Bub macht Selfie vor einem Strand

Handy: Tipps gegen die Kostenfalle

Eine unerwartet hohe Handyrechnung sorgt schnell für Stress mit den Eltern oder das Ende des eigenen Geldes. Die richtige Flatrate und vor allem Info, was es im Ausland zu beachten gilt, kann dir hier Ärger ersparen. Infos findest du hier!

Viele haben mittlerweile eine Flatrate, also eine Art Pauschalvertrag. Man bezahlt pro Monat einen fixen Betrag und kann dafür eine gewisse Anzahl an Minuten telefonieren, eine bestimmte Anzahl an SMS verschicken und meist auch ein fixes Datenvolumen im Internet verbrauchen. Einige Tarife ermöglichen auch unbeschränktes Telefonieren oder Surfen. Die Tarife bilden fast schon eine Art Tarifdschungel, da es kaum etwas gibt, dass es nicht gibt und vieles erst bei wirklich genauem Hinschauen bzw. Hinterfragen deutlich wird.
 

Tipp

Hilfen für den Tarifdschungel

Auch mit der richtigen Entscheidung für Handyanbieter und Tarif kannst du Kosten sparen. In dem Dschungel von Angeboten ist es zwar ziemlich schwer, das wirklich beste Angebot herauszufinden. Ein paar Überlegungen helfen dir aber bei deiner Entscheidung:
 

  • Zuerst ist es sinnvoll, dass du dein Telefon-, SMS und Surfverhalten kennst. Bei welchem Mobilfunkanbieter sind die meisten deiner Familienmitglieder und FreundInnen? Schickst du mehr SMS oder telefonierst du lieber? Brauchst du überhaupt viele SMS, weil du lieber Messenger wie WhatsApp nützt? Wieviel Datenvolumen hast du bis jetzt im Monat benötigt? Brauchst du auch Freiminuten innerhalb Europa, weil Freunde und Famile von dir vielleicht in anderen Ländern der EU wohnen?
  • Wie hoch ist der Erstanmeldepreis, die einmaligen Freischaltkosten bzw. die jährlich fällige Servicepauschale?
  • Erkundige dich auch über Jugendtarife. Diese gelten meist bis zum Altern von 26/27, enthalten mehr Datenvolumen, mehr SMS und sind günstiger.
  • Wie lange ist die Bindungsdauer des Vertrages, also wann kannst du den Vertrag frühestens kündigen?
  • Welche aktuellen Tarifangebote gibt es?
  • Das Kleingedruckte: Mindestumsätze, Kosten wenn Freiminuten aufgebraucht sind, Kosten für mehr Datenvolumen, etc.

"Mehrwertdienste" bedeuten oft auch ein Mehr an Kosten

Klingeltöne, Handylogos & Co kannst du oft mit so genannten Mehrwert-SMS bestellen, für die du einen bestimmten Betrag zahlen musst. Wenn du oft solche Mehrwertdienste in Anspruch nimmst, können sich die Einzelbeträge beachtlich aufsummieren. Immer wieder gibt es auch schwarze Schafe unter den Mehrwertdienst-Anbietern, die dir kostenpflichtige SMS zuschicken, ohne dass du sie eigentlich bestellt hast.
Wenn du sicher gehen möchtest, kannst du bei deinem Handyanbieter alle Mehrwertnummern kostenlos (einmal im Jahr) sperren lassen. Darauf hast du ein Recht!

Mehrwertnummern erkennst du an den ersten Ziffern der Rufnummer: 0810, 0820, 0821, 0828, 0900, 0901, 0930, 0931, 0939 und 11

Bekommst du immer wieder von der gleichen Nummer Abo-SMS, dann kannst du diese jederzeit kostenfrei abbestellen. Dazu einfach eine SMS mit "Stopp" als Antwort an die Nummer senden. Enden sie trotzdem nicht, beeinspruche die Rechnung bei deinem Mobilfunkanbieter (Drei, A1,...). Bei Problemen kannst du dich auch bei uns am Telefon melden, wir können dich kostenlos zum Internet-Ombudsmann verbinden, der dich direkt unterstützen kann.
 

Vorteil Wertkartenhandy

Ein einfaches Mittel, um dich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen, sind Wertkartenhandys. Du bezahlst im Vorhinein, hast kein monatliches Grundentgelt und kannst zusätzlich immer den dir zur Verfügung stehenden Betrag auf der Wertkarte abfragen. Der entscheidende Nachteil gegenüber Vertragshandys ist allerdings, dass die Tarife höher sind.
Für ein Vertragshandy brauchst du die Unterschrift deiner Eltern, falls du noch nicht 18 Jahre alt bist.

