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Kein Daten-Striptease im Internet

Immer mehr Daten sind über uns bekannt. Trotzdem lohnt es sich, nicht überall alles anzugeben. Erfahre mehr dazu.

Fotos und Infos über sich zu teilen, gehört für viele dazu. Es bleibt aber eine Gratwanderung - Jeder und Jede muss für sich entscheiden, was für einen selbst privat ist und was auch ins Netz kann.

 

Definiere "privat"

Sobald du soziale Netzwerke, Apps und Messenger verwendest, lege für dich fest, was für dich privat ist. Klar gibt es auch allgemeine Richtlinien. Allerdings muss man die Konsequenzen immer selbst aushalten, wenn Intimes über einen selbst für alle sichtbar im Netz landet. Deshalb macht es Sinn, dass du dir überlegst, was für dich persönlich so intim ist, dass es nicht die Runde machen sollte. Alles, bei dem du es aushalten könntest, wenn es die ganze Schule, deine FreundInnen aber auch Verwandte sehen können, kannst du durchaus in Instagram & Co laden bzw. mit Messengern wie WhatsApp verschicken. Für dich ganz Intimes hat dort allerdings nichts verloren. Denn kontrollieren, wohin sich die Inhalte verbreiten, kannst du einmal Veröffentlichtes dann nicht mehr.

Vorsicht beim Veröffentlichen persönlicher Daten!

Definitiv nichts im Internet verloren haben alle Daten, die dich mit deinem Offline-Leben in Verbindung bringen, wie z. B. deine Adresse und deine Telefonnummer! Zu den persönlichen Daten, mit denen du besonders vorsichtig umgehen solltest, gehören aber auch dein kompletter Name, dein Geburtsdatum, Bankdaten, Passwörter, Fotos, E-Mail-Adressen, besuchte Schule, aber auch Angaben zu deiner Gesundheit, politischen Meinung, sexuellen Orientierung usw.

Ganz so einfach ist das allerdings längst nicht mehr. Denn viele Daten sind durchaus schon bekannt, auch wenn du sie nicht selbst ins Netz stellst. Denn alleine durch das Verwenden von WhatsApp z. B. hat die dahinterstehende Firma (also in dem Fall Facebook) deine Telefonnummer, meist auch deine Adresse (denn WhatsApp hat alle Informationen, von allen Personen, die dich in ihren Kontakten gespeichert haben) und dein Geburtsdatum. "Dann ist es ja eh schon egal", denken sich viele. Es lohnt sich allerdings trotzdem, diese Daten nicht überall anzugeben. Denn je mehr Firmen sie haben, umso größer das Risiko, dass diese sie auch in einer Art nützen, die dir vielleicht nicht angenehm ist. Beispielsweise wurden in anderen europäischen Ländern Jugendlichen aufgrund ihres Verhaltens beim Einkaufen und im Netz auf deren Namen Material zu Schwangerschaft bzw. ihrer sexuellen Orientierung zugeschickt. 

Jeder und Jede hinterlässt Spuren und gibt Infos preis. Aber es macht schon einen Unterschied, ob du wahllos überall alles eingibst oder nur in bestimmten genau überlegten Situationen Informationen anführst.

 

Menschen haben ganz unterschiedliche Einstellungen, wie viel sie über sich selbst öffentlich bekannt geben wollen. Du entscheidest selbst. Viele beginnen allerdings erst nachzudenken, wenn ihnen etwas Unangenehmes passiert ist.

 

Einige Beispiele:

  • •Fotos und Berichte von Partys, die du ins Internet stellst, können deinen LehrerInnen bzw. Vorgesetzten ein schlechtes Bild von dir vermitteln oder dir bei der Jobsuche im Weg stehen. Vor allem alles was mit Gewalt zu tun hat, führt meist zu einer Ablehnung bei einer Bewerbung. Das kann auch eine sehr gewalthaltige Sprache im Netz sein oder ein Video von einer gestellten Schlägerei.
  • •Deine Telefonnummer kann für Scherzanrufe und Belästigungen missbraucht werden.
  • •Mit deinen Passwörtern können Fremde z. B. deine E-Mails lesen oder E-Mails von deinem Account aus versenden.
  • •An deine E-Mail Adresse können Spam-Mails, die auch einen Virus enthalten können, geschickt werden.
  • •Mit deiner Kreditkartennummer können BetrügerInnen, auf deine Kosten, einkaufen gehen.

