Reisekoffer in dem sich ein Strand, Sonnenliege und Sonnenschirm befindet.
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Verreisen in der Pubertät

In der Pubertät wollen Jugendliche zunehmend unabhängig sein. Einige Anregungen wie das gemeinsame Verreisen gelingen kann, finden sie hier.
Wenn man als Elternteil die schwierige Zeit geschafft hat, in der man Jahr für Jahr die Betreuung in der Sommerzeit durchplanen musste, dann folgt direkt die nächste Herausforderung. Das Verreisen mit Pubertierenden.
 
Ich erinnere mich noch genau an einen Urlaub mit meinen Eltern in den Bergen mit 16, als ich ihnen jeden Tag gezeigt habe, wie cool ich die Ruhe in den Bergen finde, in dem ich mein bestes „alles nervt mich und ich bin ganz arm“ Gesicht aufgesetzt habe und es mit jeder meiner Äußerungen unterstrichen habe.

Manchmal fällt es einem als Erwachsenen schwer, zu verstehen, warum das, was einen begeistert, beim Nachwuchs nicht ankommt. Das hängt aber nicht nur vom Reiseziel oder dem Engagement ab. Es ist normal, dass eine Zeit kommt, in der Jugendliche vor allem eines sein wollen, unabhängig.

Erholung brauchen beide, Eltern wie pubertierender Nachwuchs. Wie kann das gelingen?
 
Der Kontakt zu Freunden, vielleicht auch zur ersten Liebe, ist in der Pubertät einfach lebenswichtig. Auch wenn sie sich vielleicht auf eine Zeit, ohne Handygebimmel freuen, sollten Sie Verständnis aufbringen, dass Jugendlichen auch im Urlaub der Kontakt zu Freunden wichtig ist. Schauen Sie sich gemeinsam an, wo z.B. eine W-Lan Verbindung am Urlaubsort verfügbar ist und überprüfen Sie, ob beim gewählten Vertrag auch Einheiten im EU-Ausland dabei sind. Hier geht es nicht darum, Jugendlichen einen Dauerplatz vor ihrem Handy zu verschaffen, sondern Verständnis zu zeigen, dass sie ihre Erlebnisse teilen wollen.
 
Das Handy kann auch kreativ im Urlaub mit eingeplant werden, gerade bei den 10-14-Jährigen. So können Pokemons in einer Stadt gesucht werden oder eine Foto Safari den Städte Trip attraktiver gestalten. Lassen Sie sich von ihrem Nachwuchs inspirieren, oft kennen Sie mehr Apps als wir.
 
Beim Wandern können Kletterparks am Weg eine Motivation sein. Auch das Erlernen einer neuen Sportart kann reizvoll sein.
 
Wenn andere Jugendliche mit in den Urlaub dürfen, ist es meist nicht doppelt anstrengend, sondern einfacher.
 
Nicht jegliche Zeit muss gemeinsam verbracht werden. Lassen Sie zu, dass der Nachwuchs auch mal alleine in der Unterkunft bleiben kann, wenn ihn eine Unternehmung gar nicht freut oder er ausschlafen möchten.
 
Sie sind allerdings auch nicht dafür verantwortlich, den Dauerunterhalter zu spielen. Machen Sie deutlich, dass Sie auf die Wünsche ihres Jugendlichen eingehen, es aber auch für Sie Fixpunkte im Urlaub gibt, die Ihnen wichtig sind.
 
 
 
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