Mädchen steht auf Waage

Adipositas

Adipositas-Fettleibigkeit, diesen Begriff hast vielleicht auch du schon einmal gehört. Aber was bedeutet er eigentlich? Was kann man tun, wenn man davon betroffen ist, und wie schützt man sich vor blöden Sprüchen? Dies und noch mehr, kannst du hier erfahren!


Adipositas - Was ist das?

Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, ist eine Krankheit. Man bezeichnet damit eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper.
 

Adipositas - Ursachen und der Weg in die Krankheit

Zur Adipositas kommt es, wenn die Energiezufuhr (also das, was man an Kalorien über Essen und Trinken zu sich nimmt) den Energieverbrauch dauerhaft übersteigt. D.h. es wird mehr an Essen und Trinken zu sich genommen, als an Energie vom Körper über den Tag hinweg verbraucht wird. Und den Überschuss speichert der Körper als Fett ab.

Die Ursachen der Adipositas sind vielfältig:

Eine Rolle bei der Entwicklung dieser Krankheit spielt die Erbanlage (genetische Disposition), also das, was man an Genen von seinen Eltern, seiner Familie vererbt bekommen hat. Die Erbanlagen können z.B. zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme, zu einem verminderten Energieumsatz oder einer bevorzugten Energiespeicherung in Form von Fett führen.

Auch die Ernährung, Lebensweise und mangelnde körperliche Bewegung sind wichtige Faktoren, die zu Adipositas führen können.

Auch seelische Faktoren wie Stress, Einsamkeit, Depression und Frustration mit Essen als Belohnung können bedeutsam sein.

Genauso gibt es einige Krankheiten, die zu Fettleibigkeit führen können.
 

Ab wann spricht man von Adipositas?

Adipositas ist definiert als ein Übermaß an Fettgewebe, das zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führt. Die Klassifizierung der Adipositas wird mit Hilfe eines Körpermassindex getroffen, dem sogenannten Body-Mass-Index, abgekürzt BMI. Davon hast du vielleicht schon einmal gehört.

Klassifikation:
Adipositas Grad I: BMI 30,0 bis 34,9
Adipositas Grad II: BMI 35,0 bis 39,9
Extreme Adipositas Grad III: BMI ab 40

Eine Rolle für die Klassifikation spielt allerdings auch die Verteilung des Fettes im Körper. Vor allem das Fett um den Bauch wird als "negativ" und gesundheitsgefährdend gewertet.

Der BMI bei Kindern und Jugendlichen ist kein wirklich gutes Maß, wenn er nicht zumindest auf das Alter gesehen eingeordnet wird. Hier kannst du deinen BMI entsprechend deines Alters selbst errechnen.

Risiko Adipositas

Menschen mit Adipositas sind einem stark erhöhtem Risiko für Folgeerkrankungen ausgesetzt. Es ist wichtig, diese Erkrankung auch als Krankheit wahrzunehmen und sich Hilfe zu holen!
 

Betroffen - was tun?

Adipositas ist eine Krankheit und braucht deshalb auch eine professionelle Therapie! Abnehmen und selbständiger Sport alleine reichen als Therapie nicht aus. Du würdest dir ja auch nicht selbst einen gebrochenen Arm verarzten, oder?

Für eine erfolgreiche Behandlung der Adipositas braucht es im Idealfall verschiedenste "Betreuungspersonen". Einerseits muss ein Arzt abklären, ob das Übergewicht bereits zu Erkrankungen geführt hat, die behandelt werden müssen. Gemeinsam mit einem Sportexperten kann er entscheiden, welchen Sport/welche Bewegung du machen kannst, ohne deine Gelenke zu sehr zu belasten. Dann braucht es auch einen Experten für Ernährung, der dir hilft deine Ernährung umzustellen und mit dir gemeinsam leckere Rezepte erarbeitet. Und dann ist es auch noch wichtig, dass dir ein Psychologe zur Seite steht, der mit dir herausfindet, was Essen für dich bedeutet, welche Bedürfnisse mit Essen verbunden sind und wie diese anders erfüllt werden können, und vieles mehr.

Wenn du etwas gegen deine Krankheit machen möchtest, kannst du dich z. B. zunächst einmal an einen Hausarzt wenden und den bitten, dich an entsprechende Stellen weiter zu verweisen.
 

Tipp

Wachstumsschub nützen

Jugendliche, die übergewichtig bzw. adipös sind, können den Wachstumsschub, der in der Pubertät eintritt, nützen, um Gewicht zu reduzieren. Dazu ist es notwendig, dass man die Gewichtszunahme bewusst durch eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung stoppt. Denn wenn man nicht weiter an Gewicht zulegt, reduziert sich der BMI durch den Wachstumsschub. Und diesen Vorteil können nur Kinder und Jugendliche ausnützen!

