Mädchen sitzt alleine vor einem Schulgebäude
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Schuleschwänzen

Wenn wir Jugendliche beim Schuleschwänzen sehen, sind wir oft schnell mit Wertungen. "Eh klar, die machen sich einen Lenz." Doch gerade das Fernbleiben von der Schule erfordert unser genaues Hinsehen.
 

Die Ursachen für das Fernbleiben sind verschieden

Für das, was wir umgangssprachlich „Schuleschwänzen“ nennen, gibt es, je nach Ursache, unterschiedliche Fachbegriffe. Schulangst, Schulphobie, Trennungsangst und Schuleschwänzen. Allen gemeinsam ist das Fernbleiben von der Schule, die Ursachen dafür sind aber völlig unterschiedlich.

 

Einige mögliche Ursachen:

 

  • Mobbing, Probleme mit Lehrern
  • Belastende Umstände: Scheidungssituation, Liebeskummer, Trauerfall ...
  • Angst, z. B. zu Versagen, vor Prüfungen
  • Protest gegen Eltern, gesellschaftliche Normen

 

 

Erste Anzeichen für schulvermeidendes Verhalten können sein, wenn Ihr Kind nichts von der Schule erzählt, Fragen ausweicht, keine Arbeiten herzeigt, nichts mit Schulkollegen unternimmt, häufig über Bauch- oder Kopfschmerzen klagt, etc.

 

Der Ursache auf den Grund gehen

Oft erfährt man erst durch die Schule, wie lange der Nachwuchs schon nicht mehr in der Schule war. Klar löst das Emotionen aus. Aber mit Schimpfen und Drohen zu reagieren, bringt gar nichts. Gerade dann ist es wichtig, zu versuchen, in Ruhe herauszufinden, was der Grund für das Schulschwänzen ist.

 


Egal wie groß die Enttäuschung auch sein mag und auch wenn es nicht einfach ist. Fragen Sie nach dem wahren Grund. Vermeiden Sie dabei „Warum?“. Versuchen Sie es eher mit: „Gibt es etwas, das dir Sorgen bereitet?“ „Gibt es etwas, was du dir bisher nicht sagen getraut hast?“

 


Überlegen Sie auch ganz ehrlich, ob es etwas in der Familie gibt, das zum Schuleschwänzen beitragen könnte, z.B. ihr Kind möchte in eine andere Schule, für schlechte Noten gibt es Strafen, Streitigkeiten in der Familie, etc.

 

Richtig Reagieren

Je nach Ursache braucht es unterschiedliche Reaktionsweisen. Denn Konsequenzen und Kontrolle sind nicht hilfreich, wenn das Kind z. B. in der Schule gemobbt wird. Dann braucht es Verständnis und ein Gespräch der Eltern mit der Schule. Gibt es schon länger Probleme an das eigene Kind heranzukommen, können Beratungsstellen helfen zu vermitteln und vor allem die Gesprächsbereitschaft wieder herzustellen.

 


Wichtig ist aber, das Sie überhaupt reagieren. Denn Kinder wollen gesehen und ernst genommen werden. Wer Ihnen weiterhelfen kann und wie Sie in Ihrem Fall ein Gespräch am besten beginnen können, erfahren Sie jederzeit in einem Gespräch mit 147 Rat auf Draht.

 

 
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