Kind hält die flache Hand abwehrend vor sich
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Sexualerziehung ist Schutz

Sexualerziehung sollte altersgerecht früh beginnen und kann zum Schutz des Kindes beitragen. Einige Anregungen dazu finden Sie hier.
Die Porno-Pässe sind derzeit Thema aller Medien. Wer in Großbritannien online auf pornografische Inhalte zugreifen möchte, muss seine Volljährigkeit nachweisen. Ebenfalls diskutiert wird, ob Eltern tatsächlich selbst pornografische Clips hochladen, um ihren Nachwuchs vor etwaigen Seiten fern zu halten, wie es die Webseite www.parentsonpornhub.org zeigt.
 
Fakt ist, dass Kinder oft ab der Volksschule mit pornografischen Inhalten konfrontiert sind. Weil sie nach Informationen suchen - nicht, weil sie einen Porno sehen wollen.

Auch Jugendlichen fehlen Informationen, die sie in Pornografie zu finden glauben. Burschen wie Mädchen geben an, für Sie Wichtiges aus Sexfilmen erfahren zu haben.

Das Fehlen von altersadäquaten Informationen im Bereich Körper, Liebe und Sexualität gefährdet Jugendliche in einer gesunden Entwicklung. Pornos bieten hier für sie eine scheinbare Lösung, da sie oft die einzige Informationsquelle sind. Besorgniserregend ist, wenn Sexualerziehung fehlt und sie diesen Bildern ohne Vergleichsmöglichkeit ausgesetzt sind.
 
Filter und Zugangssperren können bestenfalls eine Unterstützung sein. Sie können aber nie so viel Schutz bieten, wie es eine Begleitung in der sexuellen Entwicklung kann. Dabei geht es ganz bestimmt nicht darum, ihnen früh Sexpraktiken zu vermitteln.
 
 
Sexualerziehung von Beginn bedeutet, dass Kinder
 
- einen positiven Zugang zu ihrem Körper lernen, z.B. in dem sie ihn mit Genuss erkunden dürfen. Ein „Pfui, da greift man nicht hin“, vermittelt, dass es am eigenen Körper einen grausigen Bereich gibt.

- üben, ihren Gefühlen zu vertrauen, in dem sie etwa nur so kuscheln, wie es ihnen angenehm ist.

- erleben, wie man Konflikte löst, wenn jemand etwas möchte, was man selbst nicht will.

- lernen, dass sie Zehen, Darm, Penis, Vulva, etc. haben. Bezeichnungen für die Geschlechtsteile zu haben, ist wichtig. „Buben haben einen Penis, Mädchen haben keinen,“ ist nicht zielführend.

- Rahmenbedingungen lernen, etwa in welchen Situationen sie sich im Intimbereich berühren können. Z.B. dann, wenn man alleine ist, weil es etwas Persönliches ist. Wichtig für eine gesunde Entwicklung ist, Regeln nicht mit Moral zu verbinden, wie: „Greif da nicht hin, schämst du dich denn nicht.“

- erleben, dass Ihre Eltern Ansprechpersonen sind. Das gelingt, wenn sie Fragen von Beginn an kurz und altersadäquat beantworten. Wie lange muss man küssen, dass ein Kind entsteht? – Durch Küssen kann keines entstehen. Was ist ein Porno? – Eine Art Fantasiefilm für Erwachsene.
 
Kinder, die über Sexualität gelernt haben, haben einen Vergleich zu Bildern, denen sie vielleicht irgendwann in einem pornografischen Clip begegnen und haben bestenfalls Ansprechpersonen. Das schützt vor negativen Auswirkungen. Wie Sie Ihr Kind altersentsprechend informieren, dabei unterstützt Rat auf Draht und www.sextalks.at.
 
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