25.2.2011: Das 1. 147 Rat auf Draht-Buch ist da!

Ab sofort gibt es 147 Rat auf Draht für Eltern auch in Buchform zum Lesen. Einen kurzen Vorgeschmack, wie das aussieht, finden Sie hier!
 

"Ich kann nicht mehr! Seit Tagen schwänze ich die Schule. Ich werde dauernd geärgert, auch geschlagen. Ich hab so Angst. Jetzt wissen auch noch meine Eltern, dass ich nicht in der Schule war. Was soll ich tun?"

"Ich bin Mutter einer 13 jährigen Tochter. Die Schule hat angerufen, sie war seit Tagen nicht mehr dort. Warum habe ich nichts gemerkt? Da ist sicher ihr Freund schuld daran! Was, wenn sie die Schule ganz hinschmeißt? Ich weiß nicht mehr weiter!"

 

147 Rat auf Draht kennt beide Seiten

Das Team von 147 Rat auf Draht kennt beide Seiten. Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Eltern vertrauen ihnen ihre Sorgen an. Nicht selten wird deutlich, dass Eltern und Kinder aneinander vorbei reden, zwar hingehört aber nicht wirklich zugehört wird, obwohl beide Seiten sich das wünschen.

Gerade mit Eintritt in die Schule müssen wir unsere Kinder loslassen, können sie nicht mehr überall begleiten. Wir wollen das beste für unseren Nachwuchs, aber was ist dann das richtige Maß an Unterstützung? Und wie löst man die kleinen und großen Probleme im Schulalltag von Beginn an bis zum Ende der Schullaufbahn?

 

Auf möglichst viele der sich stellenden Fragen und Probleme versuchen zwei Beraterinnen und ein Berater aus dem Team von 147 Rat auf Draht Antworten zu geben und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Aber nicht mit dem Zeigefinger und abgehoben, komplizierten Ratschlägen, sondern mit praktischen, überraschend alltagstauglichen Tipps. Da uns als Außenstehende die Kinder und Jugendlichen oft erzählen, was wirklich Sache ist, was sie nervt und was sie sich als Unterstützung wünschen würden, wollen wir dieses Wissen an Sie weitergeben. Kombiniert mit einfachen Lösungsansätzen aus dem weiten Feld der Psychologie.

 

Lesen Sie nach, was das Problem mit Thunfischaufstrich in der Jause ist, was hinter Noten wirklich steckt, wie Sie Ihr Kind beim Selbständigwerden unterstützen können, wie man geeignete Nachhilfe findet. Aber auch warum Noten unsere Kinder plötzlich vom Genie zum Versager werden lassen, ganz konkrete Lerntechniken, wichtige Informationen aus dem Schulrecht, warum die Pubertät der Schule keinen Platz lässt und warum wir Eltern manchmal einfach nur außerirdisch sind.

 

Exklusive Ausschnitte aus 3 Artikeln

Schnuppern Sie hinein, in 3 Artikel des neuen 147 Rat auf Draht Buches - "Erfolgreich durch die Schulzeit".

 
Comic: "25 von denen, die arme Frau Humpel" sagt die Mutter mit Blick auf ihren Sohn.
(c) Christian Thomas, www.qarante.com

 

Ausschnitt 1: Umgang mit Lehrern

So gelingt ein Gespräch mit dem Lehrer (Schuldirektor)
 

  • Legen Sie vorher für sich fest, was Sie mit dem Gespräch erreichen wollen.

  • Versuchen Sie ruhig zu bleiben, weder überheblich noch unterwürfig. Bekunden Sie Aufmerksamkeit und Wertschätzung, indem Sie Ihr Gegenüber persönlich ansprechen, und – wenn Sie es ehrlich meinen – sagen Sie ein paar anerkennende Worte. Denken Sie daran, dass Lehrer eine sehr schwere Arbeit leisten.

  • Schaffen Sie ein freundliches Gesprächsklima, indem Sie mit Bemerkungen beginnen, denen Ihr Gegenüber zustimmen kann.

