Schild auf dem steht
CC0 / Pixabay wattblicker (bearbeitet)

Mobbing ist nicht normal!

Seit Jahren zeigen Studien, dass weltweit viele Kinder von Mobbing in der Schule betroffen sind. Auch ein gerade veröffentlichter Bericht der UNICEF bestätigt dies. In Österreich sind Kinder und Jugendliche besonders häufig betroffen. Trotz alledem wird Mobbing oft nicht ernst genommen und als normal abgetan, da es „das schon immer gegeben hat.“
Seit vielen Jahren stehen wir in Schulklassen und beraten Jugendliche. Wir wissen, wie groß das Problem ist und auch wie groß die Betroffenheit und das Leiden der jungen Menschen ist. Mobbing hat weitreichende Folgen, oft bis in das Erwachsenenleben hinein. Diese können körperlich wie psychisch sein. Manchmal ist das Leid und die Verzweiflung so groß, dass sich Kinder deshalb das Leben nehmen.
 
Aufgrund solch dramatischer Vorfälle gibt es mittlerweile sogar ein eigenes Cyber-Mobbing Gesetz. Denn Mobbing ist weder normal, noch okay, noch eine Kinderei. Mobbing ist in vielen Fällen eine Straftat, und es ist massiv schädigend.
 
Jugendliche, die sich bei Rat auf Draht melden, haben oft schon einen langen Leidensweg hinter sich. Viele erzählen, dass sie sich davor schon versucht haben, Hilfe zu holen, aber nicht ernst genommen wurden. 
 
Kinder und Jugendliche, die gemobbt werden, brauchen Unterstützung. Es ist nicht möglich, dass sie die Situation alleine auflösen!
 
Wenn sich Ihr Kind Ihnen anvertraut, ist das ein großer Vertrauensbeweis. Nehmen Sie es unbedingt ernst und lassen Sie sich einmal alles in Ruhe schildern. Fragen Sie nach, was Ihr Kind schon unternommen hat. Bleiben Sie unbedingt ruhig. Es geht zuerst darum, Glauben zu schenken und da zu sein.
In einem weiteren Schritt können Sie nachfragen, wem es in der Schule geben könnte, mit dem Sie sprechen könnten. Kinder haben meist ein gutes Gefühl, welche Lehrkraft sich dafür eignet.

Auch beim Gespräch in der Schule ist es unerlässlich, ruhig vorzugehen. Schildern Sie die Situation sachlich, fragen Sie nach, wie die Lehrkraft die Situation sieht und besprechen Sie, was gemeinsam getan werden kann, um die Mobbingsituation zu beenden. Machen Sie auch einen Folgetermin aus, um zu besprechen, was in der Zwischenzeit unternommen wurde.

Mobbing zerstört das Selbstwertgefühl. Umso wichtiger ist es, Ihrem Kind zu sagen, dass Sie es lieb haben und was Sie so besonders an ihm finden. Erklären Sie, dass sich andere durch das Mobbing besser fühlen wollen und es mehr mit ihnen zu tun hat.
 
Auch Kinder, die andere mobben, brauchen Unterstützung! Infos dazu finden Sie auf der Webseite von Rat auf Draht.
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