Mädchen mit einer Bankomatkarte in der Hand.
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"Ich will das und zwar jetzt." Konsumerziehung, aber richtig!

Wer kennt sie nicht, die ständige Auseinandersetzung mit dem Nachwuchs darüber, was gekauft wird und was nicht. Wie eine sinnvolle Konsumerziehung aussehen kann, erfahren Sie hier.

Die ständige Auseinandersetzung mit dem Nachwuchs darüber, was gekauft werden soll und was nicht, ist eine Herausforderung für Eltern und kostet Kraft. Beginnend beim Warten an der Supermarktkasse, umringt von lockenden Süßigkeiten. Der Nachwuchs hat immer mehr Geld zur eigenen Verfügung und ist heute eine beliebte Zielgruppe für Werbebotschaften. Es werden immer neue Produkte präsentiert und Bedürfnisse kreiert.

 

Klienten von Schuldnerberatungsstellen werden immer jünger. Selbst Jugendliche können bereits so hoch verschuldet sein, dass sie alleine nicht mehr wissen, wie sie die Schulden begleichen sollen. Wichtig ist, Heranwachsende an ein maßvolles Konsumverhalten heranzuführen. Dabei gilt es an folgenden Bereichen anzusetzen:

 

Umgang mit Geld

Der Umgang mit Geld kann von Beginn an spielerisch beigebracht werden, z.B. beim Spielen mit dem Kaufmannsladen. Haben Sie als erwachsene Person einmal zu wenig Geld dabei und überlegen Sie dann laut, welches Produkt wieder zurückgelegt wird. So lernen Kinder nebenbei, dass Geld keine unerschöpfliche Quelle ist. Um einen maßvollen Umganges zu lernen, brauchen Kinder eigenes Geld, über dessen Verwendung sie selbst entscheiden dürfen. Taschengeld sollte spätestens mit Schuleintritt regelmäßig ausbezahlt werden. Zu diesem Zeitpunkt können Kinder schon kleinere Beträge nachrechnen und den Dingen einen Wert zuordnen. 
Die Auszahlung muss zunächst wöchentlich erfolgen, da unter 10 jährige noch nicht so lange planen können, dann monatlich.

 

Bedürfnisse aufschieben

Dass Bedürfnisse nicht immer spontan befriedigt werden können, müssen Kinder erst lernen. Gerade beim Taschengeld können Sie beratend zur Seite stehen und aufzeigen, was damit alles gemacht werden kann, wenn man es einige Zeit aufspart. Dann sind nicht nur Naschereien, sondern vielleicht auch ein lang gewünschte Spiel möglich. Es geht darum, dass Kinder erleben, dass ihre Wünsche durchaus erfüllbar sein können, es allerdings dann notwendig ist, auf etwas anderes zu verzichten bzw. länger darauf hinzuarbeiten.

 

Selbstbewusstsein

Melden Sie Ihrem Kind immer wieder zurück, was Sie besonders an ihm schätzen. Welche Eigenschaften es ausmachen, welche Stärken es hat und was es besonders gut kann. Dadurch entwickelt ihr Kind ein gesundes Selbstbewusstsein. Es lernt, dass es nicht nur etwas wert ist, in dem es etwas besitzt. Zeigen Sie auf, wie man in einer Gruppe offen auf andere zu gehen kann und ermutigen Sie es, eine eigene Meinung zu entwickeln und auch zu verteidigen.

 

Wertschätzung

Lassen Sie den Nachwuchs daran teilhaben, was Dinge kosten und wie viel dafür gearbeitet bzw. gespart werden muss. Kinder müssen lernen, dass Dinge einen Wert haben und ein Gefühl dafür entwickeln, dass es finanzielle Grenzen gibt.

 

Vorbild

Kinder lernen vor allem auch an ihren erwachsenen Vorbildern. Blicken wir ehrlich und kritisch auf unser eigenes Konsumverhalten!

 

Gruppendruck

In der Pubertät grenzen sich Jugendliche von den Erwachsenen ab und suchen Anerkennung bei den Gleichaltrigen. Dabei spielen auch Konsumartikel, wie Kleidung oder Handys, eine Rolle. Wiesen Sie darauf hin, dass es echten Freunden sicher nicht auf das Etikett eines T-Shirts ankommt. Ermutigen Sie den Nachwuchs, sich über seine Stärken und Interessen in eine Gruppe einzubringen. Thematisieren Sie auch den Einfluss von Werbung und regen Sie an, zu überlegen, warum ein bestimmtes Kleidungsstück gewünscht wird.

Aber respektieren Sie auch, dass Jugendliche noch unsicher sind und ein Selbstbewusstsein auch erst entwickeln müssen. Es ist okay, wenn das ein oder andere Markenstück wichtig ist. Es geht darum, dass wir mit Botschaften unterstützen, sich nicht ausschließlich über Statussymbole zu definieren. Wichtig ist es auch, den Jugendlichen u.a. den Preisunterschied aufzuzeigen und sie anhand eines gewissen Einkaufsrahmens selbst entscheiden zu lassen, ob es nur ein teures Kleidungsstück oder doch mehrere günstigere sein sollen.

 

Geld ist kein Erziehungsmittel

Das Verhalten sollte nicht von Geld gelenkt sein, sondern von Überlegungen, welche Auswirkungen es hat.

 

Eigenes Konto

Ein eigenes Konto ist erst dann sinnvoll, wenn sich der Jugendliche das Taschengeld selbst bereits einteilen kann. Wichtig ist, das Konto gemeinsam auszusuchen und den Nachwuchs am Vergleichen der unterschiedlichen Bedingungen teilhaben zu lassen. Achten Sie darauf, dass es keinen Überziehungsrahmen gibt und bestehen Sie darauf, dass der Nachwuchs den Kontostand regelmäßig kontrolliert.

 

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