Bursche versucht sich aus Umklammerung seiner Schwester zu befreien.
CC0 / Pixabay Rondell Melling (bearbeitet)

Wenn der Nachwuchs streitet

Streit unter Geschwistern gehört dazu. Doch wie soll man sich als Elternteil bloß verhalten? Eingreifen oder nicht? Schlichten? Hier können Sie mehr zu diesem Thema erfahren.
 

Eine gewisse Rivalität unter Geschwistern ist völlig normal. Diese ist vor allem darin begründet, dass sich Geschwister miteinander vergleichen (Der darf das...Die hat das...). Dies ist umso bedeutender, je näher sie vom Alter beisammen liegen, da sie sich dann als noch ähnlicher erleben und sich noch mehr Situationen zum Vergleich anbieten. Doch auch wenn diese Konkurrenzsituationen unter Geschwistern normal sind, ist es für Eltern oft schwierig, damit umzugehen. Wie soll man sich verhalten, wenn sich der Nachwuchs dauernd streitet?

 

Nach Möglichkeit raushalten

Versuchen Sie sich möglichst aus dem Streit rauszuhalten und die Kinder den Streit selbst lösen zu lassen. Wenn Sie das nur schwer schaffen, gehen Sie aus dem Zimmer.

 

Seien Sie neutral

Ergreifen Sie nicht Partei für eines der Kinder. Aus der Sicht Ihres Nachwuchses würden Sie damit bestätigen, dass sie doch um Ihre Zuneigung kämpfen müssen.

 

Wann Sie eingreifen sollten

Haben Sie das Gefühl, dass es die Kinder im Moment nicht schaffen, den Streit selbst zu klären, dann schicken Sie beide in getrennte Zimmer, solange bis beide wieder bereit sind miteinander auszukommen. Sie können versuchen Lösungen anzubieten. Hören sie sich wertfrei an, was die beiden zu sagen haben und bieten sie Lösungen an und lassen Sie diese dann wählen. Z.B. Wenn du dich so über XY geärgert hast, vielleicht sagst du ihm das dann einmal, nur so weiß er was er gemacht hat.

 

Gruppenzahl

Bei Gruppennachhilfe sollten nicht mehr wie 3-5 Kinder gleichzeitig betreut werden. Achten Sie darauf, dass nur ein Fach pro Stunde unterrichtet wird.

 

Vorsicht Bevorzugungsfalle

Achten Sie darauf, kein Kind zu bevorzugen. Fühlt sich ein Kind benachteiligt, nehmen Sie es ernst und fragen genau nach, in welchen Situationen es sich benachteiligt fühlt.

 

Keine Vergleiche

Verzichten Sie auf offene Vergleiche, vor allem vor den Kindern, wie z.B. "Die Große ist die Tollpatschigere." "Der Kleine ist der Ruhigere von beiden." Das verstärkt die Konkurrenz nur zusätzlich. Das können Sie umso mehr nachvollziehen, wenn Sie daran denken, dass sich die Kinder selbst miteinander vergleichen. Besser ist es, ihren Nachwuchs für die jeweiligen Stärken zu loben. Z.B. "Super, dass du beim Basteln so geschickt bist." "Du kannst so schnell laufen."

 

Zeit für Zweisamkeit

Versuchen Sie mit jedem Ihrer Kinder auch Zeit alleine zu verbringen. Somit zeigen Sie, dass ihnen beide gleich wichtig sind.

 

Stehen Sie zu möglichen Fehlentscheidungen

Wir alle sind nur Menschen. Jeder verliert auch einmal die Nerven. Gestehen Sie das dann aber auch vor ihren Kindern ein, wenn Sie das Gefühl haben, jemanden ungerecht behandelt zu haben. Ihr Nachwuchs weiß dann, dass Sie aus Wut reagiert haben und es nicht wirklich so gemeint haben. Zusätzlich vermitteln Sie dann Ihren Kindern auch noch, dass jeder Fehler macht und man sich aber dafür entschuldigen kann.

 
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