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Wissenswertes aus dem Schulunterrichtsgesetz

Was ist in der Schule erlaubt, was verboten? Informationen dazu sind oft eine hilfreiche Grundlage für Gespräche mit Lehrkräften. Hier finden Sie einige wichtige Bestimmungen aus dem Schulunterrichtsgesetz zusammengefasst.

Über 3000 Beratungen im Jahr beinhalten bei der ORF Notrufnummer "147 Rat auf Draht" schulische Themen. Kinder und Jugendliche, aber ebenso Eltern, Großeltern und Lehrkräfte können sich rund um die Uhr auch zu schulischen Belangen melden. Nicht selten sind rechtliche Informationen Thema.

 

Hausübungen

Hausübungen sollen Schüler ohne fremde Hilfe erledigen können. Das Ausmaß ist auf die Belastbarkeit der Schüler auszurichten. Die Lehrkräfte sind aufgefordert, beim Ausmaß auf die Unterrichtsstunden am betreffenden Tag und die Aufgaben in den anderen Fächern zu achten.

Zusätzlich dürfen keine Hausübungen aufgegeben werden, die alleine an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen oder während der Ferien gemacht werden müssten. Eine Hausübung von Freitag auf Montag aufzugeben, ist demnach nur dann okay, wenn sie mit allen anderen gestellten Hausaufgaben, inklusive Vorbereitungszeiten, am Freitag fertig gestellt werden kann.

 

Bekanntgabe Schularbeitsstoff

Der Stoff für eine schriftliche Prüfung oder Schularbeit muss spätestens eine Woche davor bekanntgegeben werden. Der Lehrer hat dann eine Woche Zeit, diese zurückzugeben.

 

Recht auf Prüfung

Einmal pro Semester kann sich jeder Schüler in jedem Fach (außer Leibesübungen) auf seinen Wunsch mündlich prüfen lassen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn sich der Nachwuchs in der Note verbessern oder eine verpatzte Schularbeit ausbessern möchte. Die Anmeldung muss rechtzeitig vor der Notenkonferenz erfolgen.

 

Noten

Für die Leistungsbeurteilung ist neben mündlichen und schriftlichen Prüfungen bzw. Schularbeiten und praktischen Übungen auch die Mitarbeit des Schülers einzubeziehen. Das Verhalten eines Schülers darf nicht in die Notengebung einfließen.

 

"Verhaltensnote"

Die Verhaltensnote dient dazu, anzugeben, inwieweit das Verhalten des einzelnen Schülers und die Einordnung in die Klassengemeinschaft die Vorgaben der Schulordnung bzw. der Hausordnung erfüllt. Die Beurteilung wird in der Klassenkonferenz beschlossen.

 

Schulausschluss

Ein Schüler kann dann von der Schule ausgeschlossen werden, wenn er seine schulischen Pflichten in schwerwiegender Weise verletzt, alle möglichen Erziehungsmittel keine Veränderung bringen und der Schüler eine Gefährdung darstellt. Allerdings geht einem tatsächlichen Ausschluss ein bestimmter Prozess voraus. Es muss ein offizieller Antrag gestellt werden und dem Schüler muss die Möglichkeit zur Rechtfertigung gegeben werden. Es kann auch Einspruch erhoben werden.

 

Aufsteigen mit Nicht Genügend

Ein Schüler kann mit einem "Nicht Genügend" in einem Pflichtgegenstand im Jahreszeugnis in die nächste Schulstufe aufsteigen,
 

  • wenn der Schüler nicht auch schon im Jahreszeugnis des letzten Schuljahres im gleichen Pflichtgegenstand mit „Nicht Genügend“ bewertet wurde,
  • der Gegenstand auch in der nächsten Schulstufe im Lehrplan enthalten ist und
  • bei der Klassenkonferenz festgestellt wird, dass der Schüler aufgrund seiner restlichen Noten die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abschließen der nächsten Schulstufe erfüllt.

 

 

Strafen

Es ist klar geregelt, welche "Strafen" Lehrer verteilen dürfen. Verboten sind jede Art von körperlicher Züchtigung, weiters Beleidigungen und Strafen an der ganzen Klasse. Es darf also z.B. nicht die ganze Klasse bestraft werden, wenn "der Schuldige" nicht gefunden wurde. 
Auch Nachsitzen ist als Strafe unzulässig. Erlaubt sind angemessene "persönlichkeits- und gemeinschaftsbildende" Erziehungsmittel. Möglich ist der Lehrkraft etwa Zurechtweisen, Verwarnen, Einfordern der Erfüllung von versäumten Pflichten, Gespräche mit dem Schüler bzw. mit den Eltern. 
Bei besonders heftigen Fällen kann die Direktion als Konsequenz auch eine Versetzung in eine Parallelklasse, eine Suspendierung bzw. einen Schulausschluss einleiten.

 

Selbst entschuldigen

Ab der 9. Schulstufe können sich Schüler selbst für das Fehlen in der Schule entschuldigen, wenn sich die Eltern davor schriftlich damit einverstanden erklären.

 

Handy

Während des Unterrichts ist weder Telefonieren, noch SMS-Schreiben erlaubt. Ob das Handy für den Unterricht verwendet (z.B. zum Notieren der Hausübung) bzw. in die Klasse gebracht werden darf, entscheidet die jeweilige Schulordnung bzw. eventuell auch die Lehrkraft. In Puncto Handy Abnehmen gilt: Lehrer dürfen Gegenstände dann abnehmen, wenn sie die Sicherheit gefährden oder den Unterricht stören. Der Lehrer darf das Handy wegnehmen, wenn damit gestört wird, allerdings muss das Handy zu Unterrichtsende zurückgegeben werden! Außer es wäre die Sicherheit gefährdet bzw. es besteht der Verdacht einer Straftat.

 

Landeschulrat

Bei spezifischen Fragen kann der jeweilige Landesschulrat kontaktiert werden.

 

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