Handy und Ausland

Hier kommt es definitiv darauf an, wo du hin fährst. Innerhalb der EU gelten andere Roaming Regeln als außerhalb. 
 

Tipp

Wie ist es in der EU?

In EU Mitgliedsländern, inklusive Island, Liechtenstein und Norwegen muss das Telefonieren und SMSen gleich viel kosten, wie wenn du in Österreich telefonierst oder SMS schickst. Solange, Roaming generell bei deinem Tarif möglich ist.

Wie ist das beim Internet Surfen? Hast du einen Tarif bei dem ein Datenpaket dabei ist, dann muss dich dein Netzanbieter (Drei, A1, ...) darüber informieren, wie viel dieses Datenpaketes du auch in Europa zum gleichen Preis wie in Österreich nutzen kannst.
Solange du nicht informiert wirst, kannst du das ganze Datenpaket zum gleichen Preis wie in Österreich verbrauchen. Also in Italien am Strand liegen und Surfen wie zu Hause ist damit möglich.

ACHTUNG!! In allen nicht europäischen Ländern, also z.B. in der Schweiz, Türkei, in Mazedonien, Amerika, Asien, usw. gelten nach wie vor Auslandstarife die sehr teuer sein können!! Auch im Flugzeug oder auf Kreuzfahrtschiffen gilt die neue Regelung NICHT!
Du musst von deinem Netzanbieter auch informiert werden, bevor er zusätzliche Kosten für Roaming in EU Ländern verrechnet.

Bei manchen Anbietern bzw. Tarifen musst du vorher das Roaming aktivieren. Erkundige dich einfach vor Urlaubsantritt, wie das bei dir ist.


Außerhalb der EU sind die Kosten oft immens hoch.
Die wichtigsten Tipps, wie du mit dem Handy im Ausland Kosten sparen kannst:
 

  • Nicht vergessen: Auch wenn du im Ausland angerufen wirst, musst du einen Teil der Kosten übernehmen. Das sind die so genannten "Passivgebühren". Trotzdem, ist es meist billiger, wenn du dich im Ausland anrufen lässt, als wenn du das selbst machst. Befindet sich die Person, die dich anruft in deinem Heimatland, dann kostet es für die Person auch nicht mehr, wenn sie dich anruft, als wenn du zu Hause wärst!!

 

  • Gerade das Surfen kann im Ausland schnell sehr teuer werden. Es gibt jetzt zwar eine Datenroaming-Grenze von € 60,- für mobile Datendienste. Wenn du 80% dieses Höchstbetrages beim Surfen im Ausland erreichst, dann musst du kostenlos per SMS, Pop-up oder E-Mail informiert werden, ebenso bei der Überschreitung des Limits. Falls du es nicht ausdrücklich anders möchtest, werden weitere Datenroamingdienste danach automatisch gesperrt.

 

  • Nütze im Ausland eher W-Lan-Netze, die meisten Hotels und auch viele Restaurants bieten diese oft gratis an. Über Messenger wie z.B. WhatsApp, Threema und Signal kannst du dann günstig Fotos und Nachrichten verschicken.

 

  • Mailbox ausstellen: Wahrscheinlich hast du bei deinem Handy eine so genannte bedingte Umleitung auf die Mailbox eingestellt. D.h., wenn du nicht abhebst und das Handy einfach läuten lässt, wird der Anruf anschließend auf deine Mailbox weiter geleitet. Bist du im Ausland, fallen für dich bei einer Umleitung auf die Mailbox die doppelten Kosten an: Einmal für die Weiterleitung ins Ausland und dann wieder für die Weiterleitung zurück zur Mailbox. Deshalb solltest du die Mailbox unbedingt für die Zeit im Ausland deaktivieren. Das kann man bei den meisten Handys mittlerweile direkt in den Einstellungen umstellen. Du kannst dir im Shop deines Netzbetreibers helfen lassen oder dir im Internet die Anleitung ansehen. Sonst gibt es auch die Möglichkeit, die Box durch den Netzbetreiber direkt deaktivieren zu lassen. Dazu musst du einfach nur anrufen.

 

  • Wenn du häufig in einem bestimmten Land bist, erkundige dich, ob es Tarife gibt, die dir das Telefonieren dort vergünstigen. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, sich eine Sim-Karte vor Ort zu kaufen. Gerade wenn du z. B. aufgrund eines Schüleraustausches oder einer Sprachreise länger im Ausland bist. Achtung, wenn du länger in einem EU-Land bist, kann es sein, dass das Telefonieren von der Roaming-Regel ausgenommen wird - dann, wenn du dich quasi mehr im EU-Ausland, als in Österreich aufhältst.

 

Wer hilft mir bei Problemen mit der Handyrechnung?