  • Hören Sie aufmerksam zu und fragen Sie nach, ob Sie es richtig verstanden haben

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Comic: Mutter mit einem Pfeil zu einem Jugendlichen. Text: Verwandeln Sie sich einmal in etwas unaussprechlich Neues.
(c) Christian Thomas, www.qarante.com

 

Ausschnitt2: Pubertät - Wenn Schule keinen Platz mehr hat

"Mama, du bist sooo gemein. Alle anderen in meiner Klasse dürfen viel mehr als ich!" – "Nein du gehst dieses Wochenende nicht weg, erst lernst du für die Matheschularbeit." – "Ihr seid nur peinlich, am liebsten würd’ ich auswandern!"
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Das Denken ...
... erreicht nun eine differenziertere, analytische Ebene, ein Stadium also, in dem sehr viel hinterfragt wird. So setzen die Jugendlichen sich zunehmend mit dem Sinn des Lebens auseinander, mit persönlichen Moral- und Wertvorstellungen, gesellschaftlichen Strukturen, Normen und Politik. Sie beginnen, sich eine eigene kritische Meinung zu bilden. Die Meinung der Freunde gewinnt an Bedeutung.

Konflikte bieten sich hier mit uns Erwachsenen idealerweise an, sind wir es doch, die ihnen auch unsere eigenen inneren Haltungen und Einstellungen mitgeben wollen.
Die Rebellion, die sich gegen uns und das, was wir vertreten, richtet, ist natürlich anstrengend und auch schmerzhaft, aber sehr wichtig. Was wir sagen, klingt in ihren Ohren nun mal sehr uncool, sie würden nie zugeben, dass wir in manchen Dingen recht haben.

Manchmal geht die Abwehrhaltung gegen uns so weit, dass sie sogar Tatsachen vehement leugnen. In unseren Augen ist dieses Verhalten absurd, für unsere Kinder ist es in diesem Fall die einzige Möglichkeit, innerlich zu bestehen.

Tipp: Lassen wir uns auf Diskussionen ein, hören wir uns an, was unser Nachwuchs zu den verschiedenen Themen zu sagen hat. Dabei ist es wichtig, ihre Einstellung grundsätzlich zu akzeptieren, auch wenn unsere eigene Haltung eine andere ist. Das vermittelt ihnen das Gefühl, ernst genommen zu werden.

 
Comic: Mutter fragt Kind: "Was war in der Schule". Kind antwortet: "Nix" In einer Blase oberhalb des Kindes sieht man aber, dass es von den Schulkollegen fertig gemacht wurde.
(c) Christian Thomas, www.qarante.com

 

Ausschnitt 3: Mobbing - Was können Eltern tun?

 

  • Wenden Sie sich an eine Lehrkraft, mit der Sie auch bisher gut reden konnten. Auch Ihr Kind kann hier ein guter Berater sein. Welchem Lehrer vertraut das Kind? Kinder haben ein gutes Gespür dafür.

  • Nehmen Sie Ihr Kind nicht zu dem Gespräch mit. Die Situation wäre eine zu große Belastung und kann die häufig vorhandenen Schuldgefühle und Scham zusätzlich verstärken.

  • Schildern Sie möglichst sachlich, was bereits vorgefallen ist. Gemeinsam mit Ihrem Kind erstellte Protokolle können Ihnen dabei helfen.

  • Vermeiden Sie Anschuldigungen, denn oft weiß auch die Lehrkraft nichts von dem Mobbing/den Gewalthandlungen.

  • Machen Sie deutlich, dass Sie Mobbing/Gewalt nicht akzeptieren.

  • Fragen Sie nach, was konkret unternommen wird. So können Sie deponieren, was Sie nicht möchten.
    Schulen haben auch oft die Möglichkeit, Schulberatungsteams anzufordern.

