Handy und Posits mit Herz und Sprechblasen.

Die erste Liebe

Wie können Eltern mit der ersten Verliebtheit des Kindes umgehen und bestmöglich unterstützen?

 

Den eigenen Nachwuchs glücklich strahlen zu sehen, das ist das, was wir uns für die jungen Menschen, die wir fest in unserem Herzen haben, am allermeisten wünschen. Doch manchmal bringt dieses Leuchten in ihrem Gesicht, doch auch ein wenig Unbehagen. Dann, wenn es um die erste Liebe geht.

Egal, ob sich das eigene Kind direkt anvertraut oder nicht. Die magischen Gefühle der ersten Verliebtheit bleiben selten ganz vor den Eltern versteckt. Zumindest die Stimmung ist sicht- und spürbar. Etwa das Nicht-Aus-Den-Augen-Lassen des Handys oder das Leuchten in den Augen.

 

Eigene Geschichte ermöglichen

Dass die Stimmungshochs des Kindes oft auch Unbehagen auslösen, hat mitunter mit den eigenen Erfahrungen zu tun. War die erste eigene Liebe schmerzhaft oder ist das eigene Beziehungserleben negativ geprägt, so können Ängste ausgelöst werden. Auch Eifersucht, nicht mehr die wichtigste Bezugsperson zu sein, kommt durchaus vor. Alle diese Gefühle dürfen Platz haben, wichtig ist aber: Halten Sie kurz inne und fühlen Sie in sich hinein. Versuchen Sie ihren Anteil zu erkennen und zu verstehen. Sprechen Sie mit Freund*innen, über das was in ihnen vor sich geht. Sprechen Sie auch als Eltern miteinander über ihre Gefühle. Reflektieren Sie, was ihre Einstellung ist. Lassen Sie Ihrem Nachwuchs aber den Platz, seine eigenen Erfahrungen machen zu dürfen und seine eigene Geschichte in der Liebe schreiben zu dürfen. Verzichten Sie auf Warnungen wie „Du wirst schon sehen, irgendwann wird man immer enttäuscht.“

 

Gefühle ernst nehmen

Verliebtheit ist in jedem Alter ein intensives Gefühl. Auch wenn es aus dem Erwachsenenblick wahrscheinlich erscheint, dass diese erste Liebe nicht lange halten wird, so gilt es die Gefühle ernst zu nehmen. Sie brauchen ein Gegenüber, das sie mit Respekt behandelt. So kann eine vertrauensvolle Beziehung entstehen, die vielleicht sogar ein Anvertrauen möglich macht. Vermeiden Sie in jedem Fall, dass sich Ihr Kind bloßgestellt fühlt. „Wisst ihr schon, wer jetzt verliebt ist?“, bei einem Familientreffen ist ein No-Go.

 

Intimsphäre wahren

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Privatsphäre. Liebesgefühle sind weder erlaub- noch verbietbar. Verzichten Sie, auch wenn es mitunter schwerfällt, auf Verhörtaktiken oder gar das Ausspionieren des Handys oder des Social Media Profils des eigenen Kindes. Jugendliche entscheiden ganz unterschiedlich, ob und wieviel sie den Eltern anvertrauen. Diese Individualität sollte auch möglich sein. Trotz alledem können Sie immer zeigen, dass Sie da sind bzw. mitbekommen, was gerade los ist, etwa durch: „Du strahlst im Moment so, ich freue mich, dass es dir gerade so gut geht.“ Oder auch ein „Ich merke dass es dir im Moment nicht gut geht, ich bin da, wenn du mich brauchst.“ Hilfreich ist auch ein Trennen, nach dem Motto: „Es ist nicht okay, wie du dich gerade mir gegenüber verhältst, ich verstehe aber, dass du gerade sehr verletzt bist.“

 

Wahl akzeptieren

Natürlich kann es auch sein, dass Sie die Auswahl Ihres Kindes nicht gut finden. Je mehr Sie versuchen, Ihrem Kind die Person auszureden, für die es große Gefühle hegt, umso größer kann die Kluft zwischen Ihnen vermutlich werden. Je eher Sie ein ungutes Gefühl haben, umso mehr könnten Sie z.B. Treffen zu Hause ermöglichen, um Ihr Kind bestmöglich unterstützen zu können. So sehr wir uns das auch wünschen, ist es nicht möglich, den Nachwuchs gänzlich vor Enttäuschungen und Kränkungen zu schützen. Ein Trösten und ehrliches Teilen von eigenen Erfahrungen ist allerdings immer möglich.

 

Als Schutzschirm wirken

Unser Leben findet sowohl in der offline, als auch in der online Welt statt. So ist es nur natürlich, dass auch das Verlieben mitunter digital geschieht. Eltern die hier ihre Kinder unterstützen, können ein wichtiger Schutzschirm für sie sein. Erlauben Sie dezidiert Treffen mit Personen, die das Kind im Internet kennen gelernt hat. Legen Sie dafür aber klare Regeln fest. Bei jüngeren Kindern etwa, dass sie bei ersten Treffen mit dabei sind. Selbstverständlich mit entsprechendem Abstand. Etwa ein paar Tische weiter. Wir wollen doch nicht peinlich sein ;) Durch ein Zeichen, das man sich vorher ausmacht, können Sie dann den Treffpunkt verlassen.

Gerade Personen, die aus einem kriminellen Interesse heraus versuchen, im Internet Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen, so genannte Cyber-Groomer, suchen dezidiert nach Kindern mit vielen Verboten. Auch hinsichtlich des Verschickens von Fotos sollten sie klare und gut begründete Regeln aufstellen, anstatt es gänzlich zu verbieten.

 

Das Annehmen ermöglichen

Vielleicht verliebt sich ihr Kind so, wie sie es sich erwarten. Vielleicht aber auch ganz anders. Bedenken Sie, dass Sie ganz aktiv dazu beitragen, ob sich ihr Kind so annehmen kann, wie es eben ist und wie es sich eben verliebt.

 

Noch mehr Informationen für Eltern

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