Mädchen auf einsamer Straße mit Teddybär.
CC0 / Pixabay Greyerbaby (bearbeitet)

Heimweh

Schikurse, Landschulwochen, Ferienlager, etc. lösen bei Kindern häufig Heimweh aus. Wie Sie Ihr Kind auf den Aufenthalt vorbereiten und Heimweh vorbeugen können, lesen Sie hier:
 

Auslöser für Heimweh

Heimweh ist ein unangenehm erlebtes Gefühl, das den Wunsch auslösen kann, einen fremden Ort verlassen zu wollen, um nach Hause zurück zu kehren. Auslöser für dieses Gefühl ist die Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit des Bekannten. Tagesabläufe, Regeln und Personen geben uns die Ruhe, die wir zu Hause verspüren. Durch einen Ortswechsel werden diese Routinen durchbrochen. Unruhe, Unsicherheit und Angst können die Folgen sein.

 

Entsteht Heimweh, ist es zunächst wichtig, den Auslöser dafür zu finden. Streitereien in der Gruppe, ungewohntes Essen, wenig Schlaf, neue Freunde und Bezugspersonen oder auch die ersten Nächte in einem anderen Bett sind nur einige der Gründe, die zu Heimweh führen können.

 

Aufenthalt angenehmer gestalten

Aus den gewonnenen Informationen kann man Ansatzpunkte finden, um dem Kind das Heimweh zu nehmen. Tipps um den Streit zu schlichten, ein Ritual vor dem Schlafengehen, das erholsamen Schlaf verspricht und die Ablenkung durch die Teilnahme an vielen Aktivitäten beruhigen das Gemüt des Nachwuchses. Ermutigen Sie Ihr Kind auch dazu, sein Heimweh nicht für sich zu behalten, sondern sich jemandem anzuvertrauen. Aussprache hilft.

 

Heimweh vorbeugen

Auch vorbeugend kann man einige Maßnahmen ergreifen, um dem Kind den Aufenthalt zu erleichtern.

 
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  • Lassen Sie Ihren Sprössling vor der Anmeldung zu einem Ferienlager bereits bei Freunden übernachten, damit er die neue Situation schrittweise kennenlernt.
  • •Schicken Sie ihn nicht weg, wenn er keinesfalls fahren möchte, wählen Sie das Lager mit ihrem Kind gemeinsam aus und besuchen Sie, wenn möglich, den Ferienort bereits vor der Anmeldung zu diesem mit Ihrem Kind.
  • •Geben Sie Ihrem Nachwuchs etwas persönliches mit, um sich den Aufenthalt heimischer zu gestalten. Ein Stofftier, die Lieblingskekse und ein Tagebuch, um aufquellende Gefühle aufschreiben zu können, können gute Dienste leisten.
 
Mädchen schaut traurig.
Foto © "im Augarten Wien" von Flotografie unter creative commons Lizenz
 

Telefonate mit dem Kind

Telefonate sollten vermieden werden oder zu fix vereinbarten Tageszeiten stattfinden. Gespräche des Kindes mit den Eltern lassen die Sehnsucht wachsen. Da Heimweh meist abends auftritt, sollte man zu dieser Tageszeit nicht miteinander telefonieren.

 

Betreuungspersonen informieren

Vermuten Sie, dass Ihr Kind Heimweh bekommen könnte, informieren Sie die Betreuer des Ferienlagers darüber. Sollte Ihr Nachwuchs das Lager als einzige Qual erleben, können diese Sie darüber informieren und Sie bitten, Ihr Kind abzuholen. Äußert Ihr Kind diesen Wunsch, halten Sie Rücksprache mit den betreuenden Personen, da ein solcher Wunsch oft durch eine vorübergehende Situation ausgelöst wird und sich schon nach kurzer Zeit wieder legt.

 

Strategien besprechen

Bieten Sie Ihrem Kind nicht an, es jeder Zeit abzuholen, da dieses sich sonst womöglich nicht im Lager einleben kann und will. Achten Sie auch darauf ihre Angst, dass Ihr Nachwuchs Heimweh bekommt, nicht auf Ihr Kind zu übertragen. Bereiten Sie das Kind aber darauf vor, dass es Heimweh bekommen könnte und dies ein ganz normales Gefühl ist. Im Zuge dieses Gesprächs können Sie Ihren Sprössling auch auf den Umgang mit diesem Gefühl vorbereiten und Strategien zur Ablenkung mit ihm durchgehen.
 


 

 

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