Stoffgeldbörse mit Münzen.
CC0 / Pixabay Gadini (bearbeitet)

Taschengeld

"Mama/Papa, ich habe kein Geld mehr!" - leidiges Thema Taschengeld. Wie viel sollte man geben und was muss man sonst noch beachten? Die wichtigsten Fakten zu Ihrer Orientierung.
 

Taschengeld ist pädagogisch sinnvoll

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, Taschengeld zu bezahlen. Aufgrund seiner pädagogischen Funktion ist es aber unglaublich wichtig. Durch das Taschengeld geben Sie ihrem Nachwuchs die Möglichkeit den Umgang mit Geld zu üben. Die Kinder und Jugendlichen bekommen ein Gefühl vom Wert des Geldes, sie lernen, dass man sich sein Geld einteilen muss und sie lernen auch eigene Entscheidungen zu treffen.

 

Taschengeld schon im Kindesalter

Spätestens ab Schuleintritt sollte Taschengeld bezahlt werden. Zu diesem Zeitpunkt können Kinder schon kleinere Beträge nachrechnen und in etwa den Dingen einen Wert zuordnen. Die Auszahlung muss zunächst wöchentlich erfolgen, da unter 10 jährige noch nicht über einen ganzen Monat planen können, dann monatlich.

 

Die Höhe des Taschengeldes

Die Höhe des Taschengeldes orientiert sich dabei am Familienbudget und am Alter des Kindes. Es sollte weder zu viel noch zu wenig sein. Denn Ihr Kind braucht etwas Spielraum und soll aber auch lernen Prioritäten zu setzen.

 

Orientierungshilfe

Bei einem durchschnittlichen Einkommen können Sie sich an folgender Tabelle orientieren:

6 - 8 Jahre 0,50- 2 € wöchentlich
6 - 8 Jahre 2 - 3 € wöchentlich

10 - 12 Jahre 8-14 € monatlich
12 - 14 Jahre 12-20 € monatlich

14 - 16 Jahre 18-35 € monatlich
16 - 18 Jahre 30-60 € monatlich

(Quelle: www.jugendservice.at)

 
Tochter steht neben Mutter und schaut Mutter auf die Hand, die gerade Geld abzählt.
Foto © "Parents can be so tight" von sean_hickin (bearbeitet) unter creative commons Lizenz
 

Umgang der Eltern mit dem Taschengeld

Taschengeld bedeutet, dass Ihr Kind absolut frei darüber verfügen darf. Es selbst entscheidet, wofür es das Geld verwenden möchte! Auch wenn ihr Nachwuchs das Geld für Dinge ausgibt, die Sie als unnütz empfinden, ist es wichtig, das zuzulassen. Beginnen Sie, das Budget ihres Kindes zu kontrollieren und Vorschriften zu machen, dann ist der Zweck des Taschengeldes auch gleich wieder dahin.

 


Notwendige Anschaffungen wie z. B. Schulsachen und Kleidung sind nicht vom Taschengeld zu bezahlen! Über das Taschengeld muss wirklich frei verfügt werden können, um einen pädagogischen Lerneffekt zu erzielen!

 


Zahlen Sie das Taschengeld immer pünktlich und unaufgefordert aus. Ihr Kind soll lernen, dass es sich darauf verlassen kann.

 


Kein Taschengeldentzug, in den meisten Fällen ist das keine angemessene Strafe. Denn Konsequenzen sollten immer einen Zusammenhang mit dem "Fehlverhalten" haben. Also wenn ihr Kind z. B. eine Stunde zu spät nach Hause gekommen ist, muss es dafür am nächsten Wochenende eine Stunde früher nach Hause kommen.

 


Reicht das Geld nicht aus, dann besprechen Sie das mit ihrem Nachwuchs. Geben Sie nicht sofort Extra Geld. Besprechen Sie, warum das Geld nicht gereicht hat, und lassen Sie sich erklären, wofür noch Geld benötigt wird. Sie können z. B. einen Vorschuss vom nächsten Monat auszahlen, wenn Sie das Gefühl haben, dass das Geld wirklich dringend benötigt wird. Wichtig ist, dass Sie den Betrag aber dann wirklich im nächsten Monat abziehen. Oder Sie schauen sich gemeinsam an, ob das Taschengeld noch angemessen ist und verhandeln mit Ihrem Nachwuchs neu.
 


 

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