Jugendliche auf einem Sofa, jeweils entweder mit Laptop oder Handy.

Mediensucht

Gibt es den Nachwuchs eigentlich noch ohne Handy, Konsole und Co? Oft hat man den Eindruck, Medien dominieren die Freizeit. Aktuelle Studien können dahingehend aber beruhigen, nach wie vor ist die Lieblingsbeschäftigung von Jugendlichen, das Treffen von Freunden. Und das ganz in echt und nicht online.

Medien, wie Computer, Konsole, Handy und Fernseher dürfen ein Teil der Freizeitbeschäftigung sein. Da spricht nichts dagegen. Problematisch wird es immer dann, wenn sie zur alleinigen Gestaltung der Freizeit werden.

 

Auffälliges Verhalten

Wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum nur mehr vor dem Fernseher hängt, das Handy nicht mehr aus der Hand legt oder Computerspiele unentbehrlich sind, kann das ein Hinweis auf Probleme oder Krisen sein. Die Online-Welt ist nicht selten ein Ort, zu dem Jugendliche flüchten, wenn die reale Welt gerade keinen reizvollen Ort darstellt. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass das Verhalten bereits Suchtcharakter zeigt. Nur wenige Personen, die viel Zeit mit Medien verbringen, zeigen auch tatsächlich suchtähnliches Verhalten.

 

Problematisches Ausmaß

Der Umgang mit Medien kann ein problematisches Ausmaß annehmen, wenn mehrere dieser Kriterien gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum auftreten:
 

  • Ihr Kind macht nichts anderes mehr, als sich mit Medien zu beschäftigen.

  • Ihr Kind schafft es nicht mehr, sich von Internet, Konsole und Co zu trennen, auch wenn es selbst merkt, dass es zu viel ist.

  • Es muss immer mehr Zeit mit den Medien verbracht werden, damit sich das Kind "zufrieden" fühlt.

  • Können die Medien einmal nicht genützt werden, z.B. aufgrund einer Familienfeier, ist das Kind nervös, gereizt oder aggressiv.

  • Schulische Leistungen leiden bereits und auch die sozialen Kontakte zu den Freunden werden immer weniger oder sind gar nicht mehr vorhanden.

 

Unterstützung holen

Holen Sie sich professionelle Hilfe. "147 Rat auf Draht" kann man mit Ihnen den Medienkonsum Ihres Kindes einschätzen, Ihnen aber auch Beratungsstellen in ganz Österreich nennen.

 

Maßvoller Umgang

Generell gilt es, Kinder zu einem kritischen und maßvollen Umgang mit Medien anzuleiten. Der Nachwuchs muss lernen, dass es viele verschiedene spannende Beschäftigungen gibt. Bieten Sie Alternativen an und gehen Sie mit Beispiel voran. Geben Sie Freiraum, aber schaffen Sie auch Grenzen, wie z.B. keine Medien während des Essens, alle Geräte über die Nacht ausschalten. Sie geben dem Nachwuchs einen Rahmen. Auch wenn wir riskieren, dadurch als Eltern völlig uncool zu sein. Haben wir den Mut dazu!
 


 


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