Mädchen mit Koffer sitzt auf einem Stein.
CC0 / PixabayPezibear (bearbeitet)

Ma! Pa! .... Ich bin dann mal weg!

Was wenn der Nachwuchs alleine verreisen möchte? Welche Gesetze gelten, worauf sollte man achten? Antworten finden Sie hier.
 

Mit dem Eintritt in die Pubertät verliert der gemeinsame Familienurlaub oft zunehmends an Attraktivität. Die Forderung nach einem Urlaub mit den Freunden wird laut. Für Eltern bedeutet diese Situation eine Gradwanderung zwischen Freiraum geben und Grenzen setzen. Jugendliche verabschieden sich gerne mit "Macht euch keine Sorgen", doch das ist leichter gesagt, als getan.

 

Ab wann dürfen Jugendliche alleine reisen?

Es gibt kein Gesetz, das vorgibt, ab wann man als Elternteil den Nachwuchs alleine verreisen lassen muss bzw. soll. Die Entscheidung liegt bis zum 18. Geburtstag bei den Eltern. Das Jugendschutzgesetz gibt jeweils einen rechtlichen Rahmen vor. Sie dürfen nichts über diesen gesetzlichen Rahmen hinaus erlauben, allerdings strengere Regeln festsetzen. Es gelten jeweils die Jugendschutzgesetze am jeweiligen Urlaubsort! Wohnen Sie mit Ihrer Familie z.B. in Oberösterreich und möchte Ihr Kind bei einem Festival im Burgenland Campen, gelten die burgenländischen Jugendschutzgesetze. Das gilt auch für Reisen außerhalb von Österreich.

Informationen zu den jeweiligen Jugendschutzgesetzen finden Sie hier:

 
 

Information schützt

 

  • Beziehen Sie in Ihre Entscheidung mit ein, inwiefern Sie sich im Alltag auf Ihr Kind verlassen können und wer die Reisepartner/innen sind.
  • Erkundigen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind über die Jugendschutzbestimmungen am Urlaubsort, vor allem hinsichtlich auswärtigem Übernachten (in Hotels, Jugendherbergen und auf Campingplätzen), das Weggehen am Abend, den Besuch von Lokalen und Veranstaltungen, sowie den Konsum von Alkohol.
  • Geben Sie am besten eine schriftliche Einverständniserklärung mit. Diese sollte auch Ihre Telefonnummer für eventuelle Nachfragen enthalten!

 

 

So kann eine Einverständniserklärung aussehen:

Es reicht wenn Sie ganz formlos ein paar Zeilen formulieren. Z.B.

Ich, ......, bin davon in Kenntnis gesetzt und erlaube, dass meine Tochter/mein Sohn,....., sich von ...... bis ...... in ........ aufhält.

Name
Adresse
Telefonnummer

Eventuell macht es auch noch Sinn eine Kopie Ihres Reisepasses mitzuhaben.

Fürs Ausland ist es sinnvoll, das Schreiben entweder in der jeweiligen Landessprache mitzunehmen oder zumindest auf Englisch.

 

 

  • Treffen Sie klare Vereinbarungen bezüglich des Kontakthaltens, an die sich dann sowohl Eltern als auch Jugendliche halten sollten. Ob ein tägliches SMS, ein wöchentlicher Anruf oder bestimmte Skypezeiten handeln Sie am besten gemeinsam aus.
  • Speichern Sie am Handy unter ICE (In Case of Emergency) Ihre Handynummer ein. Achtung immer mit der österreichischen Ländervorwahl 0043. Auch die europäische Notfallsnummer 112 ist sinnvoll einzuspeichern.
  • Der Jugendliche sollte ausreichend Geld mithaben, eventuell auch zusätzliches Geld für mögliche Notfälle.
  • Besprechen Sie, an wen man sich vor Ort wenden kann, wenn es einen medizinischen Notfall gibt, man den Reisepass verloren hat oder bestohlen wurde.

 

 

  • 147 Rat auf Draht berät auch Eltern!


    PsychologInnen beantworten Ihre Fragen und beraten Sie bei Problemen. Rund um die Uhr, anonym und ohne Vorwahl zum Nulltarif aus ganz Österreich.