Wenn du betroffen bist, möchten wir dir Mut machen, dich drüber zu trauen und dir Hilfe zu holen!

Vorurteile

"Na eh klar, der/die isst zu viel, darum ist der/die jetzt auch so fett". Diesen oder einen anderen negativen Satz haben viele von uns schon einmal gehört. Übergewichtige Menschen werden oft sehr abschätzig behandelt. Die sind ja selber schuld, wird ihnen oft vorgeworfen. Doch wie ist es mit dem Sportler, der stürzt? Der ist ja eigentlich auch selbst daran schuld. Wird er deshalb auch so fies behandelt? Oder der Raucher, der erkrankt? Du siehst, dass wenn man genauer darüber nachdenkt, man auch bei vielen anderen Krankheiten genauso selbst etwas dazu beiträgt, wie auch bei der Adipositas. Und Adipositas ist eine ernstzunehmende Krankheit! Denke daran, wenn auch du solche Gedanken kennst.

Erster Schritt

Wie schon beschrieben, ist die Adipositas eine ernstzunehmende Krankheit und braucht deshalb Experten zur Behandlung. Das Ziel ist eine Veränderung des Lebensstils. Wir alle wissen aber, dass es oft auch Mut erfordert, sich Hilfe zu holen. Wenn du, bevor du den Schritt zum Arzt wagst, schon etwas für dich und deine Gesundheit tun möchtest, kannst du es z. B. so versuchen:
 

gesundes Essen
 

Tipp

  • Ersetze Softdrinks durch kalorienarmen Tee. Langweilig, denkst du jetzt vielleicht. Dachten wir auch. Bis wir im Supermarkt alle möglichen Teesorten durchprobiert haben! Bilde dir selbst eine Meinung! Eistee ist ja schließlich auch nichts anderes als kalter Tee, außer dass noch Unmengen an Zucker beigemengt sind. Und diesen kannst du zu Beginn z. B. durch Süßstoff ersetzen.
     
  • Beim Frühstück kannst du Butter durch weichen, fettreduzierten Frischkäse ersetzen, den "normalen" Toast durch einen Mehrkorntoast (achte auf die Ballaststoffangabe auf der Packung, je mehr, desto besser) und dann noch etwas Marmelade drauf. Ja und auch da hatten wir ehrlich gesagt größte Bedenken! Iiihhh Frischkäse. Aber wir haben es trotzdem für euch getestet und festgestellt, hey schmeckt lecker. Probiers doch auch!
     
  • Bei Süßigkeiten, greife zu denen, die schon in kleineren Packungen abgepackt sind. Von vielen Produkten gibt es sogenannte Minis. Pro Tag ist eine dieser "kleinen Packungen" erlaubt! Dann ist es auch leichter aufzuhören, als wenn man aus einem riesigen Sackerl immer wieder eine handvoll herausnimmt.
     
  • Sicher kennt ihr das: Jause von fett bis "oberüberdrüberfett" gibt es alles, aber nichts, das lecker schmeckt und auch hilft, Gewicht zu halten. Wie wärs mit mexikanischen Wraps mit Hühnerfleisch oder Chili. Oder einem Vollkornweckerl mit knackigem Paprika, Salat, Ei und Schinken?
     
  • Du stehtst auf leckere Aufstriche? Kein Problem: Nimm bei der Zubereitung anstatt Mayonnaise, Magertopfen und gib am Ende etwas Olivenöl dazu. Das Öl sorgt für die Cremigkeit und enthält wichtige Stoffe, die dein Körper braucht. Eiaufstrich schmeckt so wirklich gut und ist schnell fertig.
     
  • Bewegung: Bevor du nicht weißt, was du tun kannst, ohne z. B. deinen Gelenken zu schaden, solltest du eher auf Alltagsbewegung setzen. Z. B. Treppen steigen, statt Aufzug fahren oder beim Schulbus eine Station früher aussteigen oder mit dem Fahrrad in die Schule fahren.
     
  • Es gibt auch Computerspiele, bei denen man selbst Bewegung machen muss - wie wärs damit?
     
  • Je mehr Süßigkeiten und Snacks zu Hause rumliegen, umso eher isst man sie auch. Bitte deine Eltern, dich zu unterstützen und nur bestimmte Lebensmittel einzukaufen.
     
  • Achte auf die Portionsgrößen. Nimm dir einen Teller voll und bleibe dann auch dabei.

Das sind jetzt nur einige Tipps, die eine speziell auf dich zugeschnittene "Behandlung" nicht ersetzen können. Sie können bestenfalls ein kleiner Anfang sein!! Experten, wie Ernährungsberater, Psychologen und Ärzte können dir noch viel mehr Tipps geben.

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