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Außerdem: Hast du einmal Informationen ins Netz gestellt, kannst du sie meist nicht mehr entfernen. Zum Beispiel gibt es Programme, die automatisch das Internet nach E-Mail-Adressen durchsuchen, nachher werden die Mail-Adressen an Spam-Versender verkauft. In so einem Fall ist es einfach zu spät, wenn du die Adresse wieder von deiner Webseite nimmst.

 

Die eigenen Daten unter Kontrolle –- so geht's



Faustregel: Erst denken, dann klicken und verschicken! Überlege genau, bevor du persönliche Daten im Internet bekannt gibst. Lege für dich fest, was privat ist.

 

Überlege dir bei Veröffentlichungen, ob deine Angaben im schlimmsten Fall auch jemand gegen dich verwenden kann und ob es für dich wirklich in Ordnung ist, dass diese Informationen über dich weltweit abrufbar sind. Schließlich lesen Soziale Netzwerke und Webseiten nicht nur deine FreundInnen! Wenn du dir bei der Weitergabe von persönlichen Daten unsicher bist, verzichte besser darauf oder frage eine Vertrauensperson nach ihrer Meinung!

Nütze bei Sozialen Netzwerken und Apps die Möglichkeit dein Profil so einzustellen, dass nur ausgewählte Personen deine persönlichen Daten einsehen können.

Richte eine zweite E-Mail-Adresse ein -– am besten ohne Bezug zu deinem Namen! Deine Hauptadresse gib am besten nur an FreundInnen und deine Familie weiter, die zweite kannst du auch öffentlich bekanntgeben, wenn du z. B. in Foren postest oder dich in sozialen Netzerken registrierst.

Verwende sichere Passwörter, also am besten eine Kombination aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Ein Tipp zum Merken von "komplizierten" Passwörtern: Hilf dir mit Sätzen, deren Anfangsbuchstaben du für das Passwort nützt, z. B. für "ih3äu2jg!" "Ich habe 3 ältere und 2 jüngere Geschwister!".

Wenn du öfter dein Smartphone oder auch deinen Laptop mit anderen gemeinsam nützt, kann es Sinn machen, dass du bei deinem Internet-Browser die Funktion "Kennwörter speichern" deaktivierst. Sonst können die anderen sehr leicht deine Passwörter heraus finden bzw. deine Accounts verwenden. Du kannst dir aber auch helfen, in dem du einen eigenen Account für dich erstellst und andere dein Gerät nur über einen Gast Zugang oder einen eigenen Account verwenden lässt.

Je nachdem, wie du soziale Netzwerke verwendest, macht es Sinn zu überlegen, wen du als "FreundIn" hinzufügst. Überleg, bevor du die Person annimmst. Wie du herausfinden kannst, wer wirklich hinter einem Profil steckt, kannst du hier nachlesen:
 
 

Hebe Passwörter sicher auf (am besten nur merken) und gib sie niemandem weiter - auch nicht deinem besten Freund oder deiner besten Freundin!

Banken und Unternehmen fordern dich niemals per E-Mail auf, deine persönlichen Zugangs- oder Bankdaten auf einer Webseite einzugeben. Solche E-Mails stammen immer von BetrügerInnen ("Phishing")! Beantworte sie also nicht!

Verwende ein Anti-Spyware-Programm auf deinem Computer. Downloadlinks findest du auf der Saferinternet.at Website: http://saferinternet.at/themen/viren/

Beachte: Auch im Internet bist du niemals ganz anonym. Über die so genannte IP-Adresse kannst du letztlich über deinen Provider identifiziert werden.
 

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