Mädchen hält sich erstaunt die Hände vor den Mund.
CC0 / Pixabay (bearbeitet)

Mama, Papa, das Internet wird gelöscht!

Viele Kinder und Jugendliche haben zur Zeit Angst, dass ihre Lieblings-YouTube-Kanäle gesperrt oder das Internet gänzlich gelöscht werden könnte. Woher kommt die Sorge?
Hintergrund ist der sogenannte Artikel 13. Ein kleiner Teil eines Gesetzesentwurfes zum Urheberrecht im digitalen Bereich, der im September im Europäischen Parlament angenommen wurde. Wie die finalen Regelungen aussehen werden, ist noch nicht geklärt.
 
Auch jetzt schon ist es klar nicht erlaubt, urheberrechtlich geschützte Inhalte auf Plattformen wie YouTube oder Instagram zu veröffentlichen. So darf z.B. das Musikvideo von der Lieblingsband nicht hochgeladen werden, außer man hat die ausdrückliche Erlaubnis dafür. Im Normalfall kann man diese Inhalte auch gar nicht hochladen, da Filter das zu verhindern versuchen. Gelingt es trotzdem, kann man selbst für diesen Urheberrechtsverstoß belangt werden, etwa mit einer Geldstrafe. Der Artikel 13 sieht in der Entwurfsfassung vor, dass nicht mehr die Nutzer für die Urheberrechtsverstöße haften, sondern die Plattformen. So sollen Urheberrechtsverletzungen eingedämmt werden.
 
Viele Plattformen melden sich zu Wort, so hat beispielsweise die Chefin von YouTube, Susan Wojcicki, einen offenen Brief geschrieben, der wiederum viele YouTuber veranlasst hat, den Artikel 13 in Videos zu behandeln. Oft passiert das sehr angstmachend und mit wenig tatsächlichen Fakten. Etwa unter dem Titel „2019 wird mein Kanal gelöscht“. Das hat gerade unter dem jungen Publikum wirklich Panik verursacht. Den YouTubern bringen diese Videos allerdings viel Reichweite.
 
Mittlerweile gibt es auch viele Kettenbriefe zu diesem Thema, die meist über
WhatsApp verbreitet werden. Jugendliche werden mit den Hashtags #SaveYourInternet oder #WirGegenArtikel13 aufgefordert, sich einer Petition anzuschließen.
 
Fakt ist, niemand weiß, in welcher Form das neue Gesetz wirklich kommen wird. Es gilt zwischen Panikmache, wirtschaftlichen Interessen und berechtigten Bedenken hinsichtlich der Meinungsfreiheit im Internet zu unterscheiden.
 

Ihr Kind hat Angst? Was tun?
 

Nehmen Sie die Ängste ernst. Gehen Sie gemeinsam auf Ursachenforschung. Sehen sie sich z.B. das Video des Lieblings-YouTubers an, und überprüfen sie gemeinsam die Inhalte.
Wichtig ist dabei, den Nachwuchs sensibel und verständnisvoll verstehen zu lassen, warum auch Informationen ihrer Vorbilder, nicht immer stimmen. Finden Sie gemeinsam heraus, welche Bedenken realistisch sind.


Hilfreich können dabei folgende Artikel und Videos sein:
 
 
 
 
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