Junges Mädchen vor dem Spiegel
CC0 / Pixabay SofieZborilova (bearbeitet)

Sich selbst zu lieben lernen

Sich selbst so zu lieben, wie man ist, ist vielleicht eine der größten Herausforderungen in unserem Leben, allerdings wesentlich für Wohlbefinden und Gesundheit.
Komplimente sind wie Geschenke. Sowohl das Komplimente-Machen, als auch das Annehmen dieser, fällt vielen allerdings ganz schön schwer. Noch dazu, wenn sie an einen selbst gerichtet sein sollen. Mit einem selbst ist man meist viel kritischer, als man es mit seinen Liebsten ist. Sich unter einem „FreundInnen-Filter“ zu betrachten, kann hier helfen, sich selbst anzunehmen.
 
Kinder lernen an unserem Vorbild. Als Elternteil sind Sie Modell, wie man lobt oder ein Kompliment macht und es auch annimmt. Diese Erfahrung ist wesentlich, um als Erwachsener später selbst die Fähigkeit zu haben, Komplimente zu vergeben und sie auch annehmen zu können.
 
In der Pubertät verändert sich alles. Jugendliche müssen sich mit einer neuen Stimme, einem anderen Körper und vielem mehr, neu kennen und auch akzeptieren lernen. Je früher es ihnen gelingt, umso eher können sie zu selbstbewussten, glücklichen und gesunden jungen Erwachsenen heranwachsen.
 
Im Social Media Zeitalter ist dieses sich Selbst-Mögen noch schwieriger geworden. Die Diskrepanz zwischen dem eigenen Körper und den perfekten, medial dargestellten Idealen wird immer größer und prägt die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
 
Die Forschung zeigt, dass Jugendliche, umso unzufriedener mit ihrem Körper sind, je stärker sie das Internet nützen. Etwa jeder Fünfte fühlt sich im Vergleich mit Gleichaltrigen und Prominenten zu dick, zu uncool und imperfekt, Burschen wie Mädchen. Und dass, obwohl Jugendlichen bewusst ist, dass die Bilder in Medien bearbeitet sind.
 
Umso wichtiger ist es, als Elternteil ein Vorbild in Sachen Eigenliebe zu sein. Und Kindern und Jugendlichen Mut zu machen, sich selbst auch in einer wertschätzenden Art und Weise zu betrachten.
 
Sieht sich Ihr Kind im Spiegel und spricht von einem Schwein, einem Wal oder sonst abwertend von sich, greifen Sie es auf. Sagen Sie, wie traurig Sie das macht. Erzählen Sie, wie es Ihnen gelungen ist, sich selbst zu akzeptieren. Sparen Sie die Schwierigkeiten nicht aus. Leiten Sie Ihr Kind an, dort hinzusehen, wo es sich mag. Welche Eigenschaften findet es toll, welche Körpermerkmale, etc. Oft fällt es Jugendlichen schwer, etwas zu nennen. Hier hilft, nachzufragen, was FreundInnen schonmal genannt haben.
 
Vergessen Sie nicht, Ihren Kindern und Ihnen selbst, egal in welchem Alter, das Geschenk eines Komplimentes zu machen
 
 
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