1.10.2012: NEU - Notruf 116 000

Ab 1. Oktober betreibt das Expert/innen-Team von 147 Rat auf Draht in Kooperation mit dem Bundesministerium für Inneres und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend auch den neuen Notruf für vermisste Kinder - 116 000.
 

150-200 Kinder vermisst

Jedes Jahr laufen Kinder und Jugendliche von zu Hause weg, werden einem obsorge-berechtigten Elternteil entzogen, entführt oder im schlimmsten Falle sogar Opfer eines Verbrechens. In Österreich sind derzeit etwa 150-200 Kinder als vermisst gemeldet. In jedem europäischen Land soll es daher eine kompetente Anlaufstelle für vermisste Kinder geben, fordert die europäische Kommission.

In Österreich übernimmt diese wichtige Aufgabe, ab Oktober „147 Rat auf Draht“ in Kooperation mit dem Bundesministerium für Inneres und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend.

 

Rund um die Uhr - zum Nulltarif

Unter der europaweit einheitlichen Hotline 116 000 ist der Notruf für vermisste Kinder in Österreich ab 1. Oktober rund um die Uhr und zum Nulltarif aus ganz Österreich – sowohl vom Fest- als auch vom Mobilfunknetz - zu erreichen.

 

Zielsetzung

Die neue europaweite Hotline 116 000 ist eine Anlaufstelle für alle Themen rund um vermisste Kinder. Das Ziel ist eine effektive Unterstützung bei der Suche nach vermissten Kindern, aber auch die Prävention von Vermisstenfällen. Betroffene erhalten Unterstützung bei der Suche nach vermissten Kindern, zudem werden auch Meldungen über vermisste Kinder entgegengenommen und direkt an die Polizei weitergeleitet. 116 000 arbeitet eng mit dem Bundeskriminalamt zusammen.

 

Wer kann anrufen?

Unter 116 000 können sich sowohl Eltern bzw. Bezugspersonen melden, die ein Kind oder einen Jugendlichen vermissen, die eine Kindesentziehung bzw. -entführung vermuten, aber auch Kinder und Jugendliche selbst, die z.B. von zu Hause ausgerissen sind und nicht mehr weiter wissen.

Auch bei generellen Fragen rund um das Thema Kindesentführung bzw. Kindesentziehung ist der Notruf für vermisste Kinder ein kompetenter Ansprechpartner. Beratung ist auch möglich, wenn Angst vor einer möglichen Kindesentziehung besteht.

Das Expert/innen Team des Notruf für vermisste Kinder bestehend aus Psycholog/innen, Psychotherapeut/innen und einem Juristen wird in einem ersten Schritt versuchen, gemeinsam mit dem Anrufenden abzuklären, ob bereits an alle möglichen Aufenthaltsorte gedacht wurde. Gemeinsam kann geklärt werden, ob eine Einschaltung der Polizei möglich ist. Im Akutfall kann auch direkt über eine Konferenzschaltung Kontakt zur Polizei hergestellt werden.

 

Kein Ersatz für 133

Wichtig: Der Notruf für vermisste Kinder in Österreich ersetzt NICHT den polizeilichen Notruf 133 bzw. den Euronotruf 112.

Im Notfall gilt es, sich sofort und direkt mit der Polizei über den Notruf 133 in Verbindung zu setzen bzw. die nächste Polizeidienststelle aufzusuchen!