Ein schematisches Bild von einem Gehirn, die einzelnen Bereiche sind unterschiedlich gefärbt.

Neurodivergenz und Überstimulation

Was ist Neurodivergenz und was kann bei Überstimulation helfen? Hier findest du ein paar Erste-Hilfe Tipps dazu.

Was bedeutet Neurodivergenz?

Neurodivergenz bedeutet, dass das Gehirn Informationen, Gefühle oder Sinneseindrücke anders verarbeitet als bei vielen anderen Menschen. 

Manche Menschen benötigen deshalb mehr Ruhe, klare Strukturen oder andere Formen der Unterstützung, um ihren Alltag gut bewältigen zu können.

 

Neurodivergenz kann viele Formen haben

Zu Neurodivergenz zählt beispielsweise:

  • ADHS
  • Autismus-Spektrum-Störung
  • Dyskalkulie (Rechenschwäche)
  • Lese- und Rechtschreibstörung (LRS)
  • Lern- und Entwicklungsstörungen
  • Synästhesie (Vermischung verschiedener Sinneseindrücke)

Jeder Mensch ist individuell und nicht alle Betroffenen erleben dieselben Herausforderungen oder benötigen dieselbe Unterstützung.

 

Wenn alles zu viel wird

Lärm, viele Menschen, starke Gerüche, helles Licht, Zeitdruck oder emotionale Belastungen können dazu führen, dass eine Situation überwältigend wird.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Rückzug
  • Überforderung
  • Schwierigkeiten zu sprechen
  • Unruhe und Anspannung
  • Reizüberflutung
  • Konzentrationsprobleme

Diese Reaktionen sind keine Absicht und kein Zeichen von Schwäche. Sie zeigen, dass das Gehirn gerade sehr viele Reize gleichzeitig verarbeitet.

Tipp

Psychische Erste Hilfe bei Überstimulation

  • ruhig bleiben und Sicherheit vermitteln
  • aufmerksam zuhören
  • keinen Druck ausüben
  • kurze und klare Sätze verwenden
  • Pausen ermöglichen
  • Rückzug akzeptieren
  • einfache Ja-/nein-Fragen stellen
  • gemeinsam den nächsten kleinen Schritt überlegen

Was kann Betroffenen helfen?

Wenn du merkst, dass eine Situation zu belastend wird, kannst du versuchen:

  • früh wahrzunehmen, dass es zu viel wird
  • einen ruhigen Ort aufsuchen
  • Kopfhörer oder Ohrstöpsel verwenden
  • Wasser trinken
  • bewusst langsam atmen
  • eine vertraute Person informieren
  • die Situation rechtzeitig verlassen

Jede Person entwickelt mit der Zeit ihre eigenen Strategien. Wichtig ist, diese ernst zu nehmen und anzuwenden.

Tipp

Ein kleines Erste-Hilfe-Kit

Ein kleines Notfall-Kit kann im Alltag unterstützen.

Praktisch sind zum Beispiel:

  • Kopfhörer oder Ohrstöpsel
  • Wasserflasche
  • kleiner Snack oder Kaugummi
  • Sonnenbrille oder Kappe
  • Fidget-Toy oder Stressball
  • Notiz mit wichtigen Kontakten
  • Ladegerät oder Powerbank
  • regelmäßig benötigte Medikamente 

Verständnis hilft

Neurodivergente Menschen sind nicht "zu empfindlich".

Sie verarbeiten Reize und Informationen oft anders und benötigen deshalb manchmal andere Rahmenbedingungen.

Ein ruhiger Umgang, Geduld und Verständnis können in belastenden Momenten viel bewirken.

Ein Satz, der helfen kann: "Du musst gerade nichts erklären. Ich bin da. Du bist nicht allein."

Hilfe ist jederzeit erreichbar

Manchmal hilft ein Gespräch um wieder Orientierung zu finden. Wir sind in unseren Beratungsangeboten gerne für dich da.

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