Hand hält Rasierklinge.
CC0 / Pixabay SplitShire (bearbeitet)

Selbstverletzung - so kannst du dir helfen

Betroffene finden hier Informationen, wie man Hilfe bekommt und welche Soforthilfemaßnahmen es gibt, um sich nicht weiter Verletzungen zuzufügen.
 

Lass dir helfen

Verletzt du dich selbst, egal auf welche Art, dann ist es wichtig, dass du dir Hilfe holst. Sprich mit einer erwachsenen Person, mit der du dich gut verstehst und der du vertrauen kannst. Oft gibt es einen Lehrer oder eine Lehrerin mit dem/der man gut reden kann oder jemanden in der Verwandschaft, zu dem man Vertrauen hat. Oder du wendest dich an eine Beratungsstelle.

In einer Beratung geht es darum, herauszufinden, was die Ursachen für dieses Verhalten sind und was mögliche Alternativen sein können. Vor einer Beratung oder Therapie musst du keine Angst haben. Es geht dabei hauptsächlich darum, mit jemandem über deine Probleme zu sprechen und alternative Problemlösungen zu finden.

 

Kurzfristige Lösungen

Wir alle wissen aber, dass es oft auch Mut erfordert, sich Hilfe zu holen. Wenn du, bevor du den Schritt zur Beratungsstelle wagst, schon etwas für dich und deine Gesundheit tun möchtest, kannst du es z.B. so versuchen:

 

Erste Hilfe

Versuche das selbstverletzende Verhalten durch Verhaltensweisen zu ersetzen, die deinem Körper nicht schaden. Es geht dabei darum eine kurzfristige Strategie zu finden, die dich davon abhält dem Impuls der Selbstverletzung nachzugeben. Was das sein kann, ist individuell verschieden. Als hilfreich erwiesen hat sich z. B.
 

  • Eine SMS an eine/n Freund/in zu schreiben oder sie/ihn anrufen.
  • Eiswürfel gegen den Unterarm drücken.
  • Gummiringerl auf die Haut schnalzen lassen.
  • Kalt abduschen.
  • "Aus der Situation gehen" - die Umgebung verändern.
  • Kreativ sein (Schreiben, Zeichnen, Musik machen,...).
  • Auf etwas Scharfes beißen (Pepperoni, Ingwer).
  • Sich körperlich auspowern.
Wichtig: Dabei handelt es sich wirklich nur um eine erste Zwischenlösung und nicht um eine wirkliche Behebung des Problems oder eine Heilung! Ein anderer starker Sinnenreiz (wie eben z. B. Kälte), kann helfen den Drang zur Selbstverletzung kurzfristig (!) zu umgehen.

 

 
Verbandskasten.

 

  • Hilfreich kann es auch sein, dass du dir selbst Grenzen auferlegst. Dass du dir das selbstverletzende Verhalten an bestimmten Orten, Zeitpunkten etc. verbietest.
  • Versuche auch mit deinen Gefühlen und Problemen nicht alleine zu bleiben. Sprich mit jemandem darüber, wie es dir geht und was du fühlst.
  • Beobachte dich selbst. Schreib dir auf, wann du dieses Verhalten setzt. Was davor passiert, was du in diesem Moment fühlst. Schreib auch auf, was dir vielleicht geholfen hat, dich doch nicht selbst zu verletzen.
  • Schreib dir eine Liste, in denen du Gründe anführst, die dagegen sprechen, dich selbst zu verletzen. Sieh dir diese an, wenn du wieder den Drang dazu spürst.
  • Versuche den Drang zu verschieben. Sage dir, dass du es in 20 Minuten immer noch tun kannst. Vielleicht schaffst du es dann noch einmal, 20 Minuten aufzuschieben.
 

Die Tipps sind nur ein Anfang, keine Lösung

Wie gesagt, hierbei handelt es sich nur um Vorschläge für "Soforthilfemaßnahmen", für den Fall, du dich noch nicht bereit dazu fühlst, dich jemandem anzuvertrauen oder zu einer Beratungsstelle zu gehen. Diese Tipps können dir nur helfen, Schlimmeres zu verhindern. Sie können ein erster Schritt sein, sind aber nicht die Lösung selbst.

 
 
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