  • Wichtig ist zu vereinbaren, dass die Lehrperson den Vorfall in der Klasse nicht direkt anspricht, sondern das Thema allgemein einbringt, da das Mobbing sonst oft noch schlimmer wird. Wichtig ist, den Schülern klarzumachen, dass in Zukunft an dieser Schule gegen Mobbing vorgegangen wird. Die Konsequenzen sollten deutlich kommuniziert werden. Ein Gespräch mit den Tätern sollte auf keinen Fall vor dem Klassenverband stattfinden, sondern separat und im besten Falle aufgrund von Beobachtungen des Lehrers.

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Mit einem Vorwort von Martina Rupp

Die erfolgreiche Moderatorin und unglaublich sympathische Mutter, Martina Rupp, hat ein Vorwort zum ersten Rat auf Draht Buch verfasst. Auch hierzu finden Sie einen kurzen Vorgeschmack!

 

Vorwort von Martina Rupp

Oberflächlich betrachtet kann ich dieses Vorwort leichten Herzens schreiben, denn meine Kinder sind aus dem Gröbsten heraus. Weder meine Tochter noch mein Sohn mussten jemals eine Klasse wiederholen, beide haben auf Anhieb die Matura geschafft. Doch stelle ich das nicht voll Hochmut fest, sondern mit einem gerüttelt Maß an Demut, denn beide haben für ihren Schulerfolg teilweise hart arbeiten müssen.
Eines meiner Kinder hatte eine stark ausgeprägte Leseschwäche, die leider weder von der Schule noch von mir erkannt wurde, denn in unserer Familie war und ist das Lesen eine Selbstverständlichkeit; wir begeistern uns an klugen Artikeln, spannenden Geschichten, Sprachwitz und Wortspielereien. Ich habe gedacht, mein Kind WILL NICHT. Ich habe nicht begriffen, dass mein Kind NICHT KANN. Unduldsam war ich, ungerecht: „Jetzt setz dich endlich auf deine vier Buchstaben und lies das laut vor!“ hab ich gefordert – und damit das Selbstbewusstsein meines Kindes immer mehr untergraben.
In dieser Situation haben wir Hilfe bekommen.

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Mein Kind ist unbeliebt? Übergewichtig? Im Kriegszustand mit dem halben Lehrerzimmer? Superchecker in einer computergenerierten Spielkonsolenwelt, kann aber keinen Ball fangen? Will schon wieder einmal alles hinschmeißen? Bin ich schuld? Weil ich berufstätig bin und AlleinerzieherIn noch dazu?
Sind Kinder „halt so“? Ist das eine Phase und wird es sich „von selbst“ ändern? Wie kann ich helfen und ... wer hilft mir? Es gehört viel Mut dazu, sich diese Fragen zu stellen.
Aber es lohnt sich: Denn es gibt da Menschen, die dabei helfen werden, Antworten zu finden. Ich habe die Menschen des Teams „147 Rat auf Draht“ im Zuge meiner Arbeit als Jour- nalistin immer wieder als einfühlsame und versierte Anwältinnen und Anwälte von Kindern in kleinen und großen Krisen erlebt. Weil sie den Kindern zuhören, helfen sie auch den Eltern.

 
Das Autorenteam (ORF/Günther Pichlkostner)
Das Autorenteam (ORF/Günther Pichlkostner)
 

Mag. Susanne Lindl, geboren 1974 in Wien; Psychologin, in Ausbildung zur Psychotherapeutin; seit 17 Jahren Beraterin bei „147 Rat auf Draht“; alleinerziehende Mutter einer Tochter.

Mag. Elke Prochazka, geboren 1978 in Hainburg an der Donau; Klinische und Gesundheitspsychologin, Lerntherapeutin, Adipositastrainerin; seit 10 Jahren Beraterin bei „147 Rat auf Draht“.

Konrad Wirnschimmel, geboren 1945 in Wien; Psychotherapeut, Lehrtherapeut für dynamische Gruppenpsychotherapie, Legastheniebetreuer; seit 17 Jahren Berater bei „147 Rat auf Draht“; arbeitet in freier Praxis.

 

Viel Spaß beim Lesen!