Roboterhand, die Abbild eines Gehirns hält.

KI einfach erklärt: Was steckt eigentlich dahinter?

KI begegnet uns mittlerweile ständig im Alltag: in den sozialen Medien, in Messengern oder Apps. Manche nutzen Chatbots für Hausübungen andere sehen vielleicht KI-generierte Inhalte und erkennen sie gar nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu verstehen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert, wo Risiken liegen können und wie du bewusst kritisch damit umgehen kannst.

Was ist KI?

Der Begriff KI steht für „Künstliche Intelligenz“. Im Englischen wird sie AI, also „Artificial Intelligence“, genannt. Damit sind Programme gemeint, die aus vielen Daten lernen und dadurch verschiedenste Aufgaben lösen können: z. B. Texte schreiben, Bilder erstellen, Fragen beantworten, Lernpläne anpassen, usw. Manchmal wird diese Art von Künstlicher Intelligenz auch „Generative KI“ genannt. Sie ist häufig so programmiert, freundlich und menschlich zu wirken und wie ein „Mensch“ zu denken, KI ist aber trotzdem nur ein Programm. Sie erkennt Muster und Wahrscheinlichkeiten. 

Der Alltag mit KI

Eine Studie von Saferinternet.at hat gezeigt, dass 94 Prozent der Jugendlichen KI-Tools bereits täglich nutzen. Als Werkzeug kann sie auch sehr praktisch sein: beim Lernen, Zusammenfassen oder Ideen finden. Gleichzeitig beeinflusst sie aber auch, welche Inhalte du online siehst und wie du Informationen wahrnimmst. In vielen Programmen ist KI im Hintergrund automatisch im Einsatz, ohne dass du das überhaupt merkst. 

Nicht alles stimmt automatisch

Manche Chatbots erfinden Infos oder antworten sehr überzeugend, obwohl etwas gar nicht stimmt. 

Antworten der KI basieren nicht auf Fakten, sondern auf Wahrscheinlichkeiten und Mustern, die sie gelernt hat. Das ist in etwa so, als würdest du im Unterricht versuchen die Antwort auf eine Frage zu erraten, nachdem der oder die Lehrer:in etwas erklärt hat, du dir aber nicht ganz sicher bist, ob du das richtig verstanden hast. Sind die Trainingsdaten der KI fehlerhaft oder nicht ausreichend, kann es sein, dass die KI deine Frage nicht beantworten kann und deshalb falsche Antworten gibt oder „halluziniert”, also ihre Antwort erfindet. Vielleicht kennst du das: Früher hieß es „Vertraue nicht auf Wikipedia“, heute heißt es „Glaube nicht alles, was die KI behauptet.“

Tipp

Halte dir bei der Nutzung folgende Fragen im Bewusstsein: 

  • Woher kommt diese Information?
  • Gibt es andere Quellen dazu?
  • Klingt das vielleicht zu extrem oder „zu perfekt“?
  • Gibt sie mir nur Recht oder stimmt das wirklich?

Vorsicht vor rechtswidrigen KI-Inhalten

KI kann auch missbräuchlich verwendet werden, indem z. B. Bilder oder Stimmen manipuliert werden. Cyberkriminelle nutzen KI unter anderem für:

  • Identitätsdiebstahl und Betrug: mit KI können Stimmen oder Gesichter für Telefon- und Videocalls geklont werden, sodass der Eindruck entsteht, man hätte es mit einer bekannten Person zu tun. Mit Deepfake-Calls wird dann z. B. vorgetäuscht, dass sich die bekannte Person in einer Notlage befindet und dringend Geld benötigt. Die Täuschung wirkt so echt, dass Betroffene vielfach bereit sind Geld zu überweisen.
  • Auch Fake-Profile auf Social Media, die für unterschiedliche Betrugsformen verwendet werden, lassen sich mit KI erstellen. 
  • Mit KI können Nacktbilder aus Portraitfotos oder anderen Fotos erstellt werden, die dann für eine Erpressung mit Nacktbildern genutzt werden können. KI generierte Nudes von Minderjährigen (unter 18 Jahren) sind in Österreich gesetzlich verboten und der Besitz oder die Verbreitung können bestraft werden.
  • KI kann für die Erstellung von Fake-News, von politischer Propaganda um Wahlen zu beeinflussen oder betrügerischen Werbeanzeigen genutzt werden.

