol ein Genussmittel ist und zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen oder als Begleitung zu gutem Essen, konsumiert wird.
... es klare Grenzen im Umgang mit Alkohol gibt und auch Erwachsene "Nein" sagen: "Ich trinke heute keinen Alkohol, bin mit dem Auto da."
...Alkohol kein Durstlöscher ist: "Danke, kein Bier! Ich habe riesen Durst, bitte Wasser."
... auf Festen antialkoholische Getränke selbstverständlich sind und es nicht nur Alkoholisches gibt.

 

Der Nachwuchs nimmt uns nur dann ernst, wenn wir fordern, was wir selbst einhalten. Oft fallen ganz nebenbei Sätze - "Anstoßen kannst ja wenigstens mit uns." - "Der Tag war furchtbar, jetzt brauch ich ein Glas Wein." Kinder haben feine Antennen, sie lernen, dass "Nein sagen" nicht akzeptiert wird bzw. Alkohol entspannen oder trösten kann. Es lohnt sich, den eigenen Umgang mit Alkohol zu reflektieren.

 

Jugendliche

Jugendliche probieren Alkohol aus. Das ist normal und auch Voraussetzung, um einen verantwortungsvollen, am Genuss orientierten Umgang zu lernen. Die ersten Erfahrungen werden meist im Alter von 12-13 Jahren gemacht. Ein generelles Verbot ist unrealistisch. Es gilt Informationen und Orientierung in Form von klaren Richtlinien zu geben und dabei weder zu dramatisieren, noch zu verharmlosen.

 

Richtlinien

 

  • Informieren Sie sachlich über Wirkungsweisen und Risiken. Den richtigen Ton zu treffen, ist nicht einfach. Broschüren und Webpages bieten Hilfe.
  • Leiten Sie an, Freunde im Blick zu haben. Erklären Sie, was ein Notfall und wie zu reagieren ist: Stabile Seitenlage, Erbrochenes entfernen, 144 wählen.
  • Geben Sie klare Regeln vor, z. B.: Kein Moped/Autofahren unter Alkoholeinfluss. Niemals mit Betrunkenen mitfahren.
  • Machen Sie Mut zu Selbstbewusstsein! Jugendliche müssen lernen, dass sie ein Recht haben, "Nein, zu sagen" und "echte" Freunde das akzeptieren.
  • Seien Sie da, wenn sich ihr Kind im Notfall vertrauensvoll an Sie wendet.

 

 

Reaktion auf Rausch

Kommt Ihr Kind betrunken nach Hause, zeigen Sie, dass Sie froh sind, dass es gesund zu Hause ist. Nützen Sie erst den nächsten Tag für ein Gespräch. Verzichten Sie auf Vorwürfen, fragen Sie stattdessen nach, wie es dazu kam und welche Sorgen Sie sich machen. Schmunzeln über den "ersten Rausch" verstärkt das Verhalten und zeigt vor allem, dass Sie keine klare Haltung zu diesem Thema haben.

 

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