Graffiti auf einer Wand:
bangli 1 (bearb.) unter cc Lizenz

Rechtsextremismus im Jugendalter

Provokation und Abgrenzung von den Eltern gehört zur Jugend dazu. Das ist Eltern auch bewusst und sie halten diesbezüglich viel aus. Wenn es aber um ausländerfeindliche Songtexte, Hakenkreuze oder rechtsextreme Sprüche geht, bleibt uns schnell der Atem weg, Hilflosigkeit macht sich breit. Wie soll man bloß reagieren?
 

Seien Sie hellhörig, um früh genug eingreifen zu können. Nicht jeder blöde Spruch bedeutet Rechtsextremismus. Panik und Verbote sind nicht hilfreich. Bleiben Sie bei ersten Anzeichen ruhig, auch wenn es schwer fällt. Suchen Sie das Gespräch.

 

Informieren Sie sich. Nur wer sich auskennt (mit Symbolen, Ideologie, etc.), kann in der Diskussion auf Widersprüche des Rechtsextremismus hinweisen. Objektiv recherchierte Informationen helfen dabei. Regen Sie Ihr Kind an, sich eine eigene Meinung zu bilden, in objektiven Quellen nachzuforschen.

 

Zeigen Sie Interesse. So paradox es klingt, wichtig ist, dass sie nachfragen, sich Begriffe und Ansichten erklären lassen. Was mag Ihr Kind an der Gruppe, was nicht? Aha, das denkst du also? Woher weißt du das? Hast du das auch schon überprüft?

 

Halten Sie Kontakt, auch wenn es nicht so aussieht, Jugendliche wünschen sich Kontakt zu den Eltern. Geben Sie nicht auf! Auch wenn Sie mit den Freunden, der Musik und dem Aussehen nicht einverstanden sind, sogar Angst haben, seien Sie trotzdem als Ansprechpartner da.

 

Abgrenzung und Zuneigung gleichzeitig sind gefragt: Machen Sie deutlich, was Sie von dem Gedankengut halten und dass Sie die Einstellung Ihres Kindes nicht gut finden, es als Person aber wertschätzen und lieb haben. Jugendliche, die sich rechtsextremen Gruppierungen anschließen, suchen oft nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Ihr Kind nicht nur dort bekommt, was es sucht.

 

Fördern Sie andere Interessen. Ziel ist es, Interessen außerhalb der rechtsextremen Gruppe zu wecken und zu stärken. Attraktiv an rechtsextremistischen Gruppen ist meist nicht die politische Botschaft, sondern das Angebot der Gemeinschaft, das Angebot etwas zu erleben. Ist ihr Kind sportlich, unterstützen Sie es durch Kurse oder Vereine. Vielleicht ist ein Kitekurs in den Ferien möglich. Gibt es nur diese Clique in einem kleinen Ort, bieten Sie an, ihr Kind wo anders hinzuführen.

 

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