Leuchtende Kerze.

Wie mit Kindern über den Terroranschlag sprechen

Wir alle sind tief betroffen von den Bildern des Terroranschlags in Wien. Viele Kinder und Jugendliche melden sich seit der Nacht bei uns. Wie Sie mit Ihren Kindern über die Geschehnisse sprechen können, finden Sie hier.

Sehr rasant sind gestern Videos und Bilder des Anschlags und der Verletzten direkt bei den Kindern und Jugendlichen gelandet. Sie wurden über WhatsApp verbreitet. Auch in TikTok fanden sich zahlreiche Videos.

Rat auf Draht und Saferinternet.at haben noch in der Nacht versucht, so viele Videos wie möglich direkt bei von Kindern und Jugendlichen beliebten Netzwerken zu melden.

In der Nacht haben sich viele Kinder und Jugendliche bei uns gemeldet. Sie hatten Angst, konnten nicht schlafen und haben sich große Sorgen gemacht.

Wie mit Kindern über die aktuelle Situation sprechen?

Erklärungen, ehrlich und altersentsprechend: Kinder jeglichen Alters merken, dass etwas passiert ist. Es ist wichtig, mit ihnen zu sprechen. Weder beschönigen noch dramatisieren ist hilfreich.

Erklären Sie, je nach Alter, dass Personen auf andere geschossen haben oder dass es einen Anschlag mit Toten und Verletzten in der Wiener Innenstadt gegeben hat.

Aufzeigen, wie geholfen wird - Betonen Sie, was getan wurde und wird, um zu helfen und zu schützen. „Die Polizei und die Rettung waren sofort vor Ort. Sie konnten viele Personen schützen und retten. Viele Menschen haben geholfen und Personen von der Straße in ihre Hotels, Restaurants oder Wohnungen gelassen und ihnen dort Schutz gegeben.“

„Sind wir in Gefahr?“ „Nein, hier zu Hause sind wir sicher.“

„Kann das noch einmal passieren, auch bei uns passieren?“ „Die Polizei unternimmt alles, damit das nicht wieder geschieht. Manchmal kann sie es aber nicht verhindern. Jetzt sind ganz viele Polizist*innen und das Bundesheer vor Ort, um uns alle zu schützen.“ „Heute bleiben wir zu Hause.“

Nachrichtenpausen - Sagen Sie ehrlich, dass auch sie selbst betroffen sind. Nehmen Sie Ihr Kind in die Arme. Das vermittelt Sicherheit. Schalten Sie die Nachrichten bewusst dazwischen auch ab, um zur Ruhe kommen zu können. Drehen Sie z. B. ruhige Musik auf, kuscheln Sie gemeinsam mit einem Haustier, einem Kuscheltier.

Kindgerechte Informationen - Kinder haben oft viele Fragen. „Warum macht jemand so etwas?“ Nützen Sie Kindernachrichten Seiten, um die Fragen der Kinder zu beantworten. Über blinde-kuh.de oder fragfinn.de finden sich viele gute Informationen dazu.

Videos ansprechen - Kinder und Jugendliche bekommen gerade viele sehr gewalthaltige Videos über z. B. WhatsApp. Sprechen Sie das aktiv an. Besprechen Sie mit Jugendlichen, dass solche Bilder sehr starke Gefühle auslösen können. Regen Sie an, sie sich gar nicht erst anzusehen und nicht weiterzuleiten. Sie sollen nicht auch noch anderen Angst machen!

Unterstützung holen - Waren Sie selbst mit ihren Kindern im Bereich des Terroranschlags, dann gibt es viele Anlaufstellen, die beim Verarbeiten helfen können. Wir sind jederzeit da, wenn Kinder oder Jugendliche über die gesehenen Bilder oder ihre Ängste sprechen oder schreiben möchten. Wir kennen alle entsprechenden Anlaufstellen und geben sie jederzeit weiter.

Wir sind rund um die Uhr da, wenn Sie Fragen haben oder auch Ihre Kinder jemanden zum Reden oder Schreiben brauchen.

 

 

 

Noch mehr Informationen für Eltern

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