Legosteine liegen auf dem Boden herum.
CC0 / Pixabay Efraimstochter (bearbeitet)

Ordnung halten - ein Kinderspiel?

Chaos im Kinderzimmer! Wer kennt das nicht?! Aber: Wie viel Ordnung ist eigentlich normal? Und welche Vorraussetzungen braucht es, dass Kinder überhaupt Ordnung halten können? Die Antwort auf diese Fragen und viele weitere Tipps, finden Sie hier!
 

Wie viel Ordnung ist normal?

Was als ordentlich oder unordentlich gilt, ist nicht nur zwischen Eltern und Kindern Anlass zu Diskussionen, sondern auch unter Erwachsenen. Die Bewertung dessen, was ordentlich ist oder nicht, kann daher von Familie zu Familie sehr verschieden sein. Sie als Eltern dienen Ihrem Kind als Vorbild. Deshalb wäre es gut, sich im Vorfeld zu überlegen, was Ordnung für Sie bedeutet, warum Ordnung wichtig ist und was Sie Ihrem Kind damit vermitteln möchten.

 

Ein gewisses Maß an Ordnung ist wichtig, damit man Dinge wieder findet und nichts kaputt werden, verderben oder zerbrechen kann, weil es vielleicht am falschen Ort liegt. Zu viel Ordnung ist aber speziell in einem Kinderzimmer hinderlich für die kindliche Entwicklung, da sie das Spiel einengt.

 

Ordnung hängt vom Alter ab

Das Aufräumverhalten ändert sich mit dem Alter des Kindes und muss von klein an trainiert werden. Kinder bis ins Vorschulalter können noch nicht alleine aufräumen. Es ist wichtig, ihnen zu helfen, da sie sonst überfordert sind. Sie können das Einräumen in diesem Alter sehr spielerisch gestalten, indem Sie beispielsweise eine Kiste nehmen, eine zweite dem Kind geben und zwei Staubsauger spielen, die das Spielmaterial einsaugen. Etwas ältere Kinder finden es reizvoll, daraus einen Wettbewerb zu machen um zu testen, wer mehr Spielzeug einräumen kann.

 

Ab dem Schulalter haben Kinder Ordnungsstrukturen verinnerlicht und sind in der Lage, selbständig einzuräumen. In der Pubertät kann es noch einmal schwierig werden. Im allgemeinen Ausprobieren kann auch das Aufräumen zu einem Thema werden, wo sich ein Kind gegen die Eltern und deren Ordnungssinn abgrenzt. Auf einem Mindestmaß an Ordnung können Sie aber dennoch bestehen.

 

Wie stehen Kinder zu Ordnung

Kinder haben häufig eine andere Ordnung als Erwachsene. Kinderzimmer präsentieren sich für Eltern gerne als Ort des kreativen Chaos, wo unzählige Sachen herumliegen und Spielwelten aufgebaut werden. Aus Sicht des Kindes erscheint es absolut unlogisch, diese am Abend abzubauen und wegzuräumen, wenn es doch am nächsten Tag weiterspielen will. Außerdem merkt sich ein Kind sehr gut, wo im Chaos die Spielsachen versunken sind.

 

Welche Voraussetzungen müssen die Eltern schaffen

Damit Ihr Kind Ordnung halten kann, muss das Kinderzimmer entsprechend ausgestattet sein. Es sollten ein Kasten für die Kleidung, ein Tisch mit Sesseln, ein Teppich zum Spielen sowie Regale, Laden und Kisten für das Spielzeug verfügbar sein.

Sind diese Elemente vorhanden, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind überlegen, wo welches Spielzeug verwahrt werden soll. Hat jedes Teil einen festen Platz, ist es leichter, Ordnung zu halten.

 

Tipps um Kindern das Ordnung halten zu vermitteln

 

  • Begrenzen Sie das Chaos. Es gibt Räume, wo sich Ihr Kind ausbreiten darf und Räume, die spielzeugfrei bleiben. Kinder können dies in der Regel gut akzeptieren, wenn sie in ihrem Zimmer oder in einer speziellen Spielecke gewisse Freiräume bekommen.

  • Es ist verständlich, wenn Sie sich über tägliche Aufräumdiskussionen ärgern. Wahrscheinlich räumen Sie dann sogar selbst auf. Damit lernt Ihr Kind aber vor allem eines: lange genug warten, irgendwann machen es die Eltern…

  • Außerdem werden diese Diskussion von Ihrem Kind irgendwann nicht mehr gehört. Besser ist es, festzulegen, welche Konsequenzen Nicht-Aufräumen hat (z.B. Wegwerfen des Spielmaterials, Einziehen des Spielzeugs für eine gewisse Zeit oder Einsaugen mit dem Staubsauger).

  • Ihr Kind sollte aber die Möglichkeit haben, besondere Bauten für den nächsten Tag stehen zu lassen. Hierfür können Sie einen speziellen Platz schaffen (z.B. ein kleiner Spielteppich, ein freies Regalfach) um die Spielsachen aufzustellen.

  • Aber selbst ein Kinderzimmer muss ab und zu komplett gesäubert werden. Hierfür ist ein fixer Aufräumtermin hilfreich, wo alles weggeräumt wird.

  • Es ist gut, wenn Ihr Kind die Auswirkungen von Unordnung selbst spürt (z.B. Gegenstände nicht finden, barfuß auf Legosteine treten). Diese logischen Konsequenzen sind meist fruchtbarer als langes Reden.

  • Verwenden Sie Aufräumen nicht als Strafe, sondern zeigen Sie, dass es im täglichen Leben selbstverständlich ist.

  • Loben Sie Ihr Kind wenn Sie fertig sind, aber belohnen Sie es nicht. Aufgeräumt wird, weil es das Leben erleichtert, nicht wegen Belohnungen.

 

 
  • 147 Rat auf Draht berät auch Eltern!


    PsychologInnen beantworten Ihre Fragen und beraten Sie bei Problemen. Rund um die Uhr, anonym und ohne Vorwahl zum Nulltarif aus ganz Österreich.