Bunte Zeichnung einer Frau.
ssoosay (bearb.) via Compfight cc

Generation Porno

Immer früher, immer schlimmer!?! Durch die Wissenschaft wissen wir, das Jugendliche pornografische Inhalte nützen, auch wenn wir gerne glauben möchten, der eigene Nachwuchs hat damit nichts zu tun. Wie man damit umgehen kann, erfahren sie hier.

Wie ist die Generation Porno?

Alles immer früher, heftiger und ohne Bezug zu Liebe und Vertrauen. Schlagwörter, die in Zusammenhang mit "der heutigen Jugend" häufig fallen. Doch stimmt das eigentlich? Jugendliche heute haben ganz andere Möglichkeiten sich über Sexualität zu informieren, als wir Erwachsenen in unserer Jugend. Mussten wir früher heimlich in diversen Zeitschriften nach Antworten suchen, ist es jetzt jederzeit möglich sich über das Internet Informationen zu holen. Das ist ein großer Vorteil, den viele Jugendlichen nützen. Das Angebot im Netz reicht dabei von sehr gut geeigneten Aufklärungsseiten bis zu Seiten mit Fehlinformationen und pornografischen Inhalten.
 

Jugendliche suchen nach möglichst konkreten Antworten auf ihre Fragen zur Sexualität. Wenn es um Informationssuche im Internet geht, so sind auch pornografische Darstellungen ein Thema. Beim Surfen stoßen Jugendliche, häufig auch ohne bewusst danach zu suchen, auf pornografische Seiten, etwa durch Werbung, Pop-ups oder Suchergebnisse. Denn googelt man sexuelle Themen, erhält man als Ergebnisse nicht nur seriöse Aufklärungsseiten. Häufig werden auch Porno Clips im Freundeskreis getauscht.

Das hat aber nichts mit einer Verrohung zu tun, sondern entspricht der völlig altersgemäßen Suche nach Antworten auf Fragen zu sexuellen Themen. Häufig wissen sie durch die Aufklärung zwar über die rein biologischen bzw. technischen Abläufe Bescheid, nicht aber, wie "es" wirklich geht. Pornografische Seiten liefern ihnen scheinbar genau jene Antworten auf Fragen, die sie im Rahmen der Aufklärung nicht beantwortet bekommen. Und genau darin liegt auch das Problem.

 

Erleichterter Zugang

Es ist unmöglich Jugendliche gänzlich vor Pornografie zu bewahren. Häufig stoßen sie ohne bewusstes Suchen darauf, etwa durch Werbung oder Videos von Freunden. Nicht selten erstmals im Volksschulalter.

Die "Generation Porno" hat durch die digitalen Medien einen erleichterten Zugang zu Pornografie. Aber ist sie dadurch wirklich verroht? Befragt man Jugendliche, was für sie Sexualität ist, dann fällt am häufigsten das Wort Liebe. Auch das durchschnittliche Alter des ersten Mals liegt seit vielen Jahren unverändert bei 16 Jahren. Doch Aufklärung schützt mehr denn je!

 

Biologie ist zu wenig!

Der Nachwuchs hat viele technische Informationen über Sexualität, das Wissen darüber, wie "es" aber wirklich geht, fehlt oft. Pornografische Seiten liefern dann scheinbar genau die Antworten auf Fragen, die im Rahmen der Aufklärung nicht beantwortet wurden. Pornografische Darstellungen können Jugendliche verunsichern, wenn sie keine Informationen über reale Sexualität haben.


Dann können völlig falsche Erwartungen an sich selbst entstehen, die Druck erzeugen. Burschen wie Mädchen geraten oft in eine Art Leistungsdruck, genauso große und "perfekte" Geschlechtsteile haben zu müssen wie die Pornodarsteller. Mädchen glauben, an ihren Brüsten sei etwas falsch, da sie sich im Liegen anders verhalten als die, die sie im Internet oder Fernsehen gesehen haben. Sie werden mit Praktiken konfrontiert, von denen Sie annehmen, dass auch sie sie "durchführen" müssen, um den Partner halten zu können.

 

Verunsicherung durch fehlende Information

Jugendliche verstehen sehr schnell, dass Pornografie Fiktion ist, wenn sie gelernt haben, was reale Sexualität bedeutet.

 

Informationen über Sexualität sind wichtig

Auch wenn uns das oft nicht leicht fällt, ist es unglaublich wichtig, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln,

… was Sexualität ist – und das über rein biologische Informationen hinaus,
… dass in der Sexualität immer nur stattfinden darf, was die Beteiligten in dem Moment beide als angenehm erleben,
… dass nur sie selbst über ihren Körper bestimmen dürfen und vor allem
… dass sie auf ihre Gefühle vertrauen können und dürfen.

 
 

Sexualpädagogisches Video

Dieses sexualpädagogische Video für Jugendliche thematisiert den Unterschied zwischen realer Sexualität und Pornografie in der Episode 3.

 
 

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