Unglücklich schauendes Mädchen.
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Nachzipf

Wenn eine Wiederholungsprüfung ins Haus steht, beeinflusst das die ganze Familie! Hier können Sie nachlesen, wie Sie Ihren Nachwuchs optimal unterstützen können.

Ein "Nicht genügend" im Zeugnis lässt uns oft vorschnell urteilen. Naja, da wurde mal wieder nicht gelernt. Das Fortgehen war wohl wichtiger, etc. Doch wissenschaftliche Studien zeigen ganz eindeutig, dass schlechte Noten nicht gleichzeitig wenig Anstrengung bedeuten. Ganz im Gegenteil! Oft verbringen die Schüler mit den schlechteren Noten weit mehr Zeit mit Lernen als die guten Schüler. Wenn der Erfolg dann trotz Einsatz ausbleibt, ist die Enttäuschung und Frustration groß. Sehen Sie genau hin und betrachten Sie nicht nur die Note, sondern auch die Umstände, die dazu geführt haben und die dahinterstehende Anstrengung. Ein "Schade, dass es nicht geklappt hat, obwohl du so viel gelernt hast," wirkt manchmal Wunder!

 

Loben Sie Ihr Kind für gute Noten. Sie sind niemals selbstverständlich, auch nicht bei vermeintlich einfachen Fächern. Sehen Sie auch kleine Verbesserungen. Denn das motiviert und gibt Selbstvertrauen und hilft somit auch in der Vorbereitung auf die Nachprüfung.

 

"Nachzipf" erfordert Unterstützung

 

  • Erstellen Sie gemeinsam einen Lernplan. Tragen Sie in einen Kalender ein, welcher Stoff von wann bis wann gelernt werden soll. So kann der Stoff im Laufe der Ferien gut bewältigt werden. Verhindert wird dadurch das Gefühl, es nicht schaffen zu können, sowie der Stress, in kurzer Zeit den oft umfangreichen Prüfungsstoff bewältigen zu müssen. Jugendliche können den Lernplan alleine erstellen, gemeinsam kann er überarbeitet werden.
  • Es ist nicht sinnvoll, den ganzen Tag zu lernen. Bei einem Monat Vorbereitung reichen in etwa 2-3 Stunden pro Tag, mit Pausen dazwischen. Das Wochenende kann ruhig lernfrei sein! Freizeit und Lernen sollen beim Planen berücksichtigt werden!
  • Motivieren Sie ihren Nachwuchs mit einem Belohnungssystem. Für einen eingehaltenen Lernplan pro Woche gibt es z. B. eine längere Ausgehzeit am Samstag oder eine Kinokarte.
  • Unterstützen Sie ihr Kind vor allem durch das Abprüfen. Dies wird oft vernachlässigt, dabei ist das Abprüfen des Stoffes genauso wichtig, wie das Einlernen. Stellen Sie ihrem Nachwuchs Probe-Prüfungen zusammen und üben Sie auch das mündliche Abfragen des Stoffes.
  • Organisieren Sie eine Lernhilfe, falls das Scheitern am Verständnis lag. Dabei sollten Sie auf externe Hilfen zurückgreifen, da diese emotional nicht betroffen sind.
  • Motivieren Sie ihr Kind, den Lehrer zu fragen, wie die Prüfung genau ablaufen wird und auch wie der konkrete Lernstoff aussieht. So kann man sich zielgerichtet vorbereiten.
  • Eine Nachprüfung muss nicht die komplette Ferienplanung über Bord werfen. Denn auch im Urlaub kann, wenn es gut vorbereitet ist, wenige Stunden am Tag gelernt werden, ohne dass der Urlaub zum Stress wird. Die Zeit des Urlaubes kann aber auch vorher „eingearbeitet“ werden. Reden Sie mit ihrem Nachwuchs darüber, was ihm/ihr lieber ist.

 

Denken Sie auch ruhig einmal an Ihre Schulzeit zurück. Mussten Sie vielleicht auch einmal für eine Nachprüfung lernen? Wie haben Sie sich damals gefühlt? Ersparen Sie sich und ihren Kindern unnötige Belastungen in dieser ohnehin nicht immer einfachen Situation.

Seien Sie auch gegenüber Ihrem Nachwuchs ehrlich, was eigene Misserfolge angeht. Denn auch das hilft, mit eigenen Misserfolgen, besser umgehen zu können.
 

 
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