In vielen Fällen zahlt es sich aus, zunächst einmal bei der Service-Hotline deines Anbieters nachzufragen. Viele Fragen klären sich so rasch auf. Jedoch gibt es immer wieder Streitfälle. Bei der Kontrolle deiner Handyrechnung und deines Einzelgesprächsnachweises entdeckst du z. B. einen Rechnungsposten, bei dem du dir sicher bist, dieses Telefonat nicht geführt zu haben oder diesen Mehrwertdienst keinesfalls in Anspruch genommen zu haben.

 

Möglichkeiten bei Streitfällen über die Handyrechnung:

Beeinspruche die Rechnung schriftlich und eingeschrieben bei deinem Mobilfunkbetreiber. Noch besser ist es meist, wenn du direkt in einen Shop des Betreibers gehst und dort die Rechnung beeinspruchst! Wichtig ist, dass du dabei eine Frist einhalten musst. Wie lange du genau Zeit hast, kannst du in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen deines Mobilfunkanbieters nachlesen. Am besten du meldest dich sofort nach Erhalt der Rechnung beim Betreiber, dann kannst du auch keine Frist verpassen.
Wende dich anschließend gleich an die Schlichtungsstelle der österreichischen Regulierungsbehörde (RTR-GmbH). Sie hilft dir bei Streitigkeiten mit deinem Betreiber.
Beachte allerdings, dass diese Schlichtungsstelle nur für Beträge ab 20,- Euro zuständig ist.

 

Hier erhältst du Auskünfte

Auskünfte bei Problemen mit der Handyrechnung geben dir auch verschiedene Konsumentenberatungsstellen:

 

Mein Handy wurde gestohlen

Wenn dein Handy gestohlen wird oder du es verlierst, kann es passieren, dass jemand anderer auf deine Kosten telefoniert. Es können auch weitere Zusatzkosten entstehen. Das Sperren der SIM-Karte ist beispielsweise oft nur kostenlos, wenn eine Diebstahlsanzeige vorgelegt wird.

Tipp

Handy weg - was tun?

  • Nach Diebstahl oder Verlust das Handy sofort sperren lassen! Dann kann niemand mehr mit deiner SIM-Karte telefonieren. Dazu musst du deinen Netzbetreiber anrufen und dein Kundenkennwort nennen. Es ist allerdings mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zwischen Antrag der Sperre und tatsächlicher Sperre des Anschlusses zu rechnen.
  • Sofort nachdem der Diebstahl entdeckt wurde, solltest du auch eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Wichtig ist dabei die 15-stellige IMEI-Nummer. Diese Seriennummer (unter dem Akku und auf der Originalverpackung angebracht oder mit *#06# abrufbar) kann nicht gelöscht oder entfernt werden, wodurch sich ein Handy zweifelsfrei identifizieren lässt.
  • Gesperrt werden können nur Vertragshandys und registrierte Wertkartenhandys. Wenn du dein Wertkartenhandy verlierst, geht auch dein Guthaben verloren.
  • Frage deine Eltern, ob ihre Haushaltsversicherung den Diebstahl oder Verlust deines Smartphones abdeckt.
  • Es gibt mittlerweile auch bei nahezu allen Smartphones die Möglichkeit sie orten zu lassen bzw. auch aus der Ferne den Zugriff auf die eigenen Daten zu sperren. Eine Anleitung findest du bei Saferinternet.at

Achtung In-App-Käufe

Viele der kostenlosen Apps finanzieren sich oft über Werbeeinschaltungen oder eben "In-App-Verkäufe". Kennst du bestimmt aus einigen Spiele Apps, wo man durch Geld sich andere Autos, mehr Leben, etc. kaufen kann. In-App-Käufe ermöglichen es also, dass du innerhalb der Anwendung Zusatzfunktionen kaufst. Klar wird dafür auch stark Werbung gemacht. In manchen Spielen ist es ohne Inn-App-Käufe nur mehr schwer möglich durch alle Level zu kommen. Zum Glück gibt es aber auch viele Apps die auch gut ohne diese Käufe funktionieren! 

Damit du nicht ständig überlegen musst, kannst du In-App-Käufe auch ganz deaktivieren.


Android: PLAY STORE - EINSTELLUNGEN - NUTZERSTEUERUNG - AUTHENTIFIZIERUNG FÜR KÄUFE ERFORDERLICH - HAKERL BEI "FÜR ALLE KÄUFE BEI GOOGLE PLAY AUF DIESEM GERÄT" SETZEN

iPhone, iPad: EINSTELLUNGEN - ALLGEMEIN - EINSCHRÄNKUNGEN AKTIVIEREN - PIN-CODE EINGEBEN - IN-APP-KÄUFE DEAKTIVEREN
 

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