Mädchen zeigt ein Handy.
CC0 / Pexels (bearbeitet)

"Ma! Pa! ich brauche ein Handy"

Handys gehören zu unserem Leben dazu. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich der Nachwuchs mit dem Wunsch nach einem Mobiltelefon an die Eltern wendet. Ab wann ist ein Handy sinnvoll, worauf sollte man achten? Hier können Sie mehr dazu erfahren.
 

Wann das "richtige" Alter für ein eigenes Handy ist, können Eltern nur individuell für Ihr Kind festlegen. Es gilt darauf zu achten, ob der Nachwuchs bereits verantwortungsvoll mit Gegenständen umgehen kann. Fragen Sie genau nach, warum das Handy für den Nachwuchs gerade so wichtig ist, worüber sich Ihr Kind bereits erkundigt hat. Achten Sie darauf, ob sich ihr Kind schon ein wenig auskennt, welche Argumente es sich ausgedacht hat. Mit Beginn der Pubertät werden die Gleichaltrigen immer wichtiger und die Kinder übernehmen immer mehr Eigenverantwortung. Ein Handy kann diese Entwicklung stärken, vor allem wenn Sie es in einem verantwortungsvollen Umgang damit anleiten. Gerade mit Übertritt von der Volksschule in eine weiterführende Schule steigt oft das Bedürfnis nach einem Handy.

 

Verbot nicht zielführend

Ein generelles Verbot ist nicht sinnvoll, da das Handy gerade für Jugendliche ein wichtiges Kommunikationsmittel ist. Das Handy kann auch für Eltern eine wichtige Funktion erfüllen, da der Nachwuchs im Notfall schnell Hilfe organisieren kann und auch Sie Ihr Kind erreichen können.

 
Spielzeughandy.
Foto © "Telefon von Anna-Popanna unter creative commons Lizenz
 

Der Kostenfalle entgehen

Wichtig ist, von Anfang an mit Ihrem Kind zu besprechen, was welche Dienste zu welcher Uhrzeit kosten (z.B. SMS, MMS). Installieren Sie bei Smartphones Ihrem Nachwuchs auch die entsprechende App des Anbieters, mit der man überprüfen kann, wie viel der im Paketpreis enthaltenen Dienste bereits verbraucht wurden. Sprechen Sie auch über Alternativen, es gibt z.B. Apps über die man sich kostenlos SMS senden kann. Anstatt einer teuren MMS kann man Bilder mit Smartphones günstiger via Mail versenden. Gerade bei Jüngeren bieten sich Wertkartenhandys an. So können Sie überprüfen, ob Ihr Kind sich ein gewisses Volumen bereits selbständig einteilen kann.

 


Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und blockieren Sie von Beginn an Mehrwert SMS, Daten-Roaming und Mehrwertnummern. Bei den meisten Handys können Sie das direkt am Handy einstellen. Sie können auch beim Netzbetreiber nach Hilfe fragen!

 

Rechtliche Infos

Informieren Sie Ihr Kind auch darüber, dass der Besitz und das Weitersenden von Gewaltvideos und pornografischen Inhalten (etwa auch das Nacktbild einer unter 18 jährigen Freundin) verboten sind. Viele wissen das nicht.

 

Sexting

Immer mehr Jugendliche verschicken Nacktbilder bzw. erotische Bilder von sich selbst (=Sexting), oft als Liebesbeweis. Endet dann die Beziehung, landen die Fotos nicht selten im Netz. Ein Verbot zeigt meist keine Wirkung. Sinnvoller ist es, Jugendliche anzuleiten, ausschließlich Fotos aus der Hand zu geben, die so kunstvoll gestaltet sind, dass sie auch in einer Zeitschrift abgedruckt werden könnten.

Wendet sich ihr Kind vertrauensvoll an Sie, wenn etwas passiert ist, dann reagieren Sie nicht mit Vorwürfen. Sonst wird Sie Ihr Kind in Gefahrensituationen nicht mehr um Hilfe bitten. Gerade auch Internetverbote sind dann nicht zielführend. Bieten Sie stattdessen ihre Hilfe an und überlegen Sie gemeinsam, wie man derartige Situationen in Zukunft vermeiden kann.

 
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