Weinendes Mädchen.
CC0 / Pixabay tobbo (bearbeitet)

Wie trauern Kinder?

Wie Kinder trauern und wie Sie sie dabei am besten unterstützen können, finden Sie hier!

Kinder trauern anders als Erwachsene. Je nach Entwicklungsstand gehen sie sehr unterschiedlich mit dem Verlust um.

 

0- 2 Jahre

Kinder zwischen 0 und 2 Jahren spüren bereits die Abwesenheit einer Bezugsperson und zeigen Trauerreaktionen. Sie können z.B. in früherer Entwicklungsphasen zurück fallen, viel weinen, Schlafstörungen oder auch motorische Unruhe zeigen. In dieser frühen Phase brauchen trauernde Kinder Sicherheit und Stabilität, durch einen geregelten Tagesablauf. Gewohnte Bezugspersonen müssen weiterhin bei dem Kind sein.

 

3 - 7 Jahre

Zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr sind Kinder in der Lage, Zusammenhänge in der Welt zu verstehen. Sie stellen dann die typischen Warum-Fragen. Es ist auch die Zeit des „magischen Denkens“, Realität und Phantasie wird vermischt.

Kinder nehmen in diesem Alter unsere oft symbolischen Umschreibungen wortwörtlich: Wenn Sie den Tod z.B. umschreiben mit „ist eingeschlafen“ oder „ist auf eine lange Reise gegangen“ kann das Ängste schüren, selbst im Schlaf zu sterben oder nach einer Reise nicht mehr zurück zu kehren. Wichtig ist es, den Kindern ganz realistisch zu erklären, was passiert ist. Beschönigende Formulierungen werden nicht verstanden! Sprechen Sie ruhig aus, dass jemand bei einem Autounfall gestorben ist.

Zeigen Sie auch ihre eigenen Gefühle. Kinder lernen dadurch, dass es okay ist, traurig zu sein und seine Gefühle zeigen zu dürfen. Vor allem muss es auch weiterhin erlaubt sein, andere Gefühle wie Wut und Freude zu zeigen. Kinder wechseln oft ganz schnell zwischen verschiedenen Gefühlen hin und her, was Erwachsene irritiert, aber völlig normal für Kinder ist.
Vor dem Schulalter begreifen Kinder den Tod noch nicht als etwas Endgültiges. Sie glauben, dass man aus dem Tod wieder zurückkehren kann. Auch Schuldgefühle sind häufig. Kinder haben Angst, selbst an dem Tod Schuld zu sein, da sie z.B. nicht brav gewesen sind.

 
Zwei Kinder strahlen über das ganze Gesicht © Heike Berse/ PIXELIO
Foto2 © Heike Berse / PIXELIO
 

Schulalter

Ab etwa dem Schulalter verstehen Kinder grundlegende Körperfunktionen und begreifen den Tod als etwas Endgültiges. Allerdings können weiterhin, nebenbei auch phantastische Vorstellungen vorhanden sein. Hören Sie genau hin und sind Sie für Ängste und Phantasien sensibel und nehmen Sie sie ernst.

 

Ab dem 12. Lebensjahr

Ab dem 12. Lebensjahr sind Jugendliche in der Lage komplexe Prozesse und abstrakte Phänomene begreifen. Eine "erwachsene" Vorstellung vom Tod ist möglich.

 

Kinder in ihrer Trauer unterstützen

 

  • Versuchen Sie über Gespräche, Bemerkungen oder Zeichnungen der Kinder herauszufinden, wie das Kind sich den Tod aktuell erklärt.
  • Sagen Sie ganz ehrlich was passiert ist und erklären Sie Tod und Sterben realistisch. Beschönigende Formulierungen verstehen Kinder nicht bzw. machen Angst. Kinder spüren ohnehin, dass etwas nicht in Ordnung ist.
  • Zeigen Sie ihre eigenen Gefühle. Kinder lernen dadurch, dass es okay ist, traurig zu sein und Gefühle zu zeigen.
  • Kinder wechseln oft schnell zwischen verschiedenen Gefühlen hin und her. Das ist völlig normal. Alle Gefühle müssen erlaubt sein.
  • Behalten Sie den Tagesablauf des Kindes bei, es soll weiterhin Freunde treffen, Sport machen, auf Partys gehen, etc.
  • Lassen Sie das Kind teilhaben: Wenn es möchte, nehmen Sie es mit zum Begräbnis oder zum Friedhof.
  • Geben Sie dem Kind die Möglichkeit zum Verabschieden. Z.B. durch einen Brief oder eine Zeichnung, die dann zum Grab gebracht wird.
  • Sprechen Sie mit Kindern unbedingt über mögliche Schuldgefühle.

 

 

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