Damit du nicht so leicht in eine Falle tappst, kann es dir helfen, dich regelmäßig über aktuelle Betrugsfallen zu informieren. Infos zu Betrugsfallen bietet:

Mythen über die KI

Vielleicht hast du auch schon den einen oder anderen Mythos über die KI gehört. Muss ich Angst vor KI haben? Nimmt Künstliche Intelligenz Arbeitsplätze weg? Wird sie die Weltherrschaft übernehmen? Diese Mythen werden in dieser Broschüre verständlich aufgeklärt:

Achte auf deine Daten

Persönliche Infos und sensible Daten, wie z. B. gesundheitliche Daten sowie private Chats oder Fotos solltest du nicht einfach in KI-Tools hochladen. Oft ist schwer kontrollierbar, was mit diesen Daten passiert oder wofür sie später genutzt werden.

Tipps für einen achtsamen Umgang mit KI-Tools

  • Inhalte eher allgemein zu formulieren, statt spezifisch etwas auf sich bezogen zu fragen, kann auch schon etwas mehr "Abstand" schaffen. 
  • Zu überlegen, warum man die KI genau diesen Inhalt fragt, kann auch hilfreich sein. Wenn ein Thema z. B. schambesetzt ist und man es deswegen nicht mit jemanden teilen möchte, dann ist die Frage, ob die KI wirklich der passende Ort dafür ist, oder ob die Inhalte vielleicht doch eher für einen vertraulichen Rahmen wie z. B. bei uns in der Beratung passend sind. 
  • Zu bedenken, dass auch immer wieder Datenschutzlücken vorkommen können ist auch ein wichtiger Gedanke, bevor man etwas in die KI eingibt. 
  • Sich bewusst zu sein, dass es nicht nur eine einzelne Anfrage an die KI ist, sondern es auch um die Summe der Inhalte, die man bereits preisgegeben hat geht, kann helfen einzuschätzen, was man die KI fragen mag. Du könntest dir z. B. überlegen, wie es dir dabei gehen würde, wenn alle deine Eingaben auch anderen Menschen über dich bekannt wären.

Manche Jugendlichen nutzen KI-Chatbots, um über Gefühle, Probleme oder mentale Gesundheit zu sprechen. Das kann sich im ersten Moment entlastend oder weniger unangenehm anfühlen, als mit echten Menschen zu reden. Klar, Chat-Charaktere oder Companions sind oft sehr nett und verständnisvoll und es kann auch wirklich cool sein, mit den Lieblingscharakteren aus Büchern, Spielen oder Serien zu schreiben. Trotzdem ist KI kein Ersatz für echte Freundschaften oder Unterstützung durch Vertrauenspersonen ebenso wie professionelle Hilfe. Chatbots können Gefühle nicht wirklich verstehen und manchmal auch falsche oder unpassende Antworten geben.

Wenn es dir psychisch nicht gut geht oder dich etwas belastet, ist es wichtig, mit echten Menschen darüber zu sprechen, zum Beispiel mit Freund:innen, Erwachsenen deines Vertrauens oder Beratungsstellen. Auch bei uns in der Beratung kannst du das rund um die Uhr am Telefon oder unter der Woche abends im Chat ansprechen.

KI in der Schule: Unterstützung oder Ersatz?

Viele Jugendliche nutzen KI für Hausübungen oder zum Lernen. Das ist nicht automatisch „schummeln“, je nachdem welche Regeln ihr in eurer Schule vereinbart habt. Wichtig ist, dass du verstehst, was du abgibst und KI nicht alles für dich übernimmt. Wenn du KI nutzen möchtest, soll sie als Werkzeug unterstützen, aber nicht ersetzen. Zum Beispiel kann sie für das Erstellen von Lernplänen, zur Recherche (Quellen überprüfen!), zum Überwinden von Schreibblockaden oder für Denkanstöße zu kreativen Ideen nützlich sein. Bei Hausübungen, Projekten und der Vorbereitung für Tests geht es viel mehr um den Lernprozess als um das Endergebnis. Übergibst du diesen Teil einer künstlichen Intelligenz, geht für dich das Wissen verloren.

Wenn du über deine Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz reden möchtest oder dich etwas belastet: Unsere Berater:innen sind rund um die Uhr telefonisch unter 147 oder unter der Woche abends im Chat für